Carlos Sainz machte bereits nach dem Formel-1-Qualifying in Las Vegas keinen Hehl aus seinen Zweifeln, den dritten Startplatz bis ins Ziel halten zu können. Er sollte Recht behalten. Am Start musste er sich dem schnelleren Mercedes von George Russell geschlagen geben, drei weitere Plätze verlor er an der Box. Als bestes Mittelfeld-Auto fuhr er auf Platz sieben über die Ziellinie.
"Wir müssen mit dem Resultat glücklich sein. Das ist das Maximum, das wir erreichen konnten", sagte Sainz über P7. Zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nichts von der McLaren-Disqualifikation. "Es waren 50 Runden, in denen wir mit Autos kämpften, die zwei bis vier Zehntel schneller waren als wir. Das war im Trockenen schon das ganze Jahr so. In einem normalen Rennen hast du nicht wirklich eine Chance, sie hinten zu halten."
In Baku gelang ihm das jedoch. Im Aserbaidschan-Rennen blieb es trocken und Sainz holte ein Podium für Williams. Doch in Las Vegas fiel er diversen Under- bzw. Overcuts der Konkurrenz zum Opfer. Williams holte ihn in Runde 22 für neue Hard-Reifen an die Box. Mercedes setzte bei Kimi Antonelli auf einen frühen Reifenwechsel und einen 48-Runden-Stint auf der harten Mischung, die ihn vor Sainz spülten. Oscar Piastri stoppte eine Runde vor dem Williams-Piloten und überholte ihn mit bereits aufgewärmten Reifen nach der Boxengassenausfahrt.
Zu konservativer Boxenstopp? Sainz: Konkurrenz hatte Überhol-Möglichkeit
Sainz' versuchter Undercut gegen Charles Leclerc, der zwei Runden nach ihm an die Box kam, ging nicht auf. Leclerc kam direkt vor ihm wieder auf die Strecke und zog mit dem schnelleren Ferrari davon. "Mit dem Boxenstopp-Timing waren wir zu konservativ. Mit einem aggressiveren Zeitpunkt hätten wir sie vielleicht hinter uns halten können. So haben wir ihnen die Möglichkeit gegeben, uns zu überholen", bemängelte der Spanier.
Bei Williams ging man im Rennen auf Nummer sicher. "Wir wollten vor den anderen Mittelfeld-Autos bleiben, anstatt mit Charles und Piastri zu kämpfen. Wir wollten die Punkte nach Hause bringen und ein gutes Resultat erzielen", erklärte Sainz. Die Taktik ging auf: Sainz fuhr zehn Sekunden vor Isack Hadjar über die Ziellinie und war als Schnellster außerhalb der Top-Teams "Best of the Rest".
Durch die nachträgliche McLaren-Disqualifikation rückte Sainz auf Platz fünf nach vorne und nahm zehn Punkte aus Las Vegas mit. Er verbesserte sich damit in der Fahrerwertung von Platz 13 auf Platz elf. Es ist eine willkommene Abwechslung für den Williams-Piloten, der in den letzten Rennen starke Performances gezeigt, aber wenig Glück gehabt hat.
"Ich hätte in Austin auf P7 sein sollen. Auch in Mexiko wäre ich ohne meine Strafe Siebter geworden", meinte Sainz. In den USA crashte er im Kampf um Platz sieben mit Kimi Antonelli, in Mexiko-Stadt warf ihn eine Startplatzstrafe auf P12 zurück. Ein Dreher nahm ihn anschließend aus dem Rennen. "Manchmal mache ich oder das Team einen Fehler, manchmal haben wir Pech. Aber das Wichtige ist, dass wir in der zweiten Saisonhälfte konkurrenzfähig sind", resümierte der Williams-Pilot die letzten GP-Wochenenden.
Anders als sein Teamkollege hatte Alex Albon einen desaströsen Las-Vegas-GP. Mit kaputtem Funk befand er sich im Blindflug. Die Folge: Chaos. Details gibt es hier:



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