Noch wartet Formel-1-Neuzugang Audi auf seine ersten WM-Punkte. In den vergangenen fünf Wochenenden schaffte es die deutsche Mannschaft nicht, einmal in den Top-10 über die Ziellinie zu fahren. Für ein Debütanten-Team ist das nichts Ungewöhnliches, aber im Fall Audi türmen sich die Probleme. Personal-Rochaden erschweren den Einstieg in die Königsklasse. Da kommen bei manchen Fans Sorgen auf.
Formel-1-Experte Christian Danner beruhigt. Der plötzliche Abgang von Ex-Teamchef Jonathan Wheatley nach nur zwei Rennen habe zwar seine Spuren hinterlassen, sei aber kein echter Beinbruch gewesen: "Der lässt sich ersetzen. Das Team ist noch immer in der Lage, ein vernünftiges Rennwochenende zu gestalten." In Kanada bekleckerten sie sich nicht gerade mit Ruhm. Falsche Strategie, wenig Pace und Strafen machten das Rennen in Montreal zur Nullnummer.
Danner sieht die Krux auf technischer Seite: "Es gibt, wie Mattia Binotto immer wieder erwähnt, schon sehr viele Problemkreise. Es ist eine lange Liste und sie wird nicht weniger." Er hat das Gefühl, die Weiterentwicklung des Teams stagniert. "Dieses 'Es geht weiter nach vorne' ist im Moment nicht zu sehen. Wo man in der Startaufstellung steht, ist von den Fehlern und Problemen der Konkurrenz abhängig", analysiert der Experte. Sollte sich ein erfahrener Fahrer wie Nico Hülkenberg damit herumschlagen? Oder sollte er das Schiff lieber früher als später verlassen?
Soll Hülkenberg bei Audi bleiben? Danner: Darf man nicht abschreiben!
Auf diese Frage hat der Experte im AvD Motorsport Magazin eine ganz klare Antwort: "Ja, logisch. Audi ist immer noch Audi. Die können natürlich zulegen." Man müsse erst den Entwicklungsrhythmus finden und sich eingrooven. Das gestalte sich nicht leicht, weil es an allen Enden fehlt, nicht zuletzt an einem Motor mit signifikantem PS-Defizit. "Die haben so viele Kleinigkeiten. Der eigentliche Fortschritt, den man im Speed sehen möchte, ist Bestandteil davon, aber eben nicht der einzige", so Danner.
"Ein kleines Update, das das Auto aerodynamisch effizienter machen würde, wäre gewünscht. Aber da arbeiten sie dran", führte der ehemalige F1-Pilot fort. Abschreiben dürfe man Audi auf keinen Fall: "Das sind gute Ingenieure, das ist ein gutes Team und die werden schon auf die Beine kommen. Deswegen würde ich Hülkenberg sagen: Nicht weglaufen, sondern da bleiben, auf jeden Fall."
Hülkenberg selbst hat bisher nicht anklingen lassen, dass er über einen Teamwechsel nachdenkt. Im unrealistischen Fall, dass Hülkenberg sich anderweitig umsehen möchte, hätte er 2027 eine große Auswahl. Nur weniger als ein Viertel aller Fahrer sind nächstes Jahr bisher mit Sicherheit bei ihren Teams verpflichtet, einige haben jedoch die Option auf 2027. So auch Hülkenberg, dessen Vertrag mit Audi provisorisch mit 2026 datiert ist.
Audi fuhr beim Kanada GP mit Intermediate-Reifen auf fast trockener Strecke weg. Bei ihnen verzieh Danner die Fehlentscheidung, bei McLaren nicht. Was er zum Team-Desaster zu sagen hat, erfahrt ihr hier:



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