Formel 1 Lexikon Begriffe A-Z

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A

Abtrieb

Abtrieb bezeichnet die Kraft, mit der die Boliden mit Hilfe von aerodynamischen Hilfsmitteln wie Flügel und Spoiler fester auf die Strecke gepresst werden.

Aerodynamik

Allgemein verwendete Bezeichnung für die Lehre der Bewegung der Luft.

Aerodynamische Hilfsmittel

Im Motorsport als Sammelbegriff für alle Hilfsmittel wie Spoiler, Flügel und andere technische Maßnahmen zur Verbesserung von Aerodynamik und Abtrieb verwendet.

Aeroscreen

Airbox Durch die an der Vorderseite der Motorabdeckung über dem Kopf des Fahrers befindliche Airbox wird der Motor mit Frischluft für die Verbrennung versorgt. Zusätzlich befinden sich hinter dem Lufteinlass verschiedene Kühler für Öl, Getriebe und Co.

Aktive Aufhängung

Ein von Williams anno 1992 eingeführtes System, welches die Fahrhöhe der Boliden kontrollierte und per Computer an jede Strecke anpassbar war. Die aktive Radaufhängung wurde Ende 1993 verboten.

Anpressdruck

Unter Anpressdruck versteht man die Kraft, die den Wagen auf die Strecke drückt.

Aufwärmrunde

Auch als Einführungsrunde bekannt. Sie stellt die erste Runde vor dem eigentlichen Start dar.

Autoklave

Die noch weichen Kohlefaserteile eines F1-Boliden werden in einem Autoklaven, wie in einem "Backofen", bei hohem Druck sowie hoher Temperatur widerstandsfähiger gemacht.
B

Balance

Ein perfekt ausbalancierter Bolide neigt weder zum über- noch zum Untersteuern und lässt sich dementsprechend viel einfacher und auch schneller auf der Strecke bewegen.

Ballast

Da viele Formel-1-Boliden unter dem Mindestgewicht von 733 Kilogramm liegen, müssen die Teams entsprechenden Ballast im Wagen unterbringen, um diese Marke nicht zu unterschreiten und damit eine Disqualifikation zu riskieren. Die Ballastteile werden dabei an strategisch wichtigen Punkten im Boliden platziert, um die Balance des Autos zu verbessern.

Barge Board

Das im Bereich der Vorderradaufhängung installierte Barge-Board leitet den Luftstrom in die gewünschten Bahnen. Der Abtrieb wird nicht direkt am Bauteil erzeugt, sondern dadurch, dass die dahinter befindlichen Teile besser angeströmt werden.

Batlets

Kleine Miniflügel, die am Ende der Seitenkästen für einen besseren Luftstrom um die Hinterreifen herum sorgen und damit mehr Abtrieb generieren sollen. Inzwischen sind derartige Bauteile allerdings verboten.

Black Box

Die Black Box, auch ECU (electronic control unit), zeichnet wie bei einem Flugzeug auch wichtige Daten zur späteren Auswertung auf und steuert die wichtigsten elektronischen Systeme des Boliden.

Blistering

Bezeichnung für die Blasenbildung auf den Rennpneus. Durch Überhitzung entstehen Blasen am Reifen, die Lauffläche darüber platzt auf. Je nach Stärke des Blisterings müssen die Reifen gewechselt werden.

Box

Internationale Bezeichnung für die "Werkstatt" neben einer Rennstrecke. Hier werden die Wagen abgestellt, gewartet, repariert und ausgewertet.

Boxengasse

Beschreibt den direkt vor den Boxen liegende Fahrbahnteil. Diese "Gasse" ist nur den Teams und ihrem Personal zugänglich und dient als Zufahrt zu den jeweiligen Boxen. Hier gelten Höchstgeschwindigkeiten, die je nach Rennstrecke zwischen 60 und 80 km/h liegen. Ein überschreiten dieses Limits wird mit Geld- und Zeitstrafen geahndet

Boxenstopp

Das Anhalten eines Boliden während des Rennens an der Box, um Reifen zu wechseln und eventuell technische Probleme - soweit möglich - zu beheben. Boxenstopps spielen auch in der Rennstrategie eine maßgebliche Rolle. Das Nachtanken ist seit einigen Jahren nicht mehr erlaubt.

