Carlos Sainz mischte in Katar erneut die Formel-1-Spitze auf und erzielte sein zweites Saisonpodium mit Williams. Einer der ersten Gratulanten war Lewis Hamilton, für den Sainz 2024 sein Ferrari-Cockpit räumen musste. "Hamilton fährt um die goldene Ananas - man muss es einfach mal sagen, wie es ist - und Sainz fährt mit Williams aufs Podium. Wenn er morgens aufwacht und daran denkt, dann strahlt der wie ein Honigkuchenpferd", ist sich Christian Danner sicher.
Er ist überzeugt, dass es für Sainz eine enorme Genugtuung ist, dass er bereits zweimal auf dem Podium stand, während Hamilton weiterhin in seinem Albtraum namens Ferrari lebt. Mit der Verpflichtung von Lewis Hamilton dachte man bei Ferrari, den großen Wurf gemacht zu haben - die Saison 2025 stellte sich jedoch als eine herbe Enttäuschung für alle Beteiligten heraus. Auch deshalb, weil Ferrari schon früh in der Saison die Aerodynamikentwicklung des SF-25 eingestellt hatte.
Aber nicht nur deshalb ist Danner der Meinung, dass Sainz mit Williams das große Los für 2026 gezogen haben könnte. Der Formel-1-Experte hält es für möglich, "dass Williams - wie McLaren vor ein paar Jahren - wieder aufersteht. Sainz wäre dann der Kaiser von China", meint Danner. Teamchef James Vowles machte bereits seit Anfang der Saison klar, dass sein Team stark auf das neue Reglement im nächsten Jahr hinarbeiten würde. Mit Platz fünf in der Konstrukteurswertung legten sie aber schon in dieser Saison eine souveräne Grundlage für die neue Ära der Formel 1 ab 2026.
Auch McLaren kämpfte sich vor drei Jahren wieder an die Weltspitze der Formel 1 zurück. 2023 legten sie den Grundstein - 2024 gelang ihnen dann der ganz große Coup:
Sainz setzt in Katar nächstes Ausrufezeichen mit Williams
Zu Saisonbeginn musste der vierfache GP-Sieger erst wieder zu seiner alten Stärke zurückfinden. Während Alex Albon in den ersten vier Rennen 18 WM-Zähler für das Team sammelte, verbuchte Sainz in derselben Zeit nur einen einzigen Punkt auf sein WM-Konto. Christian Danner hat Verständnis für das anfängliche Tief des Spaniers.
"Man muss sich in Carlos Sainz hineinversetzen. Er wurde von Ferrari gefeuert, obwohl er eigentlich eine sehr gute Leistung abgeliefert hat. Williams war ja nur eine Notlösung, und als die Saison begann, war es gar nicht so lustig für ihn. Da hat Albon ihn ordentlich in die Ecke gefahren." Tatsächlich gelang es Sainz in den ersten 16 Rennen nur zweimal sich besser zu platzieren als sein Teamkollege. In Aserbaidschan platzte schließlich der Knoten. Seither hatte er Albon in jedem Rennen im Griff und holte wichtige Punkte für das Team.
Danner zollt Sainz' Kampfgeist Respekt: "Wenn du gefeuert wirst, bist du normalerweise schon mal ein bisschen negativ drauf, überhaupt wenn du von einem Top-Team in ein, gelinde gesagt, Mittelfeld-Team absteigst. Die Art und Weise, wie er sich wieder nach oben gekämpft hat, war erstaunlich. Da hat er meinen größten Respekt. Er ist ein Top-Fahrer und hat jetzt mal seinen Marktwert weit nach oben getrieben. Wir werden sehen, wie seine Reise weitergeht." Aktuell liegt Williams in der Konstrukteurswertung direkt hinter Ferrari auf Platz fünf.



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