Der enge, kurze Circuit de Monaco mit seinen praktisch nicht vorhandenen Geraden ist der einzige Kurs im Formel-1-Kalender, auf dem nur der maximale Abtrieb zählt und die aerodynamische Effizienz beim Erzeugen von diesem praktisch egal ist. Weil 2026 aber der Straight Mode hier nicht eingesetzt wird, treiben mehrere Teams das mit verrückten Aufbauten an die Spitze - angeführt von Mercedes.
Schon länger war klar, dass das Benutzen der neuen aktiven Aerodynamik, sprich das Flachstellen von Front- und Heckflügel für "Straight Mode", in Monaco mit den neuen Autos nicht erlaubt sein würde. Das bringt ein Kuriosum mit sich. Eigentlich muss man am Heckflügel einen Mechanismus bauen, welcher den Flügel hoch- und runterklappt.
Diesem Mechanismus ("Actuator") wird im Technischen Reglement Platz eingeräumt, und üblicherweise ist er optisch nicht besonders spektakulär. Nun muss er in Monaco aber nichts aktivieren. Das entging auch den Aero-Designern der Teams nicht. Und einige kamen auf die Idee, den "Mechanismus" für Monaco in einen Zusatz-Flügel zu verwandeln.
Mercedes kommt mit 8-Element-Zusatzflügel nach Monaco
Solche Löcher im Technischen Reglement mit Flügel-Konstruktionen auszunutzen, hat eine lange Tradition. Diese Konstruktionen resultieren dann fast immer in einem optischen Kuriosum. Das trifft auf die Monaco-Specials 2026 definitiv zu. Niemand treibt es so auf die Spitze wie Mercedes.

Die Karbon-Verkleidung, die den Aktivierungs-Mechanismus auf normalen Strecken versteckt, ist komplett verschwunden. Nur der Steher auf dem unteren Flügel-Element verbleibt. Aus ihm wachsen eine Serie an acht kleinen Flügelchen, die nach hinten zusammenhängend immer steiler werden, bis zu zwei praktisch vertikalen Elementen am Ende des Heckflügels.
McLaren mit extra-steilem Doppel-Flügel-Aufbau in Monaco
Bei McLaren sind es zwar nur fünf Elemente, aber eine ebenfalls faszinierende zweiteiligen Kombination. Der Aktivierungs-Mechanismus ist komplett verschwunden. Vorne ist ein langer Stab montiert, an dem drei langgezogene Flügelchen montieren sind. Am hinteren Ende des oberen Hauptelements ist ein zweiter Stab montiert, an dem zwei komplett vom vorderen Bereich getrennte Elemente hängen.

Der wohl drittspektakulärste Aufbau gehört Red Bull. Anders als Mercedes und McLaren hat man den Mechanismus nicht komplett entfernt. Aber aus seiner Karbon-Verkleidung wachsen zwei Mini-Flügel. Außerdem wird ein fast vertikales kleines Element dahinter am oberen Hauptelement des Heckflügels befestigt.

Audi baut Heck- und Frontflügel für Monaco um - und Mechanismus aus
Zumindest dieses vertikale Mini-Element ist tatsächlich keine neue Entdeckung. Ferrari führte es mit der letzten Version ihres rotierenden "Macarena"-Flügels schon in Miami an ihrem Auto ein. Am SF-26 scheinen in Monaco dafür keine weiteren Elemente auf dem Heckflügel zu wachsen. Zumindest das, was man am Donnerstag in der Garage zeigte, sah konventionell aus.
Ein Haufen anderer Teams hat dafür wenigstens die Idee der vertikalen Mini-Erweiterung kopiert. Variationen von der Idee wurden bereits bei den Racing Bulls und am Alpine gesichtet. Besonders weit nach oben wächst sie am Audi, der wiederum eine kuriosere Lösung präsentiert. Die Erweiterung ist zweigeteilt. Das obere Element ist an einem langen Karbon-Arm montiert, welcher den Aktivierungs-Mechanismus ersetzt.


Audi zeigte diesbezüglich auch am Frontflügel Änderungen. Die Aktivierungs-Einheiten dort sind beim regulären R26 ebenfalls in zwei großen Karbon-Verkleidungen untergebracht. Für Monaco hat Audi die Chance ergriffen und den Mechanismus auch hier komplett abgebaut. Cadillac folgt der Audi-Idee am Heckflügel und baut den Aktivierungs-Mechanismus komplett ab.
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