Bremsbalance

Verteilung der Bremskraft eines F1-Autos. Die Bremsbalance lässt sich dabei auch während der Fahrt aus dem Cockpit heraus verstellen, um sie veränderten Bedingungen anzupassen.
C

CAD (Computer Aided Design)

CAD ist ein in der Automobilindustrie weit verbreiteter Computer unterstützter Design-Prozess.

Chassis

Aus dem Französischen stammender Begriff, der heute international für das Grundgerüst eines Autos benutzt wird. Bei einem Formel-1-Auto besteht das Chassis aus einem Monocoque.

Cockpit

Der eigentliche Arbeitsplatz eines Fahrers.

Concorde Agreement

Die FIA, die FOM sowie die F1-Teams haben in diesem Abkommen in einer Art Verfassung alle wichtigen Aspekte der Organisation des Sports - wie etwa die streng geheime Aufteilung der TV-Gelder oder Punktprämien - geregelt. Inzwischen gibt es bilaterale Abkommen zwischen Teams, FIA und FOM bis 2020.

Crashtest

Neue Boliden müssen aus Sicherheitsgründen dem FIA-Reglement entsprechend mehrere verschiedene Crashtests überstehen, um überhaupt zugelassen zu werden.
D

Design

Aus dem Englischen stammender Begriff für Formgebung. Unter Design versteht man im Motorsport die optische Konstruktion der Boliden.

Differential

Das Differential bezeichnet ein Getriebe welches die unterschiedlichen Radumdrehungen in Kurven ausgleicht. Das äußere Rad muss in einer Kurve stets einen weiteren Weg zurücklegen als das kurveninnere Rad und muss sich deshalb schneller drehen. Eine Differential-Sperre sichert den Vortrieb, falls nur ein Rad Haftung hat, indem es das Ausgleichsgetriebe sperrt.

Diffusor

Der Diffusor ist der hintere Teil des Fahrzeugunterbodens. Er bildet zusammen mit der Straße einen Kanal, der nach hinten größer wird. Durch die Vergrößerung des Volumens bei gleichbleibendem Luftstrom entsteht Abtrieb.

Downforce

Downforce oder Abtrieb. Damit wird jene Kraft bezeichnet, welche mit Hilfe von Flügeln und ähnlichen aerodynamischen Hilfsmitteln den Boliden auf die Strecke presst und damit einen umgekehrten Effekt zum Flugzeug generiert.

Drehmoment

Während die PS-Zahl eines Fahrzeuges bestimmend für dessen Endgeschwindigkeit ist, so ist das Drehmoment eine für die Beschleunigung des Fahrzeuges charakteristische Größe. Ist dieses Drehmoment groß, so kann pro Umdrehung mehr Kraft auf die Straße übertragen werden. Die Kurbelwelle kann man sich hier analog zu einer Wippe (bekannt aus dem Physikunterricht) mit einem Drehpunkt in der Mitte und einem Kraftangriffspunkt an der Oberfläche vorstellen. Zu beachten ist noch, dass das Drehmoment, welches der Motor eines Fahrzeuges liefert, nicht konstant ist, sondern bei zu hoher oder zu geringer Drehzahl abnimmt. Jeder Motor hat einen Drehzahlbereich, in dem er sein optimales Drehmoment hat. Die Leistung steht in direkter Relation zum Drehmoment. Die Leistung entspricht dabei dem Produkt aus Drehzahl, Drehmoment und dem zweifachen Wert der Kreiszahl Pi. Bei einer Leistung von rund 750 PS (nur Verbrennungsmotor) kommt ein Formel-1-Motor bei 12.000 Umdrehungen pro Minute auf ein Drehmoment von rund 440 Newtonmeter.

Drehstabilisatoren

Teil der Vorderradaufhängung, der für minimale Chassisbewegungen und best möglichen Grip sorgen soll. Inzwischen gibt es die eigentlich mechanischen Elemente auch in hydraulischer Ausführung.

Drift

Aus dem Kartsport bekanntes kontrolliertes Rutschen über beide Achsen.

Drive-by-Wire

Ein Drive-by-Wire-System ersetzt die Seilverbindung des Motors zum Gaspedal, da ein Sensor die Stellung des Gaspedals misst und die Drosselklappen entsprechend steuert. Inzwischen wird auch der Bremsdruck elektronisch am Pedal abgenommen und anschließend an Vorder- und Hinterachse verteilt.

Drive-Through-Strafe

Bekommt ein Fahrer eine Drive-Through-Strafe, so muss er einmal mit begrenzter Geschwindigkeit durch die Boxengasse fahren, ehe er wieder auf die Strecke darf. Eine Drive-Through-Strafe darf nicht mit einem Boxenstopp kombiniert werden.

DRS

Das Drag Reduction System DRS vermindert den Luftwiderstand eines Autos, indem ein Element des Heckflügels hochgeklappt wird. Es ist das einzig erlaubte bewegliche aerodynamische Teil an einem Auto. Das obere Element des Heckflügels wird über eine Hydraulik-Leitung vom Fahrer per Knopfdruck verstellt. Der Einsatz des DRS ist allerdings beschränkt. Es darf nur an gekennzeichneten Stellen der Strecke genutzt werden. Auf den meisten Strecken gibt es zwei solcher Stellen, auf manchen nur eine. Im Rennen darf der Heckflügel nur verstellt werden, wenn der Vordermann weniger als eine Sekunde an der definierten Messstelle entfernt ist. Dadurch soll es mehr Überholmanöver geben. Bei starkem Regen oder bei Gefahr auf der Strecke wird DRS von der Rennleitung deaktiviert.
E

ECU (electronic control unit)

Die Black Box, auch ECU (electronic control unit), zeichnet wie bei einem Flugzeug auch wichtige Daten zur späteren Auswertung auf und steuert die wichtigsten elektronischen Systeme des Boliden.

Einführungsrunde

Die Einführungs- oder Formationsrunde wird von den Piloten direkt vor dem Start aus der Startaufstellung heraus absolviert und stellt eine letzte Fahrt hinter dem Safety-Car dar, bevor der Start freigegeben wird. F

FIA

FIA (französisch: Fédération Internationale de I´Automobile) bezeichnet den internationalen Automobilverband mit Sitz in Paris am Place de la Concorde. Die FIA ist oberste Regelbehörde: Sie schreibt die Regeln und ist für deren Einhaltung zuständig. Sie hat die Rechte an der Formel 1 für 100 Jahre an den kommerziellen Rechteinhaber FOM abgetreten.

Flap

Horizontale, durch die Endplatten begrenzte, Teile eines Front- oder Heckflügels, auch Querstreben.

Fliegende Runde

Als fliegende Runde wird jene "schnelle Runde" bezeichnet, die zwischen der Ein- sowie der Ausrollrunde liegt, beispielsweise im Qualifying.

Fliegender Start

Beim fliegenden Start stellen sich die Fahrer nicht auf ihren Startplatz, sondern fahren eine Einführungsrunde hinter dem Safety-Car, ehe der Start freigegeben wird. überholen ist jedoch erst ab der Start/Ziel Linie erlaubt.

Flügel

Deutsche Kurzbezeichnung für den englischen Begriff Wing. Sie zählen zu den aerodynamischen Hilfsmitteln und sorgen für mehr Abtrieb. Flügel ist nicht gleichzusetzen mit Spoiler: Während ein Flügel ein freistehendes Element ist, das auch tatsächlich Abtrieb erzeugt, ist ein Spoiler nur eine angebrachte Leiste, die den Gesamt-Luftström beeinflusst.

Freies Training

Während des Freien Trainings dürfen die Fahrer unbegrenzt viele Runden drehen, um die optimale Abstimmung für das Qualifying und Rennen zu finden. Die einzige Beschränkung ist die Zeit: Freitags darf zweimal je 90 Minuten getestet werden und am Samstag 60 Minuten.

Freitagstests

Alle F1-Teams dürfen in den beiden Freien Trainings am Freitag einen dritten Fahrer einsetzen. Dieser wird als Freitagstestfahrer bezeichnet.

Frontflügel

Dieses aerodynamische Hilfsmittel ist an der Nase eines F1-Boliden angebracht und kann durch Einstellen des Flügelwinkels die Balance und somit Straßenlage des Wagens verbessern oder verschlechtern.

FOA/FOM

Abkürzung für Formula One Administration/Formula One Management. Die FOA ging aus der 1971 gegründeten FOCA hervor und gehört zur SLEC-Holding von Bernie Ecclestones Frau Slavica. Die FOA ist der Inhaber der kommerziellen Rechte an der Formel 1, ist also für die Vermarktung der Rennserie zuständig. Inzwischen gehört Gründer Bernie Ecclestone nur noch ein kleiner Teil. Größter Eigentümer und damit stimmberichtigt ist seit Anfang 2017 der amerikanische Medienkonzern Liberty Media. Liberty-Boss Chase Carey setzte Bernie Ecclestone als Geschäftsführer ab und installierte Ross Brawn als Sport-Boss und Sean Bratches als Marketing-Boss.
G

Gewicht

Ein F1-Bolide muss ein Mindestgewicht von 733 Kilogramm mit Fahrer und sämtlichen wichtigen Betriebsflüssigkeiten wie Öl oder Kühlwasser, jedoch nicht Benzin, aufweisen.

GPDA

Die Grand Prix Drivers Association stellt eine Art Fahrergewerkschaft dar. Alexander Wurz ist Präsident der Gewerkschaft. Nicht alle Piloten gehören der Vereinigung an.

Grid

Englischsprachiger Begriff für die Startaufstellung.

Grip

Das aus dem Englischen stammende Wort bedeutet frei übersetzt Halt. Grip bezeichnet im Motorsport die Haftung des Autos auf der Fahrbahn. Dabei wird zwischen zwei leistungsbestimmenden Arten unterschieden: Der aerodynamische Grip (aus Flügeln und Diffusor) ist bei hohen Geschwindigkeiten wichtig, bei niedrigen Geschwindigkeiten zählt der mechanische Grip aus Fahrwerk und Reifen.

Ground Effect

Der Ground Effect wurde vom legendären Colin Chapman bei Lotus erfunden und löste eine wahre Welle an Ground Effect Autos in den 70er und 80er Jahren aus. Hierzu wurden an den Wagen seitliche Schürzen montiert, welche den Boliden durch einen physikalischen Effekt mit Hilfe eines Vakuums am Unterboden auf die Strecke pressten.

Gurney Flap

Die nach dem Ex-Rennfahrer und Konstrukteur Dan Gurney benannten Gurney Flaps sind kleine aerodynamische Leisten, mit denen jeder moderne Flügel abschließt und welche bei nur wenig Luftwiderstand zusätzlichen Abtrieb/Downforce generieren.
H

Halo

Hierbei handelt es sich um einen 2018 eingeführten Sicherheits-Bügel. Das Titan-Gestell bildet einen Kreis um den Fahrerhelm herum, weshalb er einem Heiligenschein (engl. Halo) gleicht. Der Halo soll den Fahrer zusätzlich schützen. Er ist ein Einheitsbauteil, das die Teams verpflichten auf ihre Autos bauen müssen. Alternative dazu sind Aeroscreen und Shield.

Handling

Aus dem Englischen stammender Begriff, welcher das Fahrverhalten von Rennwagen beschreibt.

HANS

Das von Dr. Robert Hubbard, Professor am Forschungslabor für biomechanische Konstruktionen der Universität Michigan/USA, entwickelte Head and Neck Support System beruht auf einem steifen, kragenförmigen Kohlefaseraufbau, der mit den Schultergurten am Oberkörper fixiert und durch entsprechende Bänder am Helm befestigt wird. Durch diese stabilisierende Wirkung werden bei einem Unfall extreme Beschleunigungsbewegungen des Kopfes vermindert und gefährdende Halskräfte reduziert. Es wird verhindert, dass der Kopf des Fahrers bei einem Unfall am Cockpitrand oder am Lenkrad aufschlägt.

Heckflügel

Der Heckflügel ist ein aerodynamisches Hilfsmittel, welches am hinteren Teil des Wagens angebracht ist. Er besteht aktuell aus zwei Hauptelementen. Das untere Element ist fix, das obere Element kann mittels DRS verstellt werden. Die beiden Hauptelemente werden von Endplatten abgeschlossen. Über Streben ist der Flügel mit dem Chassis verbunden.

Hybridauto

Ein Hybridauto oder Interimswagen enthält sowohl Teile des neuen Boliden als auch welche des alten Fahrzeugs. So können beispielsweise schon der neue Motor und das neue Getriebe in einem Vorjahresboliden getestet werden.
I

Ideallinie

Auf der Ideallinie kann die Strecke am schnellsten umfahren werden. Dieser "Bereich" der Strecke ist oft auch am saubersten und bietet deshalb auch mehr Grip.

Installationsrunde

Erste Runde eines Fahrers mit seinem Auto während einer Trainingssitzung oder vor der Fahrt in die Startaufstellung. Dabei werden noch einmal alle Systeme geprüft und Einstellungen gecheckt.

Interimsbolide

Ein Hybridauto oder Interimswagen enthält sowohl Teile des neuen Boliden als auch welche des alten Fahrzeugs. So können beispielsweise schon der neue Motor und das neue Getriebe in einem Vorjahresboliden getestet werden.

Intermediates

Reifen mit einfachem Regenprofil. Einsatzgebiet der Intermediates sind abtrocknende Strecken oder Wetterbedingungen mit geringen Regenfällen.
J keine Begriffe vorhanden
K

Kerbs

Die in den meisten Fällen rot-weiß oder weiß-blau lackierten Randsteine, welche die Strecke von den umliegenden Kiesbetten, Rasenflächen oder Asphaltzonen abgrenzen.

KERS

Das Kinetische Energierückgewinnungssystem war 2009 der erste Versuch der Formel 1 mit Hybrid-Motoren. An der Kurbelwelle wurde Bremsenergie zurückgewonnen. Allerdings waren die Systeme anfangs so schwer, dass sie eher einen Performance-Nachteil brachten. Die maximale Zusatz-Leistung war auf 60 kW, also rund 80 PS für maximal 6,67 Sekunden pro Runde beschränkt. Die großen Hersteller verzettelten sich 2009 mit dieser Technologie. 2010 flog KERS wieder aus den Autos, 2011 kam die Hybrid-Technik zurück. 2014 wurde das System durch die MGU-K als Teil der Power Unit ersetzt.

Kiesbett

Spezielle mit Kies gefüllte Auslaufzone neben der Strecke. Der Kies soll die Autos dabei bei einem Abflug von der Strecke einbremsen und möglichst schnell zum Stehen bringen. Mittlerweile werden die Kies- oder Rasenflächen an den Strecken jedoch immer mehr von Asphaltauslaufzonen ersetzt.

Kohlefaser

Leichter, jedoch sehr belastbarer und teurer Verbundfaser-Werkstoff. Eigentlich für die Raumfahrt entwickelt, wird heute vor allem das einteilige Chassis aus Kohlefaser hergestellt.
L

Launch Control

Die Startkontrolle oder Startautomatik soll den Fahrern einen möglichst idealen Start ermöglichen, da sie ein Durchdrehen der Räder verhindert und sich der Fahrer komplett auf die Startampel konzentrieren kann. Eine Startkontrolle ist in der F1 momentan verboten.

Lollipop Man

Der gute Mann hält beim Boxenstopp an einer langen Stange die Tafel: "Breaks on" (solange das Auto aufgebockt ist) und "1st Gear" (den ersten Gang einlegen). Inzwischen setzen jedoch alle Teams auf ein Ampel-System, das den Lollipop Man ersetzt.
M

Marshall

Die Marshalls oder Streckenposten schwenken nicht nur das Flaggenarsenal, sondern sichern auch als erste eine mögliche Unfallstelle und beseitigen liegen gebliebene Autos.

MGU-H

Die Motor Generation Unit - Heat ist das 2014 erstmals eingeführte Hybrid-System am Turbolader. Die Motor-Generator-Einheit ist direkt mit Turbolader und Verdichter verbunden. Dabei kann die MGU-H elektrische Energie durch den Abgasstrom erzeugen, kann aber umgekehrt auch den Turbolader mit dem E-Motor antreiben. Das ist im unteren Drehzahlbereich nötig, weil der Turbolader aufgrund seiner Größe recht träge reagiert. Der Energiefluss von und zur MGU-H ist unlimitiert. Durch die MGU-H kann somit auch der Ladedruck reguliert werden. Die MGU-H kann entweder Energie in die Batterie einspeisen oder direkt an die MGU-K weiterleiten.

MGU-K

Die Motor Generation Unit - Kinetic ist der Nachfolger von KERS. Die MGU-K ist mit der Kurbelwelle verbunden und kann kinetische Energie in elektrische Energie umwandeln und umgekehrt. Beim Bremsvorgang werden die Hinterräder nicht nur von den Bremsscheiben verlangsamt, sondern auch von der MGU-K. Maximal darf die MGH-K pro Runde zwei Megajoule in die Batterie einspeisen, sogenanntes rekuperieren. Die MGU-K darf pro Runde maximal vier Megajoule aus der Batterie ziehen und damit die Kurbelwelle zusätzlich antreiben. Dabei darf sie maximal 120 kW, also 163 PS zusätzlich auf die Kurbelwelle stemmen.

Monococque

Französischer Begriff, welcher die Fahrerzelle eines F1-Boliden beschreibt. Auch als Chassis bekannt. Es wird heute vorwiegend aus Kohlefasern hergestellt.

Monoposto

Italienische Bezeichnung für einsitzige, offene Rennwagen mit frei stehenden Rädern.

Motorhome

überdimensioniertes "Wohnmobil", in welchem sich die Fahrer und Teamverantwortlichen an der Rennstrecke entspannen, trainieren, Pressetermine abhalten, Gäste empfangen, Strategiebesprechungen durchführen und mit Nahrung versorgen. N

Nomex

Das Material, das die Piloten vor dem Feuer schützt. Unterwäsche, Kapuze, Strümpfe, Overall, Handschuhe - alles aus Nomex! Der Overall muss in einem 700 Grad heißen Benzinfeuer zumindest 12 Sekunden Schutz bieten. O

Oversteering

Englisch für übersteuern. Der Wagen rutscht in einer Kurve über die Hinterräder.

On-Board-Kamera

Eine oder mehrere an den Boliden angebrachte Kameras sorgen für spektakuläre Bilder aus dem Cockpit des Piloten, von der Spitze des Frontflügels oder auch rückblickend auf den Heckflügel und die Verfolger.
P

Paddock

Der Paddock oder das Fahrerlager ist der Bereich hinter der Boxengasse, in welchem sich die Trucks und Motorhomes der Teams befinden. Die Fans haben mit regulären Tickets keinen Zugang zum Fahrerlager.

Pit-Lane

Beschreibt den direkt vor den Boxen liegenden Fahrbahnteil. Diese "Gasse" ist nur den Teams und ihrem Personal zugänglich und dient als Zufahrt zu den jeweiligen Boxen. Hier gelten Höchstgeschwindigkeiten, die je nach Rennstrecke zwischen 60 und 80 km/h liegen. Ein überschreiten dieses Limits wird mit Geld- und Zeitstrafen geahndet.

Pit-Stop

Aus dem Englischen stammender Begriff für Boxenstopp.

Pole Position

So nennt man in der Formel 1 den ersten Platz in der Startaufstellung.

Power Unit

Seit 2014 sind die Motoren in der Formel 1 äußerst kompliziert. Seither gibt es nicht nur einen herkömmlichen Verbrennungsmotor (ICE, Internal Combustion Engine), sondern eine ganze Antriebseinheit. Diese besteht zusätzlich zum Verbrennungsmotor aus Turbolader, MGU-H, MGU-K, Batterie und Steuergeräten.

Prüfstand

Auf Motoren- oder Fahrzeugprüfständen werden die jeweiligen Teile des F1-Boliden den härtesten Simulationen und Prüfungen unterzogen, um für die anstehende F1-Saison gerüstet zu sein.
Q

Qualifying

Bezeichnung für das Zeittraining. Die Formel 1 erlebte in den letzten Jahren eine Flut an verschiedenen Qualifying-Systemen. Von einem 12-Runden-Qualifying über ein Einrunden-Qualifying bis hin zum Knock-Out-Qualifying. Aktuell ist das Zeittraining in drei Segmente unterteilt. Im Q1 scheiden fünf Piloten aus, im Q2 weitere fünf Piloten. Im Q3 fahren die besten zehn Fahrer ihre Startpositionen aus.

Querbeschleunigung

Die Beschleunigung, mit der ein in einer Kurve fahrendes Auto nach außen gedrückt wird.
R

Radaufhängung

Die Radaufhängung dient als Bindeglied zwischen den Rädern sowie dem Chassis des Boliden. Die Einstellung dieses Fahrwerkelements ist von besonders großer Bedeutung, da die Stoßdämpfer und Federn direkt über die Aufhängungsstreben wirken.

Rekuperation

Rennleitung Die Rennleitung besteht aus drei FIA-Kommissaren, welche etwaige Strafen aussprechen oder über Safety-Car-Phasen und Rennabbrüche entscheiden. Unterstützt werden die von einem ehemaligen Fahrer mit Rennerfahrung.

Re-Start

International verwendeter Begriff für den Neustart nach einem Rennabbruch.

Rillenreifen

Nach dem Verbot der Slicks, also profillosen Pneus, waren für die F1-Reifen einige Jahre lang vorne und hinten vier Längsrillen vorgeschrieben, welche die Kurvengeschwindigkeiten verringern und damit die Autos sicherer machen sollen. Seit einiger Zeit setzt die Formel 1 aber wieder auf Slicks ohne Rillen.

