Formel 1 in Las Vegas: Die Gewinner
Max Verstappen
Im Spielerparadies hat Max Verstappen den Jackpot geknackt. Vor dem Grand Prix von Las-Vegas betrug sein Rückstand auf den WM-Führenden Lando Norris noch 42 Punkte. Nach dem Grand Prix sind es "nur" noch 24 Punkte. Zwar hatte Verstappen mit seinem sechsten Saisonsieg dafür gesorgt, dass seine WM-Chancen am Leben blieben, dennoch galt sein fünfter Titel direkt nach der schwarz-weiß-karierten Zielflagge als unwahrscheinlich. Durch die Disqualifikation von Norris und Oscar Piastri ist der Titelkampf jedoch wieder offen. Immerhin sind in Katar und Abu Dhabi noch 58 Punkte zu holen – und Verstappen wird jede Chance wahrnehmen, die sich ihm bietet. "Bei Max gibt es kein Zögern", betont Dr. Helmut Marko.
Kimi Antonelli
Mit dem enttäuschenden 17. Startplatz, einem Frühstart und einer daraus resultierenden Fünf-Sekunden-Strafe hätte Kimi Antonelli sich durchaus in der Verlierer-Rubrik wiederfinden können. Doch im 50 Runden langen Grand Prix bewies der Mercedes-Rookie, dass er definitiv zur "Liga der Gewinner" gehört. Obwohl er noch nie in Las Vegas gefahren war und auch in den freien Trainings keinen Longrun absolvieren konnte, legte er auf den harten Reifen einen Husarenritt über 48 Runden hin. Gleichzeitig wehrte er im Schlussspurt auf den deutlich älteren Reifen die Angriffe von Oscar Piastri ab und hielt auch Charles Leclerc aus dem 5-Sekunden-Fenster draußen. "Mein Kompliment", lobte Formel 1-Experte Christian Danner. Nach der Disqualifikation von McLaren reiste Antonelli verdient mit dem Pokal für den dritten Platz aus Las Vegas ab.
Oscar Piastri
Manch einer wird sich fragen, warum Oscar Piastri in der Gewinner- und nicht in der Verlierer-Rubrik gelandet ist. Schließlich wurde sein MCL39 in Las Vegas disqualifiziert und der McLaren-Pilot verlor seinen fünften Platz. Betrachtet man jedoch die Fahrerwertung, dann wäre Piastris Rückstand auf Lando Norris bei einem normalen Rennverlauf – Norris wird Zweiter, Piastri Fünfter – auf 32 Punkte angewachsen. Durch die Disqualifikation bleibt sein Rückstand bei 24 Punkten. Bei noch zwei ausstehenden Rennen und 58 zu holenden Punkten macht ihn das definitiv zu einer Art Gewinner.
McLaren hatte im Kampf um die Fahrer-WM in Las Vegas eigentlich noch alles im Griff. Bis zur Doppel-Disqualifikation. Die Stellungnahme & Entschuldigung des Teams gibt es hier zu lesen:
Formel 1 in Las Vegas: Die Verlierer
Lando Norris & McLaren
Es ist bereits das zweite Mal in dieser Saison, dass Lando Norris unverschuldet einen bitteren Rückschlag im Titelkampf hinnehmen muss. Schon in Zandvoort verlor er durch einen Ