Es ist nicht lange her, da fielen zuerst die Namen Christian Horner, Dr. Helmut Marko und Adrian Newey, wenn nach den Köpfen hinter dem Red-Bull-Team gefragt wurde. 2026 ist das endgültig vorbei. Mit dem Ende der Formel 1-Saison 2025 war auch Markos Zeit im Team vorbei. Horner musste schon Mitte der Saison die Segel streichen und Newey ist mittlerweile Teamchef bei Aston Martin. Doch wer zieht jetzt die Fäden bei Red Bull Racing? Wir stellen euch die Schlüsselfiguren vor.
Laurent Mekies: Der neue Teamchef bei Red Bull
Wir starten mit Laurent Mekies. Der Franzose war vor seinem Job bei Red Bull Racing Teamchef bei den Racing Bulls und ersetzte Christian Horner nach seinem Rausschmiss am 09. Juli 2025. Sein erstes Rennen als Teamchef bestritt Mekies beim Belgien Grand Prix.
Doch seine Formel-1-Karriere begann schon weit vor seiner Tätigkeit im Red-Bull-Kosmos. Nämlich als Motoren-Ingenieur bei Arrows im Jahr 2001. Ein Jahr später wechselte er als Renningenieur zu Minardi - und blieb dort auch als das Team später von Red Bull übernommen und zu Toro Rosso umgetauft wurde.
Später folgten Tätigkeiten bei der FIA und Ferrari, ehe Mekies den Weg zurück nach Faenza fand. Mittlerweile bei Red Bull angekommen, sollte der Franzose wieder Ruhe und Erfolg bei den Bullen etablieren.
Unter der Führung von Christian Horner zeigten sich immer wieder Machtkämpfe um die Führung im Team, dazu folgte im Frühjahr 2024 ein Skandal rund um Chats mit einer Mitarbeiterin. Die Stimmung im Team war angespannt. Mekies bekam das nach Antritt unter Kontrolle und etablierte das Team wieder an der Spitze - unter anderem dank seiner technischen Expertise und einer ruhigeren Team-Atmosphäre.
Oliver Mintzlaff: Der Verantwortliche für das F1-Team
Unterstellt ist Mekies nur Oliver Mintzlaff. Der Österreicher ist im Red-Bull-Konzern verantwortlich für das Formel-1-Projekt und daher in alle wichtigen Entscheidungen involviert. Er ist damit das Bindeglied zwischen Formel-1-Team und Konzern.
Seit November 2022 ist er in der Rolle des CEO Corporate Projects aktiv und damit auch Mitglied der Geschäftsführung des Konzerns. Auch bei der Auswahl von Fahrern oder anderen Personalentscheidungen ist er involviert.
Pierre Waché: Ein würdiger Adrian-Newey-Nachfolger?
Der Chef des technischen Teams ist seit 2018 Pierre Waché. Damals löste er Adrian Newey in dieser Rolle ab. Genau wie Laurent Mekies begann auch seine Geschichte in der Formel 1 im Jahr 2001 - allerdings bei Pirelli.
Dort sollte der Franzose die Verbindung zwischen Reifenoberfläche und dem Asphalt untersuchen. Später wechselte er zu Michelin, ehe ihn sein Weg nach dem Michelin-Ausstieg aus der Formel 1 als Performance-Ingenieur zu BMW-Sauber führte.
Wir haben mit Pierre Waché über seinen Weg in die Formel 1, seine größten Herausforderungen und seine Zeit bei Red Bull bereits exklusiv ausführlich gesprochen. Klickt euch gerne rein.
Dort arbeitete er bis 2012. 2013 folgte der Wechsel zu Red Bull – das in den Folgejahren mit dem neuen Reglement und Renault-Motoren zu kämpfen hatte. Waché wurde 2018 zum technischen Direktor befördert. Newey trat bei den Bullen ab 2018 hingegen kürzer.
Mit dem neuen Honda-Motor 2019 wurde das Team wieder konkurrenzfähig. Die Weltmeisterschaft 2021 sowie die Dominanz zu Beginn der Ground-Effekt-Ära sind unter anderem auch Waché zu verdanken.
Gianpiero Lambiase: Max Verstappens Vertrauter
Lange bestanden Zweifel daran, ob und wie Gianpiero Lambiase bei Red Bull weitermacht, doch mittlerweile ist klar: Lambiase bleibt bei Red Bull. Sein Vertrag läuft bis 2027. Gerüchte rund um einen Wechsel zu einem Konkurrenz-Team bewahrheiteten sich nicht.
Lambiase ist Max Verstappens Renningenieur – schon seit dem Wechsel des Niederländers zu den Bullen 2016. Seit 2024 ist er dazu Head of Racing bei Red Bull.
Seine Karriere in der Formel 1 begann 2005 bei Jordan – und dem später daraus entstehenden Force India (heute Aston Martin. 2015 wechselte Lambiase zu Red Bull – zunächst als Renningenieur von Daniil Kvyat, ehe Max Verstappen diesen ersetzte.
«GP» ist für Verstappen im Team immens wichtig. Besonders weil er weiß, wie er mit ihm umzugehen hat, auch in schwierigen Momenten, in denen Verstappen am Funk temperamentvoller wird. Funksprüche zwischen den beiden sorgen während der Rennen immer wieder für Unterhaltung. Nicht zuletzt deswegen - und mittlerweile über 70 gemeinsamen Rennsiegen ist das Vertrauensband zwischen beiden stark.
Hannah Schmitz: Red Bulls leitende Strategie-Ingenieurin
Ein weiteres bekanntes Gesicht an der Red-Bull-Boxenmauer ist Hannah Schmitz. Mittlerweile ist sie leitende Strategie-Ingenieurin bei den Bullen und ist daher maßgeblich an den wichtigen Strategie-Entscheidungen in der Regel beteiligt. Abgesehen davon ist sie eine der wenigen Frauen in hohen Positionen in der Formel 1.
In Katar war sie im vergangenen Jahr nach Max Verstappens Sieg auch auf dem Podium dabei. Damals holte das Team Verstappen in Runde 7 von 57 an die Box. So musste dieser mit einer maximalen Reifenbegrenzung von 25 Runden nur noch einmal an die Box. McLaren blieb draußen, musste folglich einmal mehr zum Reifenwechsel kommen - und Red Bull gewann das Rennen. So hielt Verstappen seine Titel-Chancen noch bis Abu Dhabi hoch.

Ihre Karriere bei Red Bull startete schon 2009. Damals war sie vor allem für Strategie-Simulationen zuständig. 2011 stieg sie zum Senior Strategy Engineer auf, ehe sie 2021 in ihre aktuelle Rolle befördert wurde.
Red-Bull-Abgänge in den letzten Jahren
In den vergangenen Jahren hatte Red Bull viele Abgänge zu verzeichnen. Neben den schon genannten wurde in den vergangenen Tagen auch der Abgang von Strategieleiter Will Courtenay zu McLaren bekannt. Er arbeitete schon seit Gründung des Teams für die Bullen.
Auch Chef-Designer Rob Marshall verließ das Team in Richtung McLaren. Allerdings schon 2024. Seither war McLaren die stärkste Kraft im Feld. Red Bull hingegen rutschte ab. Etwas später verließ dann Sportdirektor Jonathan Wheatley das Team.
Der Brite gewann bereits 2005 und 2006 Weltmeisterschaften mit Renault – und wechselte später zu den Bullen. Er verließ das Team letztendlich nach der Saison 2024 in der Rolle des Sportdirektors in Richtung Sauber (ab dieser Saison Audi). Dort ist er Teamchef.
Sebastian Vettel als Helmut-Marko-Nachfolger?
Einen Nachfolger für Helmut Marko hat Red Bull nicht bekannt gegeben. Allerdings hat der Österreicher selbst bereits vor einigen Monaten eine Nachbesetzung für ihn ins Spiel gebracht.
Bei Sky sagte der Österreicher schon während der Saison 2025, dass Sebastian Vettel ein idealer Nachfolgekandidat wäre. Der äußerte sich bis jetzt allerdings eher zögernd in dieser Hinsicht. Daher bleibt die Helmut-Marko-Nachfolge bis auf weiteres ungewiss.
Red Bull und die Racing Bulls legen am 15. Januar als erste Teams mit der Präsentation ihrer neuen Boliden los. Die anderen Teams folgen. Wir ordnen im folgenden Video ein, was genau wir bei den Präsentationen wirklich gezeigt bekommen. Klickt euch rein!



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