Roll-Out

Die erste Ausfahrt eines neuen Boliden wird als Roll-Out bezeichnet. Hierbei kann es durchaus vorkommen, dass der Wagen noch nicht in seinem endgültigen - technischen wie farblichen - Gewand erstrahlt.
S

Safety-Car

Das Sicherheitsfahrzeug oder auch Pace Car genannte Fahrzeug wird von der Rennleitung bei schwierigen Bedingungen, Unfällen oder sonstigen Vorkommnissen auf die Strecke geschickt, um das Feld einzubremsen und beispielsweise sichere Bergungsarbeiten zu gewährleisten.

Schikanen

So werden enge S-förmige Passagen genannt. Mit Schikanen werden Fahrer gezwungen, die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Schwerpunkt

Bezeichnet den Punkt eines Körpers, an dem alle auf ihn einwirkenden äußeren Kräfte zusammentreffen. In der Formel 1 gilt: Je tiefer der Schwerpunkt, desto besser ist die Kurvenlage.

Shakedown

So nennt man die erste Fahrt mit einem neuen Boliden, um dessen Funktionstüchtigkeit zu testen. Im Reglement sind die Möglichkeiten für den Shakedown allerdings stark eingegrenzt. Jedes Team darf an maximal zwei sogenannten Filmtagen das Auto außerhalb der offiziellen Tests bewegen.

Shield

Shield ist neben dem Aeroscreen eine weitere Alternative zum Cockpit-Schutz Halo. Wie beim Aeroscreen handelt es sich um eine durchsichtige Scheibe vor der Cockpit-Öffnung, die umherfliegende Teile abhalten soll. Die FIA testete einen Prototypen beim Großbritannien GP 2017 am Freitag an Sebastian Vettels Ferrari. Vettel allerdings beklagte sich über die Sicht, weshalb Shield vorerst ausgedient hat.

Setup

Englische Bezeichnung für alle Einstellungsmöglichkeiten an einem Rennwagen. Hierzu gehören vor allem Flügel, Federn, Fahrwerk, Stabilisatoren und Dämpfer. Jede Strecke erfordert ein eigenes Setup, welches den Boliden optimal auf die Streckenverhältnisse anpasst und somit ein optimales Handling ermöglicht.

Slick

Profilloser Rennreifen mit besonders großer Fläche für ideale Haftung bei trockenen Bedingungen.

Speed-Limiter

Der Speed-Limiter kommt in der Boxengasse zum Einsatz und wird per Knopfdruck am Lenkrad ausgelöst. Er drosselt die Geschwindigkeit auf die Höchstgeschwindigkeit für die Boxengasse und verhindert bei korrekter Programmierung und rechtzeitiger Betätigung des Knopfes ein Beschleunigen über dieses Limit.

Streckenposten

Die Marshalls oder Streckenposten schwenken nicht nur das Flaggenarsenal, sondern sichern auch als erste eine mögliche Unfallstelle und beseitigen liegen gebliebene Autos.

Stop-and-Go-Strafe

Ein meist 10-Sekunden langer Strafstopp an der Box für Regelverstöße wie z.B. Frühstart, Tempoübertretung in der Boxengasse, Blockieren eines Gegners, etc. Eine Stop-and-Go-Strafe darf nicht mit einem Boxenstopp kombiniert werden.

Superlizenz

Um in der F1 an den Start gehen zu dürfen benötigen die F1-Piloten diese "Lizenz zum Fahren", welche somit eine Art Führerschein darstellt. Früher genügten ausreichend Testfahrten, um die Superlizenz zu erlagen. Inzwischen gibt es ein strenges Punktesystem: 40 Punkte müssen innerhalb von drei Jahren gesammelt werden. Verschiedene Rennserien sind nach ihren Stärken gewichtet eingestuft. Der Meister der Formel-2-Serie beispielsweise erhält 40 Punkte, der DTM-Champion 15 Punkte.
T

T-Car

Englische Bezeichnung für Ersatzwagen. Aus Kostengründen dürfen Teams heute keine kompletten Ersatzautos mehr zu den Rennen mitbringen.

Telemetrie

Dank der Telemetrie können die Teams Daten von den Boliden empfangen als auch eigene Informationen von der Box an den Wagen senden. Letzteres ist dabei seit 2003 verboten.

Track

International verwendeter Begriff für eine Rennstrecke.

Traktion

Bezeichnet die Kraftübertragung beim Beschleunigen. Aus langsamen Kurven heraus fehlt den Boliden oftmals Traktion, weshalb die Hinterräder durchdrehen.

Traktionskontrolle

Ein elektronisch gesteuertes Hilfsmittel, mit dem das Durchdrehen der Räder am Start und beim Herausbeschleunigen aus Kurven verhindert werden soll. In Kurven kann zusätzlich die Kurvengeschwindigkeit erhöht werden. Aktuell ist dieses technische Hilfsmittel allerdings verboten.

Turbo

Ein Turbolader versorgt den Verbrennungsmotor mit dichterer Luft. Im Auspuff wird eine Turbine von den Abgasen angetrieben. Die Turbine wiederum ist mit einem Verdichter verbunden, der die Luft komprimiert. Die komprimierte Luft wird dem Verbrennungsmotor zugeführt. Je mehr Sauerstoff ein Motor erhält, desto stärker ist er. Dadurch ist es möglich, auch als kleinen Motoren (Hubraum) viel Leistung herauszuholen. Renault setzte 1977 erstmals einen Turbomotor in der Formel 1 ein. 1988 wurde der Turbo verboten. In der Qualifikation konnten mit diesen Motoren 1400 PS erreicht werden. Seit 2014 gibt es in der Formel 1 wieder einen Turbolader, allerdings ist dieser inzwischen mit einem Elektromotor gekoppelt (siehe MGU-H).
U

Überrollbügel

Der Überrollbügel ist unter der Verkleidung bei der Airbox angebracht und soll den Kopf des Fahrers bei einem überschlag schützen.

Übersteuern

Bei Übersteuern neigt der Wagen in Kurven dazu mit dem Heck auszubrechen.

Understeering

Englisch für Untersteuern.

Unterboden

Der Unterboden eines modernen F1-Boliden ist einer der wichtigsten aerodynamischen Bereiche, wobei der tiefste Punkt der Bodenplatte aus Holz besteht und sich nicht mehr als im Reglement vorgeschrieben abnutzen darf, da ansonsten eine nachträgliche Disqualifikation droht.

Untersteuern

Beim Einlenken in eine Kurve beginnt der Wagen über die Vorderräder zu schieben.
V

V

Beschreibt die Anordnung von Zylindern eines Motors gegeneinander. Je nach Anzahl der Zylinder ergeben sich hieraus Bezeichnungen wie V8-, V10- oder V12-Motoren. Derzeit ist nach dem Reglement jedoch nur der Einsatz von V6-Motoren mit einem Zylinderwinkel von 90 Grad erlaubt.

Vorstart

Beim Vorstart starten alle Piloten aus der Startaufstellung in die Einführungsrunde.

VSC

Das Virtuelle Safety-Car ist eine Möglichkeit der Rennleitung, Trümmerteile oder havarierte Autos von der Strecke zu bergen, ohne das echte Safety-Car auf die Strecke zu schicken. Beim VSC werden die Abstände zwischen allen Piloten eingefroren, indem sich alle Fahrer in bestimmten Mini-Sektoren an vorgegebene Mindest-Zeiten halten müssen.
W

Warm-Up

Internationaler Begriff für das Aufwärmen der Rennwagen. Dabei sollen sich Fahrer und Wagen an evtl. veränderte Fahrbahnbedingungen anpassen. Auch letzte Änderungen am Setup werden hier vorgenommen. Seit einigen Jahren gibt es vor dem Rennen kein Aufwärmtraining mehr, nach dem Zeittraining dürfen keine Änderungen an den Autos mehr vorgenommen werden.

Wheelspin

Wheelspin ist der englische Fachbegriff für durchdrehende Antriebsräder eines F1-Boliden. Die Reifen können die Kraft nicht vollständig auf den Asphalt übertragen. Wheelspin führt zu schlechter Traktion.

Windkanal

Der Windkanal ist eine aerodynamische Versuchsanlage, in der Aerodynamikspezialisten das Verhalten des Luftstroms simulieren, um auf diese Art und Weise die Aerodynamik des Boliden zu verbessern.

Wing

Englisches Wort für Flügel.
X

X-Wing

1997 tauchten diese ästhetisch wenig stilvoll anmutenden Zusatzflügel, auch Tower-Wings genannt, zum ersten Mal am von Dr. Harvey Postlethwaite konstruierten Tyrrell auf. Zu Beginn der Saison 1998 wurden diese skurrilen Gebilde jedoch von der FIA angeblich aus Sicherheitsgründen verboten.
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