Gerüchte sind im Formel-1-Paddock fast so alltäglich wie Setup-Debatten nach dem Freitagstraining. Das weiß auch Valtteri Bottas. "Gerüchte sind Teil des Sports, und es ist nicht das erste Mal, dass ich mit solchen konfrontiert bin", erklärte der 251-fache Grand-Prix-Starter gelassen am Medientag in Monaco.

Nach dem abermals punktelosen Kanada-Wochenende hatten mehrere Medien unter Berufung auf Sky Italia über ein bevorstehendes Cadillac-Aus des Finnen spekuliert. Schlagzeilen wie "Monaco als Schicksalsrennen" oder "Herta in den Startlöchern" machten die Runde, doch am Donnerstag nahm Bottas den Spekulationen den Wind aus den Segeln. "Es ist echt schade, dass jemand solch einen Blödsinn erfinden kann", sagte Bottas.

Und doch sei das in diesem Umfeld normal. "Ich kenne meine Situation, das Team kennt meine Situation und unterstützt mich zu 100 Prozent", stellte Bottas klar. Das Ziel solcher Berichte steht für ihn außer Frage: Aufmerksamkeit und Klicks generieren. Teamchef Graeme Lowdon stellte sich demonstrativ vor seinen Piloten: "Ich werde es ganz, ganz klar sagen: Faktisch sind diese Gerüchte völlig falsch. Keines davon enthält auch nur einen Funken Wahrheit."

Selbst der direkte Leistungsvergleich zwischen Bottas und Sergio Perez besitzt zu diesem Zeitpunkt der Saison so gut wie keine Aussagekraft - dafür schwanken die Abstände zu stark von einer Richtung in die andere. Bottas' durchschnittlicher Vorsprung im Qualifying wurde zuletzt durch technische Probleme bei Perez beschönigt. Im Rennen kam der Finne zwar auch mit etwas Rennglück zum bisher besten Saisonergebnis des Teams, doch Perez wirkt in beiden Disziplinen aktuell stabiler.

Als potenzieller Bottas-Nachfolger kursierte der erfahrene IndyCar-Sieger und Cadillac-Testfahrer Colton Herta in den Medien. Dabei fehlen dem 26-jährigen US-Amerikaner die benötigten Superlizenzpunkte. "Das sagt im Grunde schon alles über die journalistische Qualität mancher Gerüchte aus", meinte Lowdon. Im Moment ist lediglich ein einziger F1-Einsatz von Herta fix geplant: Er wird nächste Woche in Barcelona das 1. Freie Training bestreiten.

Cadillac mit neuem Motorhome in Monaco
Das Motorhome ist architektonisch sehr markant, Foto: IMAGO/ZUMA Press
Terrasse vom Cadillac Motorhome
Es gibt zwei Terrassenbereiche, darunter eine vollständig offene Dachterrasse, Foto: IMAGO/kolbert-press
Neues Cadillac Motorhome vorgestellt
Die Innenräume sind von luxuriösem Wohnraumdesign inspiriert, Foto: Cadillac F1 Team

XXL-Hospitality: Cadillac-Motorhome sorgt in Monaco für Aufsehen

Abseits der Strecke sorgte Cadillac zum Auftakt der Europa-Saison in Monaco für staunende Blicke. Das US-Team präsentierte im Hafen von Monte Carlo sein brandneues, dreistöckiges Motorhome. Die Planungsphase für das Luxus-Gebäude dauerte 13 Monate.

Die Logistik dahinter ist gigantisch: Für den Transport des im aufgebauten Zustand 765 Quadratmeter großen Giganten waren 21 Lkws nötig. Der reine Aufbau dauerte zwölf Stunden. Bottas ist ein Fan: "Es ist sehr groß, sehr luxuriös, sehr amerikanisch. Tatsächlich erinnert es in gewisser Weise stark an die Mercedes-Hospitality - es könnte für unser Team also durchaus als Inspiration gedient haben."

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