Nachdem der im Februar entbrannte Nahostkonflikt bereits zur Absage der Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien führte, wackelt nun auch der Katar GP und das Formel 1-Saisonfinale 2026 in Abu Dhabi. Obwohl seit April ein Waffenstillstand gilt, bleibt die Lage in der Region kritisch. F1-Boss Stefano Domenicali bestätigte nun, dass im Hintergrund bereits intensiv an einem Notfall-Kalender getüftelt wird.

Zwar läuft der Ticketverkauf für Katar (29. November) und Abu Dhabi (6. Dezember) vorerst normal weiter, doch hinter den Kulissen bereitet man sich auf das Worst-Case-Szenario vor. "Wie in der Covid-Ära müssen wir versuchen, so pragmatisch wie möglich zu sein", erklärte Domenicali im Interview mit der französischen L’Équipe. "Denn es ist nicht wie bei einem Fußballspiel, bei dem nur zwei Teams und 22 Spieler beteiligt sind und man den Spielort leicht ändern kann. Für uns gibt es eine enorme logistische Komplexität und immense Kosten."

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Entscheidung fällt in kommenden Monaten

Erschwerend kommt hinzu, dass der geplante finale Triple-Header aus Las Vegas, Katar und Abu Dhabi viele Mitarbeitende im Paddock am Ende einer ohnehin langen Saison an ihre physischen Grenzen treibt. Stefano Domenicali bestätigte, dass es eine interne Deadline gibt, an der eine finale Entscheidung über die Austragung der Rennen in Katar und Abu Dhabi fallen muss. Konkrete Termine oder Details nannte er nicht.

"Ich möchte nicht ins Detail gehen. Die Entscheidung wird in den kommenden Monaten getroffen, wenn es an der Zeit ist", so Domenicali. Gleichzeitig ließ er offen, ob die ausgefallenen Rennen im Frühjahr nachgeholt werden könnten - machte den Fans aber wenig Hoffnung. "Um transparent zu sein: Ich denke, beide Rennen [Bahrain, Saudi-Arabien] wieder in den Kalender aufzunehmen, ist unmöglich. Selbst nur eines wird nicht einfach. Es gibt schlichtweg nicht viele verfügbare Zeitfenster."

F1-Boss: Absolutes Nein zu Las Vegas als Saisonfinale

Sollten auch Katar und Abu Dhabi komplett ausfallen, würde die Saison 2026 rein theoretisch auf nur noch 20 Rennen schrumpfen und bereits am 21. November in Las-Vegas enden. Dieses Szenario schloss Domenicali jedoch kategorisch aus: "Las Vegas wird nicht das letzte Rennen sein. Das kann ich bestätigen." Stattdessen ließ er erste Details zum potenziellen Ersatz-Kalender durchsickern.

Der Backup-Plan sieht vor, ein zusätzliches Rennen am ersten Oktoberwochenende zwischen den Grands Prix in Baku und Singapur einzuschieben - was allerdings einen weiteren, logistisch extrem anspruchsvollen Triple-Header bedeuten würde. "Ich kann bestätigen, dass wir einen Backup-Plan haben", beruhigte Domenicali die Fans. "Und falls die beiden Rennen am Jahresende aufgrund der politischen Lage nicht stattfinden können, werden wir andere, attraktive Alternativen parat haben."

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