+++ Der Bericht zum Großbritannien GP +++

Goodbye! Until next time!

Das finale Rennergebnis ist da und das ist nach diesem Untersuchung- und Strafen-intensiven Tag das Zeichen für uns, Schluss zu machen. Ehe die FIA noch weitere, nie genutzte Strafen aus dem Hut zaubert. Wir bedanken uns fürs Mitlesen über das ganze Wochenende und freuen uns, wenn ihr auch das nächste Mal wieder dabei seid. Mit der Formel 1 geht es in zwei Wochen in Belgien, auf dem ikonischen Circuit de Spa-Francorchamps, weiter. Ach, Eau Rouge... Wir freuen uns schon sehr darauf, auch wenn es wohl wieder ein Energie-Fiasko wird. Bis dahin laden wir euch ein, noch weiter auf unserer Seite zu bleiben, da gibt es heute und morgen noch einige Artikel zum Rennen und allen Themen rundherum. Falls ihr nichts verpassen wollt, folgt uns auf Social Media und unserem WhatsApp-Kanal. Dort posten wir immer, wenn ein neuer Artikel rauskommt, manchmal auch Behind-the-Scenes-Einblicke in unseren Redaktionsalltag. Dann bis in zwei Wochen und für heute ein letztes Mal: Goodbye aus Silverstone!

Finales Rennergebnis nach Sainz-Strafe

Da eine Strafrunde so selten vergeben wird, waren wir uns bis jetzt nicht ganz sicher, auf welchen Platz Carlos Sainz zurückfallen würde. Die FIA hat nun das finale Rennergebnis hinausgegeben. Sainz fällt von P12 auf P17 zurück. Damit wird er noch vor den zwei Aston Martins gewertet, die beide ebenfalls eine Runde zurückliegen. Vor dem Safety Car waren sie bereits zweimal überrundet worden. Da Mercedes auch nicht mehr plant, das Ergebnis anzufechten, steht nun das fixe Resultat fest. Das könnt ihr auch hier einsehen:

Charakterbildendes Wochenende für Hülkenberg

Nico Hülkenberggeht ein weiteres Mal ohne Punkte nach Hause. Er konnte 2026 noch keinen einzigen Zähler einfahren. "Es war ein charakterbildendes Wochenende", fasst der Deutsche es zusammen. "Das hat schon am Start begonnen, es ist einfach nicht nach unseren Vorstellungen gelaufen. Wir waren immer im Hintertreffen. Dann war das, ich weiß gar nicht, Getriebeproblem, weswegen wir aufgeben mussten." Als erfahrender Formel-1-Pilot weiß er aber, dass man durch solche Täler durch und dranbleiben muss. Dass Gabriel Bortoleto mit Platz acht vier Punkte für Audi holen konnte, dürfte auch ein Trostpflaster sein.

FIA-Begründung zu unbekannter Strafe

In der Strafbegründung erläutern die Stewards auch noch einmal die komplizierte Situation. Sainz war bei Safety-Car-Linie 1 eine Runde hinten, durch streckenspezifische Umstände hatte er sich aber für eine kurze wieder aufgerundet. Daher war er zur relevanten Zeit nicht berechtigt, sich zu entrunden. Trotzdem tat er das. "Die Stewards haben notiert, dass Auto 55 nach seinem Boxenstopp wieder überrundet war. Die Stewards verstehen, dass die einzigartigen Streckenbedingungen und die Abfolge der Events zu einer Verwirrung des Teams beigetragen hat", lautete die einzige Nachsicht der Stewards. Der Williams-Repräsentant hat laut Dokument zugegeben, dass dem Team zwei Fehler passierten: Einerseits realisierte man nicht, dass Sainz sich an einem gewissen Punkt entrundet hatte. Andererseits hat man übersehen, dass Sainz nicht auf der Liste der überrundeten Fahrzeuge stand und daher keine Berechtigung hatte, nach vorne zu fahren. Den Stewards steht laut Artikel 12.4.1.i des FIA Internationalen Sporting Codes eine Strafrunde als Strafe zur Verfügung und sie sahen es als angebrachteste Bestrafung in dieser Situation.

Williams in kuriosem Fall ungewöhnlich bestraft!

Die Entscheidung um Williams und Carlos Sainz' kompliziertes, nicht erlaubtes Zurückrunden ist gefallen und die Strafe ist sehr ungewöhnlich. Weil er sich entrundete, obwohl er laut FIA-Liste keine Berechtigung dafür hatte, bekommt Sainz eine ganze Strafrunde aufgebrummt. Das ist eine Strafe, die in der Formel 1 unbekannt ist. Man kennt aus der MotoGP oder auch der DTM eine sogenannte Long-Lap-Penalty, bei der die Fahrer einen Streckenabschnitt mehr fahren müssen, aber in der Formel 1 gibt es sowas nicht. Wir können uns auch nicht erinnern, dass es so eine Strafe jemals schon gegeben hätte.

Endgegner Track Limits: Stroll holt Strafe nach Strafe

"Was war zuerst da? Huhn oder Ei?", ist eine klassische philosophische Frage. Eine weitere wäre: "Mit welchem Auto ist es schwerer, um die Kurven in Silverstone zu fahren? Ein kaputter Mercedes oder ein heiler Aston Martin?" Lance Stroll ließ uns heute nicht wundern. Insgesamt sechsmal war er außerhalb der weißen Linie. Ab dem vierten Vergehen wird man dafür mit fünf zusätzlichen Sekunden abgestraft, wie Antonelli heute auch zu spüren bekam. Stroll holte sich also alles in allem 15 Sekunden ab. Seine Lieblingsstellen waren Kurve 9 und 18, einmal war er auch in Kurve 15 drüber. Wenigstens ist es bei Aston Martin ohnehin egal.

Überrundete: Teams müssen Liste selbst checken

Was sich eigentlich anhört wie ein Fehler der FIA, deren Liste nicht richtig war - faktisch war es ja so, dass Sainz eine Runde hinten war - liegt tatsächlich in der Verantwortung der Teams. Williams hätte selbst checken müssen, ob sie auf der Liste der berechtigten Autos stehen und wieder aufholen durften. Das haben sie verpasst. Man nahm wohl an, dass man ohnehin darauf steht, weil man ja eine Runde hinten war. Dass das System die Liste zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt für Sainz erstellte, war ein blöder Zufall. Dass man es durchaus kritisch sehen kann, dass die FIA diese Erfassung an der Ziellinie macht und nicht an der etwas früheren Safety-Car-Linie, womit wir gar nicht in diese Situation gekommen wären, ist auch wahr. Wir sind jedenfalls gespannt, wie die Rennkommissare den Fall auflösen. Denn dafür müssen sie wohl oder übel einen eigenen Fehler zugeben. Sainz war auf der Strecke eine Runde hinten, die Liste war also falsch. So viel ist Fakt.

