Kimi Antonelli gehörte ohne Zweifel zu den großen Helden des Rennens in Las Vegas. Von Platz 17 lieferte der Mercedes-Pilot eine sensationelle Fahrt in die Top-5 ab, verbrachte 48 der 50 Runden auf dem gleichen harten Reifensatz, und hielt trotzdem allen Attacken stand. Nur eine Fehlstart-Strafe hinterlässt noch einen bitteren Beigeschmack, aber dank Disqualifikationen vor ihm wird es dennoch ein Podium.
Antonelli erntet nach der Doppel-Disqualifikation von McLaren den Lohn dafür, dass er auf ungefähr doppelt so alten Reifen Oscar Piastri und mit ihm Charles Leclerc bis ins Ziel hinter sich halten konnte. "Ich habe die letzten 20 Runden mit dem Reifen gesprochen!", verrät er nach dem Rennen. "Jede Runde, auf der Gerade. Ich habe sie nur gefragt: 'Bitte, haltet bis zum Schluss durch.'" Mercedes hatte ihn schon in Runde zwei unter einem frühen Virtuellen Safety Car an die Box gerufen, um von Soft auf Hard zu wechseln.
Kimi Antonelli: So hielt er den Reifen in Las Vegas am Leben
Entgegen aller Erwartungen stellte sich der harte Reifen in Las Vegas als deutlich robuster gegen das hier prävalente Graining der Reifen-Oberfläche heraus. Aber 48 Runden? "Gegen Rennhalbzeit machte mir das Graining etwas Sorgen, aber dann bekam ich freie Fahrt", erklärt Antonelli. Wegen des frühen Stopps hatte er bis Runde 30 schließlich erst wieder zum Feld aufschließen müssen, und dann musste er mehrere Mittelfeld-Autos überholen.
Aber der Reihe nach bogen sie ab zum Stopp. Ab Runde 30 war Antonelli allein. Er konnte sich auf das Reifenmanagement konzentrieren und verhindern, dass das Graining schlimmer wurde: "Auch dank der Ratschläge des Teams zum Fahrstil. Dann begann sich das Graining etwas aufzulösen, und dann hielten die Zeiten nicht nur, wir wurden sogar schneller und schneller!"
"20 Runden vor Schluss meinte das Team am Funk, dass wir auf Plan B umschwenken würden, also wusste ich, dass wir durchfahren würden", so Antonelli. Also holten ihn Oscar Piastri und Charles Leclerc zwar im letzten Renndrittel ein, aber Piastris einzige ernsthafte Attacke in Runde 37 wehrte Antonelli erfolgreich ab. Danach war seine Pace stark genug, um den McLaren und den Ferrari aufzuhalten.
"Ich fühlte mich eigentlich recht komfortabel in den letzten 10 Runden mit Oscar im Heck, das Graining begann sich aufzulösen, und die Pace wurde einfach stärker", meint Antonelli. Tatsächlich fuhr er nur zwei Sekunden hinter George Russell über den Zielstrich, obwohl der zweite Mercedes von Platz vier gestartet war und zeitweise um die Führung gekämpft hatte.
Antonelli & Mercedes können sich Fehlstart nicht erklären
Doch Russell hatte sich seine Hard-Reifen im zweiten Stint schlecht eingeteilt. Während Antonelli wirklich alles richtig machte. Zumindest ab dem Ausgehen der Lichter am Start. Der Fehler in Q1, wegen dem er von P17 startete, und der Fehlstart selbst sind trotzdem passiert: "Etwas nervig."
Nur ganz leicht rollte Antonelli am Start vor dem Ausgehen der fünf roten Lichter an - aber das ändert nichts daran, dass es klar zu erkennen war, dass er rollte: "Im Auto habe ich es nicht wirklich gespürt. Ich muss mir noch die Onboard anschauen und verstehen, was das Problem war." Das Team sah auch kein Lockern der Kupplung, die Ursache muss man erst finden. Dank der Disqualifikation ein Fehler ohne Folgen, Antonelli erhält den dritten Platz zurück.



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