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Formel 1-Reglement Änderungen 2017

Formel 1 Reglement

Motoren

Das müßige Token-System wurde für die Saison 2017 abgeschafft. Das bedeutet für die Hersteller in erster Linie mehr Freiheit bei der Weiterentwicklung der Power Units. Auf der anderen Seite wurden für verschiedene Bauteile Mindestgewichte vorgegeben, damit die Performance der Triebwerke von Mercedes, Ferrari, Renault und Honda dichter zusammenrückt. Außerdem wurden kleine Einschränkungen für die Dimensionen gewisser Bauteile sowie die verwendeten Materialien festgelegt. Geändert hat sich außerdem das Motoren-Kontingent, das während der Saison nur noch vier Power Units je Fahrer gestattet. Wer die fünfte Antriebseinheit einsetzen muss, erhält nach wie vor Startplatzstrafen. Anders als in der Vergangenheit, können die Teams jedoch nicht mehr beliebig viele Neuteile in Umlauf bringen und einsetzen. Beim Wechsel einer Komponente darf in den folgenden Rennen ausschließlich das letzte eingesetzte Teil straffrei benutzt werden.

Chassis & Bodywork

Das komplett überarbeitete Reglement soll sowohl in Sachen Optik als auch Performance eine neue Ära einleiten. Zunächst ist die Breite der Radaufhängung von 1800 mm auf 2000 mm angewachsen. Das Bodywork der Boliden misst 2017 eine Maximalbreite von 1600 mm (bisher 1400 mm) und eine Minimalbreite von 1400 mm (bisher 1300 mm). Der Frontflügel ist von 1650 mm auf 1800 mm angewachsen, der Heckflügel misst nun 950 mm (bisher 750 mm) in der Horizontale und 800 mm (bisher 950 mm) in der Vertikale. Die Konstruktion des Diffusors, die bis dato an der Hinterachse anfing, beginnt jetzt vor dieser. In der Höhe misst das Bauteil nun 175 statt 125 mm, in der Breite sind es 1050 statt 1000 mm. Der Tank fasst nun 105 statt 100 kg. Unter dem Strich führt das zu einer Steigerung des Mindestgewichts von 702 auf 728 kg inklusive Fahrer.

Reifen

Die Reifen sind 2017 eine der auffälligsten Änderungen, denn die Dimensionen des schwarzen Goldes haben sich radikal geändert. An der Vorderachse missen die Pirelli-Pneus mit 305 nun 60 mm mehr als noch im Vorjahr, an der Hinterachse sind es mit 405 sogar 80 mm mehr. In Sachen Reifen-Kontingent hat sich hingegen nichts geändert. Es gibt weiterhin fünf unterschiedliche Slick-Mischungen, von denen Pirelli drei für das jeweilige Rennwochenende nominiert. Pro Wochenende gibt es pro Team erneut 13 Slick-Reifensätze, von denen die Teams 10 selbst bestimmen. Eine Ausnahme bilden die ersten fünf Saisonrennen: Aufgrund mangelnder Erfahrungswerte gibt Pirelli die Reifensätze vor und weist jedem Rennstall sieben Sätze der weichsten, vier Sätze der mittleren und zwei Sätze der härtesten Mischung zu.

Benzin

Im Jahr 2017 dürfen von den Teams über den gesamten Saisonverlauf hinweg nur noch maximal fünf unterschiedliche Benzin-Spezifikationen eingesetzt werden. Pro Rennwochenende müssen sich die Rennställe sogar auf zwei Mischungen festlegen. In der Vergangenheit gab es hier seitens des Reglements keine Restriktionen.

Sicherheit

Die Einführung von Halo oder einem alternativen Cockpitschutz wurde auf frühestens 2018 verlegt. Auch 2017 wird man Halo damit, wenn überhaupt, nur am Trainingsfreitag zu Gesicht bekommen. An anderer Stelle wurde jedoch nachgebessert. Die Stahlseile, die bei einem Unfall das Abreißen der Räder verhindern sollen, müssen nun mindestens sieben Kilojoule Energie wiederstehen, statt den bisher festgelegten sechs Kilojoule.

Starts

Am Startprozedere wurde für diese Saison eine minimale Änderung durchgenommen. Statt den bisher angesetzten 15 Minuten, haben die Piloten nur noch 10 Minuten Zeit, um von der Boxengasse in die Startaufstellung zu fahren. Die Boxengasse wird damit 20 statt 15 Minuten vor dem Rennstart geschlossen. Ein größerer Einschnitt wurde bei den Starts unter Nassbedingungen gemacht. Während aus Sicherheitsgründen bei Regen in den vergangenen Jahren fast ausschließlich hinter dem Safety Car gestartet wurde, sollen die Rennen ab 2017 auch im Nassen wieder stehend gestartet werden. Zuvor kann bei widrigen Bedingungen jedoch eine Safety-Car-Phase absolviert werden, damit die Fahrer sich mit dem Zustand der Strecke vertraut machen können.

