Red Bull in der Formel-1-Saison 2022

Zum ersten Mal seit 2014 geht Red Bull wieder als Titelverteidiger in eine Formel-1-Saison. Max Verstappens Triumph über Lewis Hamilton war der Befreiungsschlag des Teams nach acht langen Jahren Jagd auf Mercedes. Das Weltmeisterjahr 2021 war für die Österreicher allerdings ein enormer Kraftakt, der Kompromisse erforderte. Während andere Teams früh die Entwicklung ihrer Autos einstellten und ihre Ressourcen auf das neue Reglement ausrichteten, arbeitete Red Bull parallel am RB16B und am RB18. Für Verstappen und Teamkollege Sergio Perez ist 2022 ein entscheidendes Jahr.

Die Geschichte von Red Bull in der Formel 1

Red Bull engagierte sich ab 1995 zunächst als Partner von Sauber in der Formel 1, wo der Energydrink-Hersteller bis 2001 als Titelsponsor auftrat. Zur Saison 2005 übernahm das Unternehmen den ehemaligen Jaguar-Rennstall, der im Jahr 2000 aus Stewart Grand Prix hervorgegangen war. Nach einem ersten Übergangsjahr im Mittelfeld erhöhte Red Bull sein Investment in die Königsklasse.

Zur Saison 2006 wurde mit Adrian Newey der erfolgreichste Formel-1-Ingenieur des vorangegangenen Jahrzehnts verpflichtet. In Monaco feierte David Coulthard mit dem RB2 das erste Podest des Teams. Der Schotte erhielt im darauffolgenden Jahr mit Mark Webber einen neuen Teamkollegen, nachdem sich der Red-Bull-Nachwuchs in Form von Vitantonio Liuzzi, Christian Klien und Robert Doornbos nicht durchgesetzt hatte.

Nachdem das Team in den ersten beiden Jahren mit Motoren von Cosworth und Ferrari am Start war, wurde ab 2007 eine Partnerschaft mit Renault etabliert. Coulthard und Webber gelangten allerdings nicht über vereinzelte Podestresultate hinaus. Der Durchbruch von Red Bull wurde mit einem neuen technischen Reglement ab der Saison 2009 eingeleitet. Mit diesem einhergehend wurde das bis dato vielversprechendste Talent aus dem Förderkader ins Team einberufen.

Sebastian Vettel und Red Bull dominieren die Formel 1

Sebastian Vettel feierte beim Grand Prix von China mit dem RB5 den ersten Sieg für das Team. Der Heppenheimer und Teamkollege Mark Webber kamen im weiteren Saisonverlauf immer besser in Fahrt und machten Red Bull hinter Weltmeister Brawn GP zur zweiten Kraft in der Formel 1. Der Aufschwung setzte sich 2010 nahtlos fort. Trotz einer erbitterten teaminternen Rivalität gelang es Vettel, beim Finale in Abu Dhabi den WM-Titel sicherzustellen.

Die erste Weltmeisterschaft des Heppenheimers war der Startschuss einer beeindruckenden Siegesserie, welche die letzten Jahre der Saugmotor-Ära in der F1 bestimmten. Vettel und Red Bull gewannen vier Mal in Folge die Fahrer- sowie die Konstrukteursweltmeisterschaft. Zusammen mit den Erfolgen von Webber kam der Rennstall in dieser Zeit auf 49 Siege, 57 Pole Positions und 41 schnellste Rennrunden.

Der Wechsel auf Hybrid-Motoren setzte der Herrschaft Red Bulls 2014 ein Ende. Ohne siegfähiges Material ließ bei Vettel die Motivation nach und der ehemalige Erfolgsgarant wurde von seinem neuen Stallgefährten Daniel Ricciardo entzaubert. Nach Vettels Abschied zu Ferrari wurde dem Australier kurzzeitig Daniil Kvyat zur Seite gestellt. Der Russe musste Anfang 2016 allerdings für das nächste Supertalent aus der hauseigenen Förderung Platz machen.

Max Verstappen läutet neue Ära bei Red Bull ein

Max Verstappens feierte beim Grand Prix von Spanien bei seinem ersten Auftritt mit Red Bull einen sensationellen Sieg und läutete damit eine neue Ära innerhalb des Teams ein. Der jüngste F1-Sieger der Geschichte lief Ricciardo bald den Rang ab und avancierte zur unangefochtenen Nummer eins im Team. Auf ein WM-fähiges Auto musste er allerdings lange warten. Ende 2018 trennte sich Red Bull von Renault, nachdem es aufgrund der Performance der Motoren immer wieder zu Zerwürfnissen gekommen war.

Ab 2019 ging das Team mit Power Units von Honda an den Start Die Kooperation mit den Japanern war mit drei Siegen im ersten Jahr von Beginn an erfolgreich. Der große Durchbruch kam in der Saison 2021. Obwohl Honda bereits den F1-Ausstieg zum Jahresende verkündet hatte, setzte Red Bull zusammen mit seinem Motorenpartner der Dominanz von Mercedes ein Ende. In einem unbarmherzigen WM-Fight setzte sich Verstappen im umstrittenen Finale von Abu Dhabi gegen Hamilton durch und beendete die achtjährige Durststrecke des Teams.