"Wie Fahrradfahren in deinem Wohnzimmer" - so beschrieb einst Nelson Piquet das Rennfahren in Monaco. In den engen Gassen des Fürstentums gelten bekanntlich eigene Gesetze. Das trifft in dieser Saison sogar doppelt zu: In Monaco wird es erstmalig keine Straight-Mode-Zone geben.
Zum Vergleich: Beim vergangenen Grand Prix in Kanada gab es gleich drei von der FIA festgelegte Zonen für den sogenannten "Straight Mode". In diesem Modus dürfen die Piloten die Front- und Heckflügel flacher stellen, um den Luftwiderstand zu reduzieren und höhere Endgeschwindigkeiten auf den Geraden zu erreichen.
Ein Blick auf die offizielle Streckenkarte des 3,337 Kilometer langen Circuit de Monaco weist zwar die Speed-Trap vor dem Tunnel sowie den Mess- und Aktivierungspunkt für den "Overtake Mode“ aus, jedoch keine separate Straight-Mode-Zone.

Monaco GP 2026: Sicherheit geht vor
Es ist davon auszugehen, dass bei der Entscheidung der FIA gegen den Straight Mode vor allem die Sicherheit eine wichtige Rolle gespielt hat. Im flachgestellten Modus reduziert sich der Luftwiderstand der 2026er-Boliden um etwa 20 %, während sich der Top-Speed im Gegenzug um bis zu 20 km/h erhöht. Gerade durch die engen Häuserschluchten von Monte Carlo wäre das Risiko schlicht zu hoch, wenn die Fahrer mit diesem Plus an Speed auf die Bremszonen hinschießen.
Grundsätzlich müssen bestimmte Faktoren gegeben sein, damit der Einsatz der aktiven Aerodynamik überhaupt erlaubt wird. So schreibt die FIA vor, dass jede Straight-Mode-Zone lang genug sein muss, um mindestens drei Sekunden Aktivierungszeit zu garantieren. Ebenso muss die gewählte Passage sowohl auf Qualifying-Runden mit leerem Tank als auch am Rennende, wenn die Reifen drastisch abbauen, absolut sicher sein.
Zudem darf das System nur an Stellen eingesetzt werden, an denen die Autos nicht am Limit der Reifenhaftung arbeiten. Dies betrifft nicht nur die enormen Querkräfte in den Kurven, sondern auch die harten Traktions- und Bremszonen - alles Bereiche, in denen das plötzliche Aktivieren oder Deaktivieren des Straight Modes die aerodynamische Stabilität des Autos gefährlich beeinflussen könnte.
Overtake Mode bleibt: Der Unterschied zum DRS
Wer sich jetzt fragt, warum es im Vorjahr auf der kurzen Start-Ziel-Geraden noch eine DRS-Zone gab, muss das grundlegend neue Konzept der Formel 1 verstehen. Der Straight Mode ist kein strategisches Werkzeug für Überholmanöver mehr, wie es in den vergangenen Jahrzehnten beim Drag Reduction System (DRS) der Fall war. Er dient rein der Effizienz.
Für die Action auf der Strecke wurde stattdessen der Overtake Mode eingeführt. Befindet sich ein Fahrer innerhalb von einer Sekunde hinter einem Konkurrenten, kann er mit dem Overtake Modus zusätzliche Leistung freisetzen - entweder auf einmal oder taktisch über eine Runde verteilt. In Monaco befindet sich die Überhol-Aktivierungszone vor der letzten Kurve.



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