Elf Jahre wartete Williams auf ein Podium in einem richtigen Formel-1-Rennen – in der F1-Saison 2025 schafften sie es bislang sogar schon zweimal. Carlos Sainz gelang beim Großen Preis von Katar die nächste Sensation seiner ersten Williams-Saison. Nach seinem Baku-Podium legte er auf dem Lusail International Circuit noch einmal nach. Wie schaffte er es auf der Williams-Angststrecke unter die Top-3?
"Das ist der stolzeste Tag bei Williams für mich", sagte der Spanier nach dem Rennen strahlend. "Ich bin sehr stolz auf mich selbst. Aber hauptsächlich bin ich stolz auf das Team und wie wir das Wochenende gemeistert haben", lobte Sainz seine Crew. Das Rennen verlief ohne Fehler für ihn. Nach einem starken Qualifying startete er auf Platz sieben und machte beim Start zwei Positionen gut. Während der Safety-Car-Phase in Runde sieben kam er hinter Max Verstappen und Kimi Antonelli als Dritter zum Reifenwechsel – die beiden McLaren-Piloten blieben draußen.
Mercedes patzte bei Antonellis Stopp und Sainz musste seinerseits nicht auf vorbeifahrende Autos achtgeben, da die Williams-Garage am Ende der Boxengasse liegt. Dadurch kam er vor dem Rookie und direkt hinter Verstappen auf die Strecke zurück. Diese Position konnte er bis zum Zieleinlauf halten. Nur Oscar Piastri fuhr nach seinem zweiten Reifenwechsel vor ihm aus der Box und schnappte sich noch Platz zwei. Sogar seinen Freund und ehemaligen Teamkollegen Lando Norris konnte Sainz auf der finalen Runde hinter sich halten.

Williams-Pleite in Ungarn legte Grundstein für Katar-Podium
"Das Rennen war perfekt exekutiert. Wir hatten einen guten Start, tolle Boxenstopps, eine großartige Strategie. Wir haben die Abstände und die Reifen gut gemanagt. Das ist bei den schnelleren Autos um uns herum nicht leicht, aber wir haben es gemeistert und das brachte uns P3", fasste Sainz sein Rennen zusammen. Doch das erklärt noch nicht ganz, wie Williams auf das Angststrecke des Teams so ein gutes Wochenende abliefern konnte. Schließlich war Sainz in allen Sessions in den Top-8 anzutreffen.
"Ich weiß es nicht", gab der Spanier zuerst zu. Dann führte er aus: "Es war hauptsächlich wegen der harten Arbeit, die jedes Teammitglied in Vorbereitung auf dieses Rennen geleistet hat." Williams hat vor Katar besonders viel Vorarbeit geleistet, wie Sainz verriet. Die Streckencharakteristik kommt dem FW47 nicht entgegen, der in langen, mittelschnellen Kurven schwächelt. Schon seit Wochen betonte das Fahrer-Duo, dass sie sich nicht viel vom Wochenende in Lusail erwarten.
Denn auf dem Hungaroring, der dem Wüstenkurs in Sachen Kurven ähnelt, war die Performance unterdurchschnittlich. Seither haben die Ingenieure in der Williams-Fabrik Zeit in Simulator- und Setup-Arbeit gesteckt, um speziell für solche Strecken gewappnet zu sein. Mit einem komplett neuen Setup fühlte sich der FW47 schon im virtuellen Raum besser an, doch dem traute Sainz nicht. "Du glaubst nicht, dass es so gut sein kann. Aber von der ersten Runde im ersten Freien Training an habe ich mit an der Spitze gekämpft", schilderte Sainz.
Welches Williams-Podium war besser: Baku oder Katar?
Seit der Sommerpause hat der Williams-Pilot in seiner neuen Mannschaft Fuß gefasst und ist seinem Teamkollegen Alex Albon im Qualifying-Duell mit 8:1 haushoch überlegen. Warum er sein Können erst in der zweiten Saisonhälfte zeigen konnte, weiß der Teamwechsler: "Du brauchst 10 bis 15 Rennen, um das Auto zu verstehen, um in den Simulator-Sessions Dinge auszuprobieren. Es braucht Zeit."
Welches Podium war nun aber besser: Baku oder Katar? "Baku war eine Erleichterung, weil ich davor zehn schlechte Rennen hatte. Ich war so glücklich, dass ich mein erstes Podium für das Team geholte habe. Das ist jetzt eine Kombination aus harter Arbeit und Verständnis. Wir hatten unsere Probleme am Anfang mit Renn- und Qualifying-Exekution, Team-Kommunikation. Aber an diesem Wochenende war alles perfekt und das ist genau das, was wir gebraucht haben", erklärte Sainz.



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