So kam es zum Verstoß

Wer sich jetzt denkt: Aber Sainz war doch in R51 eine Runde hinter Leclerc? Der hat auch recht. Wir versuchen, zu erklären. Als das Safety Car in Runde 48 ausgerufen wurde, war Sainz hinter Leclerc. In Runde 49, Sainz' 48, kam der Williams hinter dem Ferrari an die Box zum Reifenwechsel. Weil die Boxeneinfahrt in Silverstone aber vor der letzten Kurvenpassage ist, dauert der Weg bis zur Ziellinie für Sainz kürzer als für Leclerc. Sainz ist also früher als Leclerc auf Höhe der Ziellinie gewesen (zwar in der Boxengasse, aber das zählt trotzdem) und hat sich damit für einen sehr kleinen Zeitraum entrundet gehabt, da er ja vor Leclerc übers Ziel gegangen ist. Genau in diesem kleinen Zeitraum nahm die FIA Inventar auf, wer sich später entrunden darf. Obwohl Sainz, als er wieder aus der Boxengasse kam, hinter Leclerc und damit eine Runde hinten war, stand er nicht auf der Liste der Autos, die beim Safety Car wieder aufholen durften. Weil er trotzdem vorgefahren ist, droht dem Team eine Strafe.

Kuriose Untersuchung um Williams

Eine Untersuchung haben wir am heutigen Tag noch zu vermelden: Williams muss bei den Stewards vorsprechen, weil sie vielleicht gegen das Safety-Car-Prozedere verstoßen haben. Der Grund ist aber ein bisschen kompliziert, deshalb eines nach dem anderen: Dem Team wird vorgeworfen, dass Carlos Sainz in Runde 51 ohne Erlaubnis am Safety Car vorbeifuhr, um sich zurückzurunden. Laut den Aufzeichnungen der FIA war Sainz nicht dazu berechtigt, zusammen mit den überrundeten Autos wieder ans Ende des Felds aufzuschließen.

Mercedes doch kein Right of Review?

Im ORF hat Toto Wolff nach dem Rennen noch anklingen lassen, dass man Einspruch gegen die Strafe von Antonelli und damit das Rennergebnis einlegen möchte. Doch nach neuen Informationen von Motorsport-Magazin.com ist man wohl von diesem Plan abgewichen. Das Ergebnis des Großbritannien GP sollte also so stehen, wie gehabt. Mehr zum Right of Review und Wolffs Aussagen gibt es hier:

So machte sich Hamilton trotzdem strafbar

Was ließ sich Hamilton unter Gelb zu Schulden kommen? "HAM ist in den relevanten Sektor gefahren, kurz bevor das Lichtpanel Gelb zeigte oder die gelbe Flagge ausgelöst wurde. Davor gab es kein Anzeichen. Das erste Lichtpanel nach Kurve 9 kurz vor Kurve 10 zeigte Gün. Das gelbe Signal auf dem Lenkrad wurde erst gegen Ende des gelben Sektors angezeigt", so die Erklärung. Hamilton passierte Nico Hülkenbergs abgestellten Audi also, ohne wirklich von der gelben Flagge zu wissen. Daher erkennen die Stewards an, dass die Zeit, die Hamilton für eine Reaktion auf Gelb hatte, sehr knapp war. Sie akzeptierten auch, dass Hamilton kurz vorher in ein Überholmanöver gegen Verstappen involviert war und eine Gegenattacke erwartete. Daher schaute er hauptsächlich in seine Spiegel und nicht auf die Lichtpanelle neben der Strecke. Trotzdem verlangsamte Hamilton nicht genügend unter einer gelben Flagge, weshalb sie ihn verwarnten.

Offiziell: Freispruch für Hamilton

Gerade kam die Meldung herein und wir dürfen hochoffiziell verkünden: Lewis Hamilton behält sein Silverstone-Podium! Die FIA hat soeben das Dokument rausgegeben und die Strafe verkündet. Denn Hamilton wird bestraft, nur nicht mit einer Zeitstrafe. Er bekommt eine Verwarnung (Reprimand), seine erste der Saison. Das wird erst ab fünf Verwarnungen mit einer Strafversetzung abgemahnt. Also dürfte es Hamilton ziemlich egal sein.

FIA erklärt Verwirrung um Safety Car

Für Verwirrung sorgte das spontane Hin und Her beim Safety Car in der vorletzten Runde. Zuerst wurde es vor dem Start der 52. Runde von der Strecke geordert, dann plötzlich kam die Meldung, dass es wieder hinausgeschickt ergo draußen bleiben würde. Den Vorfall erklärte die FIA jetzt: "Die Safety-Car-Perioden-Regel, Artikel B5. 13.5, besagt, dass nach der Aufhebung der Überrungen eine Runde gefahren werden muss. Dieser Prozess wurde von der Race Operation eingehalten. Die Nachricht 'Safety Car in dieser Runde' wurde fälschlicherweise wegen eines Software-Fehlers ausgespielt", heißt es von offizieller Seite. Erst in Runde 51 / 52 wurden die überrundeten Autos vorbeigelassen, womit das Rundenlimit mit der zusätzlichen Lap erreicht war.

Inoffiziell: Hamilton darf Podium behalten

Noch lassen sich die Stewards mit der Entscheidungsverkündung um Lewis Hamiltons Gelb-Vergehen Zeit. Nachdem ihn schon Sky UK für unschuldig erklärte, können wir das jetzt auch tun: Während seiner Medienrunde bekam Ferrari-Teamchef Fred Vasseur eine Nachricht. Christian hat dann leise gefragt, ob es darin um Hamilton ginge. Seine Antwort: "Keine Strafe." Damit herzlichen Glückwunsch an Hamilton zu seinem 15. Heimpodium und unser Beileid an alle Lando-Norris-Fans, er bekommt das Podium nicht nachträglich. Jetzt müssen wir nur noch auf die offizielle Bestätigung der FIA warten.

Verstappen: Will nicht mehr an Formel 1 denken

"Schmerzhaft, frustrierend", sind die Worte, die Verstappen nach seinem Ausfall findet. "Du versuchst alles. Ich bin schon das ganze Wochenende nicht glücklich mit der Balance. Dann fehlt mir auch noch Top-Speed. Wäre es meine Entscheidung gewesen, wäre ich von der Boxengasse gestartet", verrät er. Nach den frustrierenden Tagen in Silverstone freut er sich nur noch auf eins: "Ich freue mich, nach Hause zu fahren und nicht an die Formel 1 zu denken." Das hört sich für Verstappen-Fans, die auf einen Verbleib seinerseits in der Königsklasse hoffen, nicht gut an.

