Seit 2023 hält die Formel 1 insgesamt drei Rennen auf US-amerikanischem Boden ab. Neben Austin und Miami kehrt die Königsklasse auf die Straßen von Las Vegas zurück. Bereits 1982 wurde der Caesars Palace Grand Prix in der größten Stadt Nevadas ausgetragen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Rennserie tritt die Formel 1 in Las Vegas selbst als Veranstalter auf und greift nicht auf einen lokalen Promoter zurück.
1982 handelte es sich beim Caesars Palace Grand Prix noch um einen 3,650 Kilometer langen temporären Kurs, der auf dem Parkplatz des gleichnamigen Hotels ausgetragen wurde. Die neue Strecke in "Sin City" führt über den gesamten Las Vegas Strip und vorbei an den strahlenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Entworfen wurde der Kurs vom deutschen Architekturbüro Tilke, aus dessen Feder einige F1-Strecken stammen. Anders als die üblichen Formel-1-Rennen wird der Las Vegas GP als Nachtrennen an einem Samstag ausgetragen.

Das Layout des Las Vegas Strip Circuit

Mit einer Länge von 6,201 Kilometern ist der Las Vegas Strip Circuit die zweitlängste Strecke im aktuellen F1-Kalender. Der Kurs besteht aus elf Linkskurven, sechs Rechtskurven und drei langen Geraden mit zwei DRS-Zonen. Die Strecke wird entgegen dem Uhrzeigersinn befahren. Die Fahrer wechseln im Laufe einer Runde 48-mal den Gang, der Vollgas-Anteil beträgt 79 Prozent.
Eine Runde um den Las Vegas Strip Circuit beginnt auf der kurzen Start-Ziel-Geraden. Nur 200 Meter trennen die Pole Position von der ersten Kurve, einer Linkskehre, die in die Kurvenkombination von zwei bis vier führt. Im Links-Rechts-Wechsel beschleunigen die Fahrer von 120 auf 200 km/h, bevor es in die erste Gerade der Strecke geht. Am Ende der Koval Lane wartet ein harter Bremspunkt, bei dem bis auf den zweiten Gang zurückgeschalten werden muss. Die F1-Piloten müssen hier besonders aufpassen, da hier der Grip bei kalten Temperaturen sehr niedrig ist – und die engen Wände auf dem Straßenkurs bestrafen jeden kleinen Fehler.
Es folgt ein langgezogener, schneller Linkshänder und eine langsame Schikane, in der es oft zu Verbremsern kommt. Nach Kurve neun können die Fahrer wieder beschleunigen. Hier passieren die F1-Boliden die berühmte und markante Las Vegas Sphere, eine riesige, kugelförmige Mehrzweckhalle. Während des Rennens ist auf der LED-Verkleidung unter anderem ein Gesicht zu sehen, das den Autos beim Vorbeifahren zusieht. Die gelbe Animation wird "Orbi" genannt.

Kurven zehn und elf können in einem modernen Formel-1-Auto mit Vollgas durchfahren werden. Fahrer passieren einige Luxusresorts sowie das berühmte Hotel The Venetian. In Kurve elf erreichen Fahrer bis zu 290 km/h, bevor sie für Kurve zwölf stark bremsen müssen. Danach geht es auf den glamourösesten Teil der Strecke: Fast zwei Kilometer lang geht es gerade aus über den Las Vegas Boulevard, vorbei an ikonischen Sehenswürdigkeiten wie dem Brunnen des Bellagio-Hotels und dem Las Vegas Eiffelturm. Hier erreichen die Fahrer die Höchstgeschwindigkeit der Strecke, mit über 360 km/h rasen sie den Las Vegas Strip hinunter.


Kurve 13 ist nur ein kleiner Knick in der langen Geraden und für die F1-Fahrer nicht spürbar. Die Kurvenkombination 14 bis 16 ist die beliebteste und beste Überholmöglichkeit auf dem Las Vegas Strip Circuit. Nach der Highspeed-Geraden müssen die Piloten für die Schikane auf 90 km/h runterbremsen. Kurve 17 nehmen die Fahrer mit Vollgas, bevor sie wieder auf die Start-Ziel-Gerade kommen.

Die Technik in Las Vegas
Weil das Formel-1-Rennen auf dem Las Vegas Strip Circuit bei Nacht gefahren wird, herrschen kühlte Temperaturen. Unter 20 Grad hat die Luft in der Wüstenstadt beim Rennstart, auf dem Asphalt ist es nicht wärmer. Das stellt die F1-Fahrer vor eine Herausforderung: Die Reifen kommen nur schwer auf Temperatur, gepaart mit der schmutzigen Strecke auf dem Straßenkurs ist das Griplevel sehr gering.
Hingegen ist das Graining aber sehr hoch. Durch das Rutschen auf dem Asphalt reibt sich der Reifen stark ab. Die zurückgebliebenen Gummipartikel, die auf der Strecke zurückbleiben, nimmt der Reifen später wieder mit, wodurch die Haftung und Traktion des Autos verringert werden. Um dem niedrigen Abtriebsniveau entgegenzuwirken, bringen die Teams meist streckenspezifische Flügelabstimmungen mit nach Las Vegas, um einen guten Top-Speed zu erreichen.

