Am vergangenen Wochenende der Formel 1 in Kanada kämpfte Fernando Alonso mit stumpfen Waffen in Form seines Aston Martins nach jeweils guten Startphasen gegen die Mittelfeld-Konkurrenz. Obwohl er das Ziel weder im Sprint noch im Rennen erreichte, war das schon gewissermaßen eine Steigerung zu den meisten vorhergehenden Grands Prix in diesem Jahr. Denn zumeist war der Honda-angetriebene Bolide des zweifachen F1-Weltmeisters zu langsam und technisch zu anfällig, um überhaupt in Kämpfe verwickelt zu werden.
Mit kaum direkten Gegnern und mit einer nach wie vor mit fahrerischen Zweifeln belasteten teaminternen Messlatte in Form von Lance Stroll ist es oft schwer, die Leistungen des 44-Jährigen zu beurteilen. Für Außenstehende jedenfalls, denn Alonso selbst hat keine Zweifel.
"Ich messe überhaupt nichts. Ich bin der Beste. Ich muss gar nichts beweisen", sagte der 2026 noch punktelose Fahrer im Rahmen des Kanada-GPs auf die Frage, wie er denn seine eigenen Leistungen einordnen kann. Wie ernst diese Aussage gemeint ist, lässt sich nicht mit Sicherheit einschätzen.
In der Vergangenheit hatte Alonso gesagt, dass er Max Verstappen für den fähigsten Fahrer in der Königsklasse hält. Allerdings war der Doppel-Weltmeister auch nie darum verlegen, sich selbst ebenfalls zu den derzeit besten Piloten zu zählen.
Alonso holt Selbstvertrauen abseits der Formel 1: "Im Kart und im GT-Auto der Schnellste"
Mit Sicherheit ohne Ironie ging ihm die darauf folgende Aussage von den Lippen: "Ich muss gar nichts fühlen, um zu glauben, dass ich auf dem richtigen Level bin." Aus der Formel 1 hat er diese Gewissheit in diesem Jahr wohl nicht immer ableiten können, denn Alonso giftete schon seit den Testfahrten, dass "der Koch" oder "das halbe Team" den AMR26 fahren könnten.
Vielmehr tankt er Selbstvertrauen in anderen Fahrzeugen. "Wenn ich auf eine Go-Kart-Strecke gehe und ich nicht der Schnellste bin, dann werde ich mir Sorgen machen. Wenn ich in ein GT-Auto steige und ich nicht der Schnellste bin, dann werde ich mir Sorgen machen", sagte der einstige Indy-500- und Rallye-Dakar-Starter.
Im Gegensatz zu einigen seiner Fahrerkollegen wie Max Verstappen oder Lance Stroll nahm der zweifache Le-Mans-Sieger in der jüngeren Vergangenheit an keinen offiziellen Rennen teil. Seine Einsätze bestanden vor allem aus Entwicklungsfahrten mit Hypercars von Aston Martin, privaten Kart-Ausflügen oder Track Days - gerne auch mal Offroad. Die letzte Rennteilnahme abseits der Formel 1 datiert auf 2021, als er bei einem 24-Stunden-Kartrennen in Abu Dhabi an den Start ging.
Dass sich Alonso abseits der Formel 1 an anderen Rennaktivitäten ausprobiert, hilft ihm auch, seine Konkurrenzfähigkeit für die Königsklasse zu erhalten, ist der Asturier überzeugt: "Ich fahre verschiedene Kategorien, verschiedene Autos und teste mich dort aus, um mich konkurrenzfähig zu fühlen."
"Solange ich das tue und dabei immer noch der Schnellste bin, dann geht es, wenn ich zu einem Formel-1-Wochenende komme, nur noch darum, dass ich ein besseres Auto habe", beschreibt der derzeit älteste Fahrer des Sports sein Selbstverständnis.



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