Red Bull liefert erste Erklärung & Entschuldigung

Aus der Perspektive von Red Bull war der Crash bitter, denn in Silverstone sind sie mit Verstappen ums Podium gefahren. "Es war sehr schade, Max war zu diesem Zeitpunkt sehr schnell, vor allem im Vergleich zu gestern (Sprint). Wir entschuldigen uns bei ihm. Wenn das Auto zurück ist, werden wir analysieren, was das Problem war. Aus den Daten können wir ablesen, dass wir ein Problem am Heck hatten, dass ihm keine Chance gegeben hat", so Teamchef Laurent Mekies. Der Franzose weiß um die Grenzen des RB22: "Die Fahrbarkeit ist seit Beginn der Saison eine Limitation. Jeder arbeitet hart. Aber wir müssen im Vergleich zur Konkurrenz noch arbeiten, das ist klar. Es ist nicht eine spezielle Sache, sondern viele kleine Dinge, um das Paket zu verbessern.

Warum crashte Verstappen ungefährdet?

Die verwunderliche Situation, die das Schluss-Safety-Car überhaupt auslöste, war Max Verstappens Crash. Er flog in Stowe ganz ohne Fremdeinwirkung und ohne großen Stress einfach ab. Nach dem Rennen versucht er sich um eine Erklärung: "Es war das gleiche Problem wie in Österreich", so der sichtlich frustrierte Red-Bull-Pilot bei Sky Deutschland. "Der Heckflügel hat sich nicht ganz geschlossen. Dann verlierst du viel Downforce und drehst dich von der Strecke. Einmal ist es in Ordnung, ein zweites Mal wird es gefährlich für mich. Die Ursache dafür war eine andere, aber das, was passiert ist, ist dasselbe. Das kann natürlich nicht sein." Schon in Spielberg flog Verstappen im Qualifying in einer sehr ähnlichen Situation und Kurve ab, direkt nachdem er die aktive Aerodynamik am Heck schloss. Es ist ein weiterer Eintrag in einer nervigen Saison für ihn. "Am meisten nervt mich, dass wir so viele Probleme haben. Aber auch, dass wir zu langsam sind." Ob eine Besserung in Sicht ist, ist derzeit schwierig zu sagen, so Verstappen.

Leclerc froh über Rennende: Safety Car hat gebummelt

Obwohl Leclerc weiß, dass es für die Fans nicht das beste Ende zu einem Grand Prix war, war er selbst doch ganz froh, dass er sich bei einem Restart nicht noch verteidigen musste. "Aus irgendeinem Grund sind wir hinter dem Safety Car nur 120 km/h gefahren. Ich glaube, weil ein paar Überrundete an uns vorbei mussten. Meine Reifen waren richtig kalt, deswegen hatte ich Bedenken bei einem Restart", so der Rennsieger. Das Safety Car fuhr wohl so langsam durch die Highspeed-Kurven, weil man den Hinterbänklern Zeit geben wollte, wieder aufzuschließen, um das Rennen noch einmal zu eröffnen. Man entschied sich dann aber doch noch ganz spontan um, was zumindest unter uns zur Verwirrung führte. "Es ist nicht toll für Fans, aber im Helm habe ich mich darüber gefreut", erzählt Leclerc.

Hamilton laut Sky UK schon freigesprochen

Die große Frage nach dem Rennen ist: Darf Lewis Hamilton sein Podium behalten? Er wird noch immer wegen eines Vergehens unter Gelb untersucht. Die Anhörung war auf 18 Uhr angesetzt. Dass diese Entscheidung immer etwas dauern, ist aber normal. Doch die Kollegen von Sky UK wollen wohl schon wissen, dass ihr Lokalmatador sein 15. Silverstone-Podium behalten darf. Laut dem britischen Fernsehsender ist Hamilton freigesprochen. Eine offizielle Entscheidung der FIA liegt uns aber noch nicht vor, weshalb wir noch vorsichtig sind.

Hamilton: Charles war einfach schneller

Für Lewis Hamilton war es nicht der erhoffte 10. Heimsieg. Den ersten Fehler machte er schon am Start. "Ich war schon am Start drüber, dann hatte Charles einfach mehr Pace als ich. Ich hatte Probleme mit der Balance des Autos. Ich habe alles gegeben, aber ich hatte es heute nicht in mir. Ich bin froh, hier (auf dem Podium) zu sein", so Hamilton. Dennoch ist der Ferrari-Sieg ein gutes Zeichen. Können die Roten Mercedes angreifen? "Sieht so aus. Ich bin mir nicht sicher, was mit Kimi passiert ist. Aber das Team macht einen phänomenalen Job. Wir haben noch zu tun, um die Lücke final zu schließen, aber schau dir diese Resultate an. Zwei Siege schon dieses Jahr, das ist fantastisch."

Russell holt erstes Heim-Podium: Unglück, dann Glück

Zur Rennmitte sah es nicht so aus, als würde George Russell bei seinem Heimrennen vom Podium grinsen. Nachdem er einen zweiten ungeplanten Boxenstopp wegen eines schleichenden Reifenschadens einlegen musste, hat er sich mithilfe von Pace, Ausfällen vor ihm und dem Safety Car aber wieder nach vorne gekämpft. "Es ist mein erstes Podium daheim, es fühlt sich toll an, hier zu stehen. Im Rennen hatte ich zuerst Pech, dann Glück mit dem Safety Car." Während Leclerc das Ende nicht optimal fand, ist Russell dankbar, dass es keinen Restart gab: "Für die Fans wäre es toll gewesen, aber ich war froh, dass ich den Platz heil nach Hause bringen konnte. Meine Reifen waren eiskalt." Es ist ein gutes Ergebnis nach einem harten Wochenende.

Leclerc: Endlich ist das Gefühl wieder da!

Nach 623 Tagen gewinnt Charles Leclerc endlich wieder ein Formel-1-Rennen. Nach einer harten Saison bisher ist die Genugtuung riesig beim Monegassen. "Es fühlt sich unglaublich an. Nach den letzten paar Wochenenden, die ziemlich schwer für mich waren, zu gewinnen... Ich bin unglaublich glücklich", freut er sich. Sein Sieg ist der nötige Beweis, dass er sich mit dem SF-26 wieder zusammengerauft hat. "Wir haben viel Arbeit hineingesteckt, damit ich das Gefühl im Auto wiederbekomme. Ich habe schon gestern zwischen Sprint und Qualifying gedacht, dass ich etwas gefunden habe. Ich musste es noch bestätigen, aber heute war das Gefühl wieder dort, wo es sein muss. Wir haben alles gut hinbekommen. Ich hoffe, ich kann den Schwung jetzt mitnehmen."

Warum kam Antonelli nicht an die Box?

Nachdem Antonelli wegen des Schadens zweimal an die Box kam, war es noch immer nicht behoben. Trotzdem blieb er auf eigenen Wunsch draußen. "Ich hätte ihn schon zehn Runden früher wegen Sicherheitsbedenken hineingeholt, weil das Auto nicht mehr gelenkt hat", gibt Wolff im ORF zu. "Aber er hat sich von Runde zu Runde weitergehantelt. Er wollte den einen oder die zwei Punkte machen." Antonelli kämpfte mit dem havarierten Auto wie ein Löwe und boxte es noch über die Ziellinie, auch wenn es wegen der Strafe kein Punkt mehr wurde. "Ich hoffe, dass diese Szene am Ende des Jahres widerspiegelt, wie er da hingehalten hat. Aber im Moment tut es weh", so Wolff.

Der Grund für Antonellis Schaden

Aber was war der Grund für Antonellis Schaden? Im Rennen konnte es der junge Italiener nicht genau sagen, auch das Team war etwas ratlos, warum das Wheelshield sich plötzlich eigenständig machte und zwischen Rad und Nase plötzlich steil nach oben stand und auf einer Seite für einen extremen Anstieg der Downforce sorgte. Wolff gibt einen ersten Einblick: "Wir glauben, es kam durch den Kerb in Kurve 9 (Copse)." Dort ist Antonelli relativ aggressiv drübergebrettert, danach hat sich das Teil gelöst. "Der Kerb ist unheimlich hoch, er hat richtig hingepusht. Aber das ist keine Entschuldigung. Das darf nicht brechen, vor allem nicht in der Kurve. Wir müssen analysieren, wie stark die Kräfte dort gewirkt haben. Das darf nicht sein."

Wolff zu Antonelli-Schaden: So kannst du nicht um WM fahren

Es ist ein bittersüßer Tag für Toto Wolff. Mit George Russell hat Mercedes ein Podium. "Den hat George sich auch verdient, weil in den letzten Wochen ist es für ihn nie rund gelaufen", kann sich der Teamchef bei Sky Deutschland für seinen Fahrer freuen. Doch der Schmerz über Antonellis Ausfall scheint doch tiefer zu sitzen: "Mir tut vor allem Kimi leid. Dass er in großen Schritten auf Leclerc zukam und dann hat es ihn sechs Runden vor Schluss erwischt. Das hätte großes Racing werden können. Er hatte so viel Pech mit Ausfällen." Im ORF legt er nochmal nach: "Das ist der dritte Ausfall bei drei Rennen, die wir gewinnen hätten können. So kannst du nicht um die WM fahren, wenn du 75 Punkte liegen lässt." Da zählt er auch den Ausfall von Russell in Kanada sowie von Antonelli in Barcelona hinein.

Nächstes Rennergebnis angefochten? Wolff-Aussagen deuten Right of Review an

Das Schicksal, das Hamilton möglicherweise bevorsteht, ist Antonelli passiert. Doch wie Toto Wolff im Interview mit ORF verrät, will man die Fünf-Sekunden-Strafe für Track Limits nicht unkommentiert annehmen. "Wir werden versuchen, die Strafe wegzumachen. Ja, er hat Track Limits überschritten, aber das Auto hat nicht gesteuert", so der Teamchef. Nach dem Anpassen des Monaco-Ergebnisses könnte Mercedes damit sogar Erfolg haben. Track-Limit-Überschreitungen sind in Ordnung, wenn sie aus einem technischen Grund nicht eingehalten werden können - zum Beispiel ein Aufhängungsschaden.

Hamilton untersucht: Podium in Gefahr

Hamilton holt sein 15. Podium in Silverstone, doch darf er das auch behalten. Er wurde während des Safety Cars für ein Vergehen unter der gelben Flagge notiert. In wenigen Minuten muss er bei den Stewards vorsprechen. Sollte es eine Strafe von auch nur fünf Sekunden geben, könnte das ein Desaster sein. Da das Rennen hinter dem Safety Car zu Ende ging, sind die Abstände zwischen den Fahrern extrem eng. Fünf Sekunden zusätzlich würden ihn weit aus den Punkterängen werfen.

Russell am Funk von Wolff korrigiert

Für George Russell hatte ein schweres Wochenende mit einem P2 ein gutes Ende. Noch besser, weil sein WM-Konkurrent Antonelli ohne Punkte abreist. "Danke, dass ihr dabeigeblieben seid", bedankt er sich am Funk bei seinem Team. "Aber wir müssen diesen Straight-Line-Speed in den Griff bekommen. Das war ein sonst sehr frustrierendes Wochenende. Wir hatten Glück mit dem Ende", tadelte er seine Crew aber auch. Dass Antonelli auf der Geraden 3 bzw. 6 km/h schneller ist, bemängelte Russell schon die letzten Tage. Da schaltet sich sogar Big-Boss Toto Wolff ein: "Ja, George, ich glaube, der Straight-Line-Speed war im Rennen schon in Ordnung", korrigiert er seinen Fahrer.

Fahrer-Voting: Jetzt abstimmen

Wir befassen uns gleich mit allen Themen des Rennens, also unbedingt dabei bleiben. Aber ein kleiner Hinweis: Das MSM-Fahrervoting ist schon freigegeben und ihr könnt jetzt abstimmen, wer für euch der beste Fahrer des Wochenendes war!

Leclerc in Ekstase am Funk

"Harte Zeiten dauern nie ewig, harte Menschen halten...", will Bryan Bozzi seinem Sieger eigentlich am Funk sagen, doch Leclerc ist so voller Freude, dass er ihn nicht aussprechen lässt. "Let's go! Let's go!", jubelt er mit voller Brust. "Endlich! Dieser Sieg fühlt sich besondes gut an, auch wenn ich mir ein besseres Ende gewünscht hätte. Harte Arbeit zahlt sich aus. Und wie du gesagt hast: Harte Zeiten halten nicht ewig, harte Menschen schon. Wuhu!"

Antonelli nach hinten gereicht

Das Ende hinter dem Safety Car ist ganz bitter für Kimi Antonelli, der durch seine Fünf-Sekunden-Strafe nach hinten durchgereicht wird. Statt P9 ist es dann nur noch P16. Ein enttäuschender Abschluss für einen harten Kampf. Noch schmerzhafter ist es für ihn, dass sein Teamkollege und WM-Konkurrent George Russell auf dem Podium steht.

ENDE: Leclerc gewinnt! Ferrari schmeißt Doppelsieg bei Jubiläum weg

CHARLES LECLERC GEWINNT DEN GRAND PRIX IN SILVERSTONE! Hinter dem Safety Car kommt Leclerc als Erster über die Ziellinie. Es ist sein erster Sieg seit Austin 2024 und der 250. Sieg für die Scuderia Ferrari. Und das genau 75. Jahre nach dem ersten Rennen der Scuderia! Mit dem späten Boxenstopp von Hamilton haben die Roten aber einen Doppel-Sieg verbaut, Hamilton kommt auf P3 nach Hause.

+++ Das Rennen im Session-Ticker +++

Großbritannien GP

Rennen, Runde: 52 / 52, Sonnenschein

Charles LeclercFerrari1
George RussellMercedes-AMG   +0.422
Lewis HamiltonFerrari   +0.773
Lando NorrisMcLaren   +1.144
Isack HadjarRed Bull   +1.595
Liam LawsonRacing Bulls   +2.026
Arvid LindbladRacing Bulls   +2.217
Gabriel BortoletoAudi F1 Team   +2.418
Franco ColapintoAlpine   +3.229
Pierre GaslyAlpine   +3.4410
Oscar PiastriMcLaren   +4.0111
Carlos Sainz jr.Williams   +4.3912
Oliver BearmanTGR Haas F1 Team   +5.2413
Esteban OconTGR Haas F1 Team   +5.5114
Sergio PérezCadillac F1 Team   +7.4015
Kimi AntonelliMercedes-AMG   +8.0016
Valtteri BottasCadillac F1 Team   +8.1617
Fernando AlonsoAston Martin F1 Team   +1 L18
Lance StrollAston Martin F1 Team   +1 L19
Max VerstappenRed Bull20
Alexander AlbonWilliams21
Nico HülkenbergAudi F1 Team22
Positionen Großbritannien GP
1Charles Leclerc
Ferrari

2 Stopps
2George Russell
Mercedes-AMG
  +0.42
2 Stopps
3Lewis Hamilton
Ferrari
  +0.77
2 Stopps
4Lando Norris
McLaren
  +1.14
3 Stopps
5Isack Hadjar
Red Bull
  +1.59
3 Stopps
6Liam Lawson
Racing Bulls
  +2.02
2 Stopps
7Arvid Lindblad
Racing Bulls
  +2.21
2 Stopps
8Gabriel Bortoleto
Audi F1 Team
  +2.41
2 Stopps
9Franco Colapinto
Alpine
  +3.22
2 Stopps
10Pierre Gasly
Alpine
  +3.44
2 Stopps
11Oscar Piastri
McLaren
  +4.01
3 Stopps
12Carlos Sainz jr.
Williams
  +4.39
2 Stopps
13Oliver Bearman
TGR Haas F1 Team
  +5.24
2 Stopps
14Esteban Ocon
TGR Haas F1 Team
  +5.51
2 Stopps
15Sergio Pérez
Cadillac F1 Team
  +7.40
2 Stopps
16Kimi Antonelli
Mercedes-AMG
  +8.00
3 Stopps
17Valtteri Bottas
Cadillac F1 Team
  +8.16
2 Stopps
18Fernando Alonso
Aston Martin F1 Team
  +1 L
2 Stopps
19Lance Stroll
Aston Martin F1 Team
  +1 L
2 Stopps
20Max Verstappen
Red Bull

2 Stopps
21Alexander Albon
Williams

6 Stopps
22Nico Hülkenberg
Audi F1 Team

2 Stopps

17:36 UhrWir verabschieden uns damit vom Grand Prix von Großbritannien! Die nächste Station in der Formel 1 steht vom 17. bis 19. Juli in Spa-Francorchamps an. Wir wünschen bis dahin eine gute Zeit und freuen uns auf ein Wiedersehen auf der Ardennenachterbahn!

17:33 UhrPlatz acht für Gabriel Bortoleto ist Audis bestes Ergebnis in der Formel 1 - und das erste Punkteresultat seit dem Auftakt in Australien.

17:33 UhrHamilton wird nach dem Rennen auch noch wegen eines Gelbvergehens untersucht. Vielleicht verliert er sogar noch das Podium.

17:32 UhrGeorge Russell wird Zweiter. Ferrari verschenkt mit dem späten Pitstop für Lewis Hamilton einen sicheren Doppelsieg.

17:31 UhrZielflagge! Charles Leclerc gewinnt zum neunten Mal in der Formel 1!

17:29 UhrDie Info stand auf "Safety Car Ending", aber es fährt weiter! Wir sehen ein Finish unter Gelb!

17:28 UhrKein Restart!

17:27 UhrDie überrundeten Autos dürfen jetzt das Safety Car überholen und sich der Lead Lap anschließen. Beim Restart werden sie aber nicht am Feld dran sein. Dafür gibt es einen direkten Kampf zwischen den Fahrern an der Spitze.

17:26 UhrRussell ist beim Restart gleich auf 16 Runden alten Mediums, Antonelli hat 7 Runden alte Mediums. Alle anderen haben frische Softs.

17:25 UhrVerstappens Auto wurde geborgen. Wir sehen wohl noch einen Sprint über eine Runde.

17:23 UhrWir sind in der 50 von 52 Runden. Das Safety Car ist immer noch draußen.

17:23 UhrHamilton wurde von der Rennleitung für ein Gelbvergehen notiert.

17:22 UhrVerstappen hat in Stowe einfach das Heck verloren. Der Unfall gleicht seinem Abflug im Qualifying in Österreich.

17:21 UhrHamilton und Norris kommen auch rein. Falls es noch einen Restart gibt, sind fast alle auf dem Soft-Reifen. Russell war nicht drin, er hat dadurch P2 von Hamilton übernommen.

17:20 UhrLeclerc kommt zum Pitstop, auch Hadjar, Lawson, Lindblad, Bortoleto, Colapinto waren drin.

R 51 / 52: Safety-Car-Ende! Doch nicht

Und das Rennen wird wieder freigegeben und los geht's!... Oder doch nicht? Eigentlich hat die Rennleitung vermeldet, dass das Rennen noch einmal freigegeben wird. Das Safety Car hätte reinkommen sollen, doch kurz vor der Boxengasseneinfahrt kommt die Meldung, dass das Safety Car wieder rausgeschickt wird. Der Rennleiter hat sich also kurz noch umentschieden. Damit endet das Rennen hinter dem Safety Car.

R 51 / 52: Schlusssprint?

Die vorletzte Runde bricht an und die überrundeten Autos dürfen sich nun entrunden. Damit könnte maximal eine Runde bleiben, wenn das Rennen noch einmal freigegeben wird. Russell hat mit 22 Runden alten Medium-Reifen die ältesten drauf, sollte es zu einem Schlusssprint kommen. Ferrari wird ein Doppelpodium weggeschmissen haben, weil sie reingekommen ist. Oder vielleicht ist es auch ein schlauer Schachzug gewesen, wir werden sehen. Das Safety Car befindet sich gerade in Chapel, die Bottas hat die Ziellinie überquert, das könnte sich ausgehen.

R 48 / 52: Verstappen fliegt ab! Safety Car

Als wäre das Drama um Antonelli nicht genug, fliegt auch Verstappen in Stowe ab! Der Red Bull steckt im Kies fest, Verstappen hat nach dem Schließen des Heckflügels das Auto verloren und ist damit auch raus aus dem Rennen. "Ich stecke fest. Mann, scheiß auf dieses Auto. Fucking unglaublich. Scheiß drauf", schimpft er am Funk. Er war mit P3 auf Podiumskurs. Ein Safety Car wird auf die Strecke geschickt, das nutzen einige Fahrer für einen Boxenstopp, unter anderem Hadjar und Ferrari. Beide nutzen gebrauchte Softs. Damit ist Russell auf P2 hinter Leclerc. Ob das Rennen noch einmal freigegen wird, ist fraglich. Jetzt wird Hamilton wegen eines Gelb-Vergehens notiert.

R 47 / 52: Antonelli-Drama geht weiter - Track Limits

Antonelli kommt nochmal an die Box, die Mercedes-Crew reißt das Karbonstück weg. Doch auch das hilft wohl nicht. Die Balance des W17 ist hinüber, er und Bonnington debattieren darüber, ob er das Rennen beenden soll oder nicht. Antonelli ist jetzt in P10, ein Punkt wäre noch drin. Antonelli will das Rennen beenden: "Ich will es beenden." Dabei steht sein Lenkrad nicht mehr gerade. Jetzt bekommt er auch noch eine Fünf-Sekunden-Strafe für Track-Limits, weil er das Auto nicht auf der Strecke halten konnte. Colapinto hinter ihm hat 2,6 Sekunden Rückstand.

R 43 / 52: Antonelli-Drama! Mit Schaden an der Box

Gerade wollten wir Lance Strolls dritte 5-Sekunden-Strafe für Track Limits vermelden, da zerstört Antonelli unsere Pläne. "Etwas ist kaputt im Auto! Etwas ist kaputt", schiebt er Panik am Funk. Mehr Informationen kann er nicht geben. Er muss die Jagd um den Rennsieg abbrechen und kommt an die Box, bekommt eine neue Nase. Er fährt wieder raus, doch die Probleme gehen weiter. "Es ist etwas Fundamentales. Es ist die Aufhängung", ist er weiter panisch. Er verliert Platz nach Platz, Norris geht vorbei, Hadjar auch. "Wir denken es ist ein Wheel-Shield", so Bonnington. Da bekommen wir die Szenen nachgeliefert: Ein Karbonteil zwischen linkem Vorderrad und Nase hat sich gegen die Radaufhängung gedrückt. Damit ist die Balance komplett weg.

R 38 / 52: GELB & VSC - Hülkenberg steht in Copse

Gerade hat Hamilton Verstappen für P3 überholt, wird plötzlich ein VSC ausgerufen! Nico Hülkenberg steht am Rand in Copse und funkt über ein Problem bei der Hydraulik. Das VSC nutzt Max Verstappen sofort und holt sich frische Medium-Reifen an der Box ab. Er kommt auf P4 vor Russell heraus. Leclerc entscheidet sich gegen einen Reifenwechsel. Die Reaktion des Fahrers: "Gut, aber wir sind nicht in einer guten Verfassung."

R 36 / 52: Antonelli endlich erlöst, Audi-Drama in Boxengasse

Kurz nach seinem Teamkollegen wird Antonelli endlich erlöst, nach 35 Runden darf er endlich zum Reifenwechsel kommen. Er kommt mit neuen Hards aus der Box. Dort hat sich ein kleines Drama abgespielt: Vor Antonelli fuhr Hülkenberg in die Pitlane, als er in den ersten Gang schalten wollte, springt der Audi plötzlich in den Leerlauf. Er kann noch an die Seite fahren, um Antonelli vorbeizulassen und fährt dann zu seinem Reifenwechsel. Antonelli ist jetzt fast zwei Sekunden schneller als Leclerc. Währenddessen macht Hamilton weiter jagt auf Verstappen und hat es fast geschafft.

R 35 / 52: Schleichender Plattfuß bei Russell

Verstappen, Russell und Hamilton geben sich ein Klasse-Duell um Platz drei, doch da kommt die Hiobsbotschaft. "Du hast einen schleichenden Reifenschaden links hinten", funkt ihm sein Renningenieur. Damit muss er noch einmal an die Box kommen, das Duell kaputt. Er greift trotzdem Verstappen an, drückt ihn fast von der Strecke. Dann biegt er in die Box ab, holt sich angefahrene Medium-Reifen ab. Er kommt hinter Hadjar raus und überlässt Verstappen seinem ehemaligen Teamkollegen Hamilton.

R 33 / 52: Antonelli vergessen?

Hat Mercedes ihren Rennführer vergessen? Antonelli ist als Einziger noch auf dem Medium-Reifen unterwegs, er war noch nicht an der Box. Der junge Italiener beschwert sich schon am Funk, doch Peter Bonnington bemüht sich, ihn zu beruhigen. Er verliert pro Runde mehrere Zehntel auf Leclerc.

R 30 / 52: Dreikampf um Podiumsplatz

Der Dreikampf um den letzten Podiumsplatz ist angebrochen. Verstappen ist gar nicht zufrieden mit dem harten Reifen, er funkt, dass er keinen Grip hat. In seinem Heck hängt Russell, in dessen Heck Hamilton. Der Kampf hinter ihm hilft Verstappen. Hamilton geht mit einem mutigen Manöver in Copse an Russell vorbei. Es ging noch gut, das haben wir schon anders gesehen (Erinnerung an 2021). Durch Maggotts, Becketts und Chapel kann er die Position halten, doch auf der Hangar-Straight schlägt Russell zurück. Das Spiel wiederholt sich in der nächsten Runde.

R 26 / 52: Hamilton auf Jagd, Leclerc an Box

Die Wut über den Boxenstopp scheint Hamilton richtig anzutreiben. Er jagt richtig über Silverstone und schreibt gleich die schnellste Runde an. Er ist schon im Overtake-Fenster von Russell. Der holt auch auf Verstappen in P4 auf, dessen Reifen 6 Runden älter sind. Auch Leclerc kommt an die Box und gibt die Rennführung an Antonelli ab. Der bleibt draußen, doch die Sektorzeiten sprechen für Leclerc. Warum Antonelli draußen gelassen wird, weiß er selbst nicht: "Lasst es nicht zu, dass mich andere undercutten!", schimpft er am Funk. Doch der Vorsprung auf Leclerc verringert sich mit jeder Runde. Leclerc fährt fast eine Sekunde schneller als Antonelli auf den alten Reifen.

R 24 / 52: Hamilton bei ungewolltem Boxenstopp

Jetzt wird es langsam für das restliche Feld Zeit, an die Box zu kommen. Auch für Lewis Hamilton. Doch der will nicht. "Meine Reifen sind immer noch gut, meine Reifen sind gut!", schreit er fast am Funk. Doch er kommt trotzdem brav an die Box, sitzt seine fünf Sekunden richtig ab und kommt auf neuen Hards wieder auf die Strecke. Mercedes ist nicht blöd, hat Russell direkt auch an die Box geholt und ist durch die Strafe am Ferrari vorbei. Russell kommt aber fünf Sekunden hinter Verstappen raus, dessen Undercut funktioniert hat. Doch Russell hat jetzt die besseren Reifen.

R 22 / 52: VSC wegen Schirm

Virtuelles Safety Car wird ausgerufen! In Kurve 10 ist ein Marshal auf der Strecke. Aber warum? Niemand steht, jeder Fahrer bewegt sich auf der Track Map. Da fangen die TV-Bilder den Grund ein: Es hat einen Schirm vom Publikum auf die Wiese bei Maggotts geweht. Der ist schnell entfernt und das Safety Car ist auch schon wieder weg. Esteban Ocon war der Einzige, der an die Box fuhr, viel profitieren konnte er wohl nicht. Aber ein bisschen wird es geholfen haben.

R 17 / 52: Verstappen mit frühem Boxenstopp

Der Kampf um P4 wird heiß. Durch Luffield saugt sich Verstappen näher an Russell heran, in Copse ist es dann soweit. Verstappen geht an Russell vorbei und kann die Position durch Maggotts, Becketss und Chapel halten. Auf der Hangar-Geraden kommt Russell wieder näher, in Stowe ist er ganz nahe und... da biegt Verstappen in die Box ab. Huh. Ein sehr früher Reifenwechsel bei den Bullen, das könnte bis zum Ende noch lang werden auf dem frischen Hard. Oder man versucht es hingegen aller Logik mit einer Zwei-Stopp-Strategie. Red Bull ist das einzige Top-Team, dass sich einen zweiten Medium-Reifen aufbewahrt hat. Wenig später kommt auch Hadjar an die Box.

Hülkenberg: Dreher von allein

Ein kurzer Blick zurück an den Start für alle Fans aus Deutschland: Nico Hülkenberg ist von seinem P12 auf P18, aber zwischenzeitlich P15, zurückgefallen, weil er sich in Luffield ohne Fremdeinwirkung gedreht hat. Über den Grund kann nur spekuliert werden? War es der berüchtigte Wind? Alex Albon hat in der Zwischenzeit die Gunst der Stunde genutzt und ist für seine 10-Sekunden-Strafe an die Box gekommen.

R 11 / 52: Antonelli vorbei an Hamilton

Es hat sich schon angebahnt, jetzt hat er das Manöver geschafft. Antonelli geht nach Kurve 8 problemlos am Altmeister vorbei und holt sich Platz zwei. Die Leichtigkeit des Überholmanövers dürfte aufgrund eines großen Unterschieds an Energie-Stand liegen. Mit dem Overtake-Mode darf Antonelli auch mehr Energie einsetzen. Jetzt macht Antonelli jagt auf den Führenden Leclerc, der sich durch den Zweikampf etwas absetzen konnte. 4,7 Sekunden liegen zwischen ihnen, die Rundenzeiten sind ziemlich auf Augenhöhe.

R 10 / 52: Russell mit Gangwechsel-Problemen?

Russell hat den Anschluss an die Top-3 verloren und muss sich jetzt nach hinten orientieren, denn Verstappen wird in seinem Rückspiegel immer größer. Jetzt meldete er über Funk, dass das Team sich seine Getriebe-Daten anschauen sollen. "Die Gangwechsel fühlen sich komisch an", so Russell. Das Team kann aber nichts erkennen. Aber nur, weil es in den Daten nicht zu sehen ist, heißt das nicht, dass es kein Problem gibt.

R 7 / 52: Strafe für Hamilton

Auch Lokalmatador und Silverstone-Spezialist wird bestraft! Er bekommt eine 5-Sekunden-Strafe für einen falschen Start. Kurz bevor die Lichter ausgingen, gab er schon Gas und ruckelte seinen Ferrari kurz. Ein klares Vergehen und eine faire Strafe. Der Ferrari-Pilot hat aber gerade andere Probleme, Kimi Antonelli hängt in seinem Overtake-Fenster.

R 6 / 52: 10 Sekunden für Albon

Für den Unfall zwischen Albon und Bearman bekommt der Williams-Pilot eine 10-Sekunden-Strafe. Er hat Bearman in Kurve 6 mit seinem Vorderrad am Hinterrad des Haas gedreht. Oft wird ein Anfangsunfall lockerer gesehen, vor allem wenn einer dem anderen reinrutscht. Doch die Stewards sahen Albon als Alleinschuldigen.

R 3 / 52: Piastri und Albon hinterher, Untersuchung läuft

Oscar Piastri muss nach seinem Flügelschaden an die Box, holt eine neue Nase und neue Hard-Reifen ab. Er fährt auf P21 mit 41 Sekunden Abstand auf den Aston Martin. Auch Alex Albon kam bereits an die Box mit einem neuen Frontflügel, er ist abgeschlagener Letzter. Der Fall um ihn und Bearman wird untersucht. Es dürfte auch irgendwie Hülkenberg erwischt haben, der ist von P12 auf P18 zurückgefallen. Währenddessen drückt sich Verstappen Old-School an seinem Teamkollegen vorbei, sticht in die Kurve rein und geht mit der Brechstange auf Platz 5.

START: Schlechter Start für Antonelli!

Und Lichter aus! Zuerst sah es nach einem guten Start für Antonelli aus, doch dann bekommt er Wheelspin! Beide Ferraris gehen an ihm vorbei, er ist auf P3 mit Charles Leclerc an der Spitze. Gute Starts für Red Bull, Verstappen kann an Norris vorbeigehen. Kollision zwischen Bearman und Albon in Kurve 6, kurze gelbe Flagge, aber beide können weiterfahren. Albon aber nur sehr langsam, er schleicht über die Strecke und kommt an die Box. Auch Piastri ist anscheinend in ein Scharmützel gekommen, denn er hat Schaden am Frontflügel, ist weit zurückgefallen.

Gelbe Flagge: Alonso mit Problemen

Schon vor dem Rennstart steht einer auf der Strecke. Fernando Alonso bleibt in Becketts stecken, sein Motor scheint sich abgeschaltet zu haben. Er kann aber aus eigener Kraft weiterfahren, das Feld muss nur etwas warten. Alonso kommt an die Box, ob er mitfahren kann, ist unsicher.

Formationsrunde startet

Die Lichter schalten auf Grün und das Feld startet in die Formationsrunde. Alle kommen weg, Antonelli zieht schon gut an. Durch Maggotts, Becketts und Chapel schleicht er durch. Gleich geht es los!

Die Reifenwahl in Silverstone

Jetzt wissen wir auch, wer mit welchen Reifen starten wird: Wenig überraschend fährt das ganze Feld mit dem Medium-Reifen weg. Alle haben einen komplett neuen Pneu draufgeschnallt. Das ist so gut wie die Bestätigung, dass es ein klassisches Ein-Stopp-Rennen wird, mit einem Reifenwechsel zur Rennmitte auf Hard. Aber Safety Cars und rote Flaggen könnten das Geschehen doch aufmischen.

Rennen im Session-Ticker

So, alle Fahrer haben sich auf der Startaufstellung eingefunden, wir haben niemanden verloren. Noch. Das Wetter in Silverstone soll trocken bleiben, Regenwahrscheinlich ist 0 Prozent. Dennoch sollte man das britische Wetter nie unterschätzen. Mit 24,5 Grad Luft- und 42,1 Grad Streckentemperatur ist es durchschnittlich warm. Die Temperaturen bewegten sich das ganze Wochenende schon in diesem Bereich. Der Wind ist mit 11,9 km/h aber stärker als bisher, das könnte vor allem auf den Geraden eine Rolle spielen. Dort ist Gegenwind, das ist gut für die Fahrer. Wir haben das ganze Rennen für euch mit Zeiten und Positionen auch im Sessionticker.

Formel-1-Comeback? Horner äußert sich in Silverstone

Wer es noch nicht weiß: Christian Horner hat heute sein Comeback im Formel-1-Paddock gegeben, zum ersten Mal seit seinem prominenten Red-Bull-Rauswurf vor fast genau einem Jahr. Er ist als Besucher da, doch das beschützt ihn nicht vor Fragen. "Es ist ein tolles Rennen. Ich komme jedes Jahr seit 1993 hierher. Es ist toll, auf dem Grid zu sein", meint er im ORF. Wer ist sein Tipp für den Sieger? "Kimi macht einen super Job, aber die Ferraris sehen sehr stark aus. Lewis ist bei seinem Heim-GP auch immer stark, ich drücke ihm die Daumen." Das Wort "Red Bull" oder "Verstappen" nahm er kein einziges Mal in den Mund. Natürlich muss der ORF auch zu einem potenziellen professionellen Comeback fragen. Wann wird man ihn wieder sehen? "Du siehst mich ja heute!", weicht er aus. In einem Jahr vielleicht? "Es gibt immer Spekulationen", windet er sich erneut heraus.

Red Bull dachte über Motortausch nach

Verstappen hatte gestern mit einem Motorproblem zu kämpfen, weshalb seine PU ein Leistungsdefizit hatte. Deshalb dachte man über Nacht nach, den Antrieb zu wechseln, um das Problem zu reparieren. Man entschied sich aber dagegen, da man sonst aus der Boxengasse starten hätte müssen. Da ist ein P7-Start mit schwacher Leistung besser.

Die Startaufstellung in Silverstone

Noch ein kurzes Wort zur Startaufstellung, die gerade schon mit vielen Starts und Sternchen voll ist (wir haben schon Sänger Lewis Capaldi und Queen-Gitarrist Brian May gesehen): Antonelli startet nach einem dominanten Samstag mit Sprint-Sieg vor den Ferraris von Leclerc und Hamilton. Russell konnte nicht ganz mit P4 nicht ganz mit seinem Teamkollegen mithalten und hat heute schon angekündigt, um den Sieg fahren zu wollen. Mit P5 konnte Hadjar zum zweiten Mal in dieser Saison Verstappen aufgrund von reiner Pace ausqualifizieren. Die ganze Startaufstellung gibt es hier:

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Wer kann heute gewinnen?

Es wird schwer, Mercedes heute die Stirn zu bieten. Die Ferraris haben die beste Chance und wollen auch strategisch ein bisschen spielen, doch dass das aufgeht, ist unwahrscheinlich. Für McLaren wird es ein Kampf mit Red Bull, das wissen beide Teams. Lando Norris sprach heute noch, dass sie eine gute Show abliefern möchten und vielleicht auf ein Podium schielen. Von P5 kann Norris vielleicht von einem Fehler oder einem Kampf, möglicherweise auch von einem Ausfall, von den Top-4 profitieren. Warum man heute mit Strategie-Spielchen wenig erreichen kann, erfahrt ihr in unserem Favoritencheck:

Startplatzstrafe für Lance Stroll

Nachdem GOAT Lance Stroll gestern die Meisterleistung vollbracht hat, seinen Teamkollegen auszuqualifizieren (sonst niemanden), kommt jetzt die traurige Nachricht für alle Stroll-Superfans: Der Aston-Martin-Pilot bekommt eine Strafversetzung von 10 Startplätzen, weil er eine fünfte Batterie und fünfte Elektronik-Unit eingebaut hat. Das Saison-Kontingent dafür ist drei. Für jedes Teil bekommt er fünf Plätze zusätzlich, zusammen also zehn. Da er sich aber auf P21 von P22 platzierte, wird er essentiell nur einen Platz zurückversetzt. Mein Beileid für alle Stroll-Heads, unser GOAT wird aber sicher zurückschlagen!

Boxengasse geöffnet

40 Minuten vor Rennstart und die Boxengasse ist geöffnet. Red Bulls Isack Hadjar ist der Erste, der seine Sichtungsrunde beginnt, ihm folgt das gesamte Formel-1-Feld. Schaffen es heute alle zur Startaufstellung? Hoffentlich.

Formel 1 in Silverstone: Hello again!

Hallo und herzlich Willkommen an alle, die erst jetzt zu uns kommen und Willkommen zurück an alle, die von unserem Liveticker vor dem Rennstart in Silverstone kommen. Wer noch einmal nachlesen möchte, wie das epische Kart-Rennen mit Lego-Autos ausging und warum FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem im Kies steckenblieb, hat dazu jetzt noch die Chance. Aber danach wieder hierher zurück, bitte! So lang dauert es nicht mehr bis zum Rennstart.