Strafen

Zweikämpfe und Kollisionen sollen 2017 individueller beurteilt werden. Nachdem in den vergangenen Jahren bei so gut wie jedem harten Duell oder jeder Berührung Strafen ausgesprochen wurden, werden die Rennleiter in dieser Saison wieder freie Hand bei der Entscheidungsfindung haben. Damit sollen die Fahrer dazu animiert werden, wieder instinktiv, und ohne die Angst vor Strafen im Hinterkopf, gegeneinander zu kämpfen. Sollte es zu einer Bestrafung kommen, die der betroffene Fahrer nicht mehr während des Rennverlaufs absitzen kann, kann die Strafe in eine Startplatzstrafe für den folgenden Grand Prix umgewandelt werden. Neu ist auch, dass diese Strafen als Tatsachenentscheidung gelten und kein Einspruch mehr dagegen eingelegt werden kann.

Safety Car & Virtuelles Safety Car

Am Ablauf der Safety-Car-Phasen hat sich für 2017 nichts geändert. Sobald das letzte überrundete Auto den Führenden überholt hat, kehrt das Safety Car am Ende der folgenden Runde an die Box zurück. Der Rennleiter muss nicht warten, bis alle überrundeten Autos hinter dem Safety Car am Ende des Feldes angekommen sind.

Mit dem virtuellen Safety Car (VSC) kann die Rennleitung in Gefahrensituationen, bei denen in der Vergangenheit die doppelte gelbe Flagge geschwenkt wurde, ein allgemeines Limit für einzelne Sektorenzeiten aussprechen. Auf den Leuchttafeln entlang der Strecke leuchten bei Aktivierung die Buchstaben VSC auf. Im Gegensatz zur normalen Safety-Car-Phase, bleiben die Abstände zwischen den Piloten bestehen.

Parc Fermé

Die Parc-Fermé-Regeln gelten, sobald ein Fahrzeug im Qualifying die Boxengasse verlassen hat. Ab diesem Zeitpunkt darf nur noch eingeschränkt an den Boliden gearbeitet werden. Neu ist 2017, dass ein Pilot bei einem Chassis-Wechsel nach dem 3. Freien Training das Rennen aus der Box aufnehmen muss.

Testfahrten

Pirelli erhält 2017 erneut zusätzliche Testtage, um die Reifen weiterzuentwickeln. Anders als im vergangenen Jahr, werden daran nicht nur drei ausgewählte Teams teilnehmen. Insgesamt sind es 25 Tage, an denen der Reifenhersteller weiterentwickeln kann. Die offiziellen Testfahrten für das gesamte Formel-1-Feld umfassen nach den acht Tage umfassenden Wintertests sechs weitere Testtage während der Saison.

Superlizenz

Das Mindestalter für die Superlizenz beträgt auf 18 Jahre. Bewerber müssen einen Test über ihre Kenntnisse des Reglements bestehen und für die vergangenen drei Jahre eine Mindestzahl von Erfolgen in anderen Rennserien vorweisen. Diese sind in einem neuen Punktesystem exakt ausgewiesen.

Helmdesign

Die Piloten dürfen ihr Helmdesign während der Saison wieder ändern - jedoch unterliegt dieses Vorgehen der Einschränkung, dass es nur bei einem Rennen im Jahr der Fall sein darf. Detailveränderungen dürfen nach wie vor ohne Restriktionen vorgenommen werden. Sollte ein Fahrer während der Saison das Team wechseln, darf er ebenfalls ein komplett neues Design bringen.

Zeitplan

Freitag
10:00 - 11:30 Uhr 1. Freies Training
14:00 - 15:30 Uhr 2. Freies Training
Samstag
11:00 - 12:00 Uhr 3. Freies Training
14:00 - 15:00 Uhr Qualifikation
Sonntag
14:00 Uhr Rennen

Fahrer- und Konstrukteurswertung

1. Platz 25 WM-Punkte
2. Platz 18 WM-Punkte
3. Platz 15 WM-Punkte
4. Platz 12 WM-Punkte
5. Platz 10 WM-Punkte
6. Platz 8 WM-Punkte
7. Platz 6 WM-Punkte
8. Platz 4 WM-Punkt
9. Platz 2 WM-Punkte
10. Platz 1 WM-Punkt

Ausführliche Informationen

Das komplette, offizielle Sportliche und Technische Reglement der FIA Formel 1 WM finden Sie auf der Internetseite der FIA: FIA Formel 1 Reglement