Portrait:

Carlos Sainz - ein Name, der bereits Weltmeisterschaften einfuhr. Der 1994 geborene Carlos Sainz Junior ist nämlich der Sohn von Rallyelegende Carlos Sainz, der zweimal die Rallye-WM gewann. Carlos Junior zog es aber von Anfang an auf die Rundstrecke. 2005 begann er im Kartsport, 2008 kamen die ersten Erfolge in überregionalen Meisterschaften. 2010 stieg Sainz, als Teil von Red Bulls Juniorkader, in den Formelsport auf, und holte in der europäischen Formel BMW sofort den vierten Gesamtrang.

Im Folgejahr fuhr er in der nordeuropäischen Formel Renault seinen ersten Meistertitel im Formelsport ein. Mit guten Ergebnissen arbeitete er sich weiter in den Formelklassen nach oben, 2013 debütierte er parallel in der GP3 und der Formel Renault 3.5. 2014 legte er den Fokus auf die Formel Renault, was sich bezahlt machte: Mit dem Top-Team DAMS holte er sieben Siege, den Titel, und löste damit sein Ticket zu Red Bulls F1-Nachwuchsteam Toro Rosso.

Sainz findet keine offenen Red-Bull-Türen - und sucht sein Glück selbst

Als Teamkollege von Red Bulls größter Nachwuchshoffnung Max Verstappen hatte Sainz allerdings vom Start weg starke teaminterne Konkurrenz. Verstappen schlug Sainz in der Endabrechnung. 2016 startete Toro Rosso noch einmal mit dem Duo in die Saison, doch als in Spanien ein Platz bei Red Bull frei wurde, bekam Verstappen den Zuschlag und feierte sofort erste Erfolge. Damit war klar: Bei Red Bull, mit der Fahrerpaarung Verstappen und Daniel Ricciardo, waren für Sainz jetzt die Türen zu.

Sainz begann 2017 ein drittes Jahr bei Toro Rosso trotz guter Ergebnisse so in einer Sackgasse, fand aber noch vor dem Jahresende eine Alternative. Renault war auf der Suche nach einem Upgrade für ihr zweites Cockpit neben Nico Hülkenberg. Sainz war interessiert am Abschied vom Red-Bull-Konzern, und die Beteiligten orchestrierten rund um die Motorenhersteller Honda und Renault und deren Verträge mit McLaren und dem Red-Bull-Konzern eine Rochade, in deren Zuge Sainz bei Renault das Cockpit von Jolyon Palmer übernahm.

Sainz findet keine Stabilität bei Renault: Neues Glück McLaren

Das Duo Sainz und Hülkenberg war 2018 ein deutliches Upgrade für Renault, aber Sainz unterlag im teaminternen Vergleich gegen den bereits dort etablierten Deutschen. Trotz guter Ergebnisse entschied sich Renault, Sainz keinen neuen Vertrag anzubieten, und ersetzte ihn für 2019 durch Daniel Ricciardo. Sainz aber, der seinen Wert inzwischen hinlänglich bewiesen hatte, fand schnell eine neue Heimat. McLaren, im Umbruch befindlich, heuerte ihn an.

Sainz belohnte das 2019 mit seiner bislang besten F1-Saison. Regelmäßig führte er das Mittelfeld an, und ging voll und ganz bei McLaren auf. Er zog nach England, investierte viel Zeit, und viele Ressourcen, und das wurde am Saisonende gar mit seinem ersten Podium nach einer Aufholjagd aus der letzten Startreihe kommend in Brasilien belohnt. WM-Rang sechs bedeutete, dass nur die deutlich stärkeren Fahrer von Mercedes, Ferrari und Red Bull ihn geschlagen hatten.

Sainz ergattert Traumjob bei Ferrari

2020 setzten McLaren und Sainz ihren gemeinsamen Aufwärtstrend fort, einschließlich eines Beinahe-Sieges in Monza. Erneut holte er den sechsten WM-Rang - aber die Traum-Partnerschaft mit McLaren ging schon zu Ende, denn ein viel größerer Traum hatte schon im Winter die Fühler nach Sainz ausgestreckt. Ferrari hatte geklopft, und Sainz geantwortet. Mit seinen konstant-verlässlichen Performances bekam er beim legendären Team in Maranello ab 2021 das zweite Cockpit neben Charles Leclerc.

Trotz dreier Teamwechsel in vier Jahren - oder vielleicht gerade deshalb - fand Sainz innerhalb von nur weniger Rennen sofort Vertrauen ins Auto, holte drei Podien (darunter einen zweiten Platz in Monaco) und schlug Leclerc sogar in der Endabrechnung. Sein fünfter WM-Platz ist das beste Endergebnis seiner Karriere, und gegen Leclerc bewies er, dass er durchaus mit der Spitze des Feldes mithalten konnte.