Schon immer bereitet der enge Stadtkurs von Monaco der Formel 1 Kopfzerbrechen. Mit den neuen 2026er-Autos ist das nicht anders. Kaum ist die Vorfreude auf ein Wochenende ohne exzessives Energie-Sparen groß, sorgen die neuen Hybrid-Motoren für ganz andere Sorgen. Ehe die Autos zu schnell werden, wird jetzt die Elektro-Komponente eingebremst.

Grundsätzlich gibt es bei den neuen Hybrid-Motoren sowieso schon Beschränkungen, wann die Batterie wie viel Extra-Leistung einspeisen darf. Auf normalen Strecken dürfen nur bis 290 km/h die vollen 350 kW elektrisch eingespeist werden. Danach reduziert sich die erlaubte Leistung sukzessive basierend auf einer im Technischen Reglement definierten Formel. Ab 345 km/h ist nur mehr der Verbrenner erlaubt.

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Monaco perfekte Strecke für neue F1-Regeln - zu perfekt?

Bei aktiviertem Overtake-Modus erhöhen sich diese Werte noch etwas. Nun gilt es für Monaco erst einmal zu bedenken: Die Strecke ist - weil eng und insgesamt langsam - definitiv keine, wo die Autos damit hadern, dass dauernd die Batterie leer ist und man sich mit dem Laden schwertut.

Die Folge davon? Man könnte die Elektro-Power auf den wenigen Geraden voll ausnutzen. Das birgt Potenzial für richtig hohes Tempo hin zu Stellen wie Ste. Devote oder durch den Tunnel hin zur Hafenschikane. Stellen mit wenig Auslauf, an denen man in der Vergangenheit nach F1-Maßsstäben "nur" an der 300-km/h-Marke kratzte.

Die neue F1-Generation ist nun einmal perfekt geschaffen für Beschleunigungsphasen. Bekanntlich werden die Autos erst nach der Hälfte von langen Geraden dann langsamer, wenn das Hybrid-System zurückfährt. Davor sind sie brutal schnell. Beispiel Kanada: Nach der ersten Hälfte der langen Gerade war George Russell 2026 auf seiner Pole-Runde an einem Punkt gut 12 km/h schneller als auf seiner vergleichbaren 2025er-Runde, ehe das Hybrid-System zurückfuhr und der Topspeed auf der zweiten Hälfte der Gerade zu fallen begann.

Formel-1-Sonderregel für Monaco: Elektro-Power schon ab 200 km/h reduziert

Was das nun in Monaco bedeuten könnte, wo die Geraden viel kürzer sind und die Autos ausreichend Energie für den Dauer-Einsatz haben, dürfte wohl aufseiten der FIA zum Nachdenken angeregt haben. Und schließlich zu einer Sonderregel.

An diesem Wochenende dürfen die maximalen 350 kW an Elektro-Leistung nur bis 200 km/h eingesetzt werden. Dann müssen die Autos schon beginnen sie zu reduzieren. In der Standard-Konfiguration herrscht dann bereits ab 300 km/h Batterie-Verbot. Die folgende Grafik illustriert die Unterschiede:

Bei aktiviertem Overtake muss man ebenfalls schon ab 200 mit dem Reduzieren beginnen, allerdings in weniger extremen Schritten. So darf man bei 300 km/h als Hinterherfahrender mit aktiviertem Overtake noch 150 kW aus der Batterie einspeisen. Ab 310 km/h darf man auch mit Overtake dann nur mehr mit dem Verbrenner fahren.

Diese Anpassungen wurden am Mittwoch vor dem Rennen im offiziellen "Power Unit Information"-Dokument der FIA bestätigt. Ansonsten ist Monaco dafür einfach. Da die Strecke eben so wenig Energie verlangt, kann das Recharge-Limit auf die maximalen 9 Megajoule hochgesetzt werden. Anders als bei den letzten Rennen gibt es keine Passagen auf der Strecke, an denen alternative reduzierte Leistungskurven zur Anwendung kommen - die oben dargelegten Angaben gelten überall.

Die Hybrid-Sonderregel ist schon die zweite signifikante Einschränkung des 2026er-Reglements in Monaco. Außerdem gibt es hier keine Straight-Mode-Zonen. Front- und Heckflügel dürfen also nie flach gestellt werden. Dass die 2026 leichteren und agileren Autos dafür insgesamt in Monaco eine bessere Show bieten könnten als in der Vergangenheit, davon gehen die Fahrer dafür aus - ihre Vorab-Meinungen gibt es hier: