Charles Leclerc hätte in Las Vegas zwar nicht aus eigener Kraft auf das Formel-1-Podium fahren können. Aber das war auch gar nicht notwendig, denn wie sich nach dem Rennen herausstellte, hätte schon ein fünfter Platz gereicht, um doch noch eine Podestplatzierung gutgeschrieben zu bekommen. Der Doppel-Disqualifikation von McLaren sei dank.

Doch diese verspätete Top-3-Gelegenheit konnte der Ferrari-Pilot auch nicht wahrnehmen. Andrea Kimi Antonelli war ihm nach einer 5-Sekunden-Strafe nur um zwei Zehntelsekunden zu weit enteilt. "Ich habe 100 Prozent gegeben und nichts liegen gelassen", sieht Leclerc die Schuld über das verlorene Podium nicht bei sich selbst.

Charles Leclerc kassiert McLaren-Undercut: "Verstehe nicht, wie das passiert ist"

Wohl aber zeigte er Unverständnis über die Strategie des Teams, die ihm eine Position und damit im Nachhinein das Podium gekostet habe. "Ich verstehe nicht ganz, was rund um den Boxenstopp passiert ist", meldete er Zweifel an dieser an, "aber es sieht so aus, als hätten wir dort einige Positionen verloren. Deshalb müssen wir uns anschauen, ob wir da etwas besser machen hätten können."

Tatsächlich verlor Leclerc nur einen Rang und zwar jenen gegen Oscar Piastri. Dieser Positionsverlust erwies sich aber dahingehend als besonders schmerzhaft, dass er vor dem ersten Stopp schon viel Zeit hinter dem McLaren verbracht hatte, diesen dann nach einem Fehler endlich überholen konnte, nur um dann nach dem Boxenstopp hinter dem Papaya-Boliden wieder anzustehen.

McLaren war ein erfolgreicher Undercut gegen den Ferrari-Fahrer geglückt und das obwohl Leclerc in Runde 21 eigentlich selbst ein perfektes Fenster für seinen ersten Reifenwechsel gehabt hätte, und er noch dazu gerade zu Carlos Sainz im Williams aufschloss, also jeden Grund gehabt hätte aus dem Verkehr auszuscheren. Stattdessen ließ die Scuderia diese Chance ungenutzt verstreichen und Piastri nahm sie dankend an. Leclerc stoppte drei Runden später, doch auch mit dem Reifendelta konnte er den Spieß nicht mehr umdrehen.

Ferrari fehlt Topspeed - Leclerc: Musste massive Risiken eingehen

Der Ferrari hatte am Rennsonntag in Las Vegas nicht ausreichend Topspeed, um aus eigener Kraft an dem McLaren von Piastri vorbeizugehen. Erst recht nachdem der Australier im DRS-Fenster von Antonelli hing. "Ich musste massive Risiken eingehen, um zu überholen, denn wir waren auf den Geraden sehr sehr langsam", erklärte Leclerc.

Mit diesen Risiken war es ihm gelungen, neben Piastri im ersten Stint noch an Fernando Alonso, Oliver Bearman, Isack Hadjar und Carlos Sainz vorbeizugehen. Im zweiten Stint offerierte ihm der McLaren-Fahrer aber keine Position mehr mit einem Fehler. In den letzten Runden verlor Leclerc aufgrund der Fahrt im Verkehr genauso wie sein Vordermann Reifen-Performance. Dadurch summierte sich sein Rückstand gegen Antonelli, der 48 Runden auf einem einzigen Satz Hards verbracht hatte, auf ebenjene 5,1 Sekunden.

"Es war ein schwieriges Rennen zu managen, aber ich denke, dass ich nichts besser machen hätte können", gab sich Leclerc nach Las Vegas überzeugt. "Es war nur ein bisschen schade, dass ich hinter Oscar steckengeblieben bin und er das DRS [von Antonelli] exakt zu jenem Zeitpunkt bekam, als ich zu ihm aufschloss."

Erklärt: Beide McLaren disqualifiziert - Verstappen profitiert (16:59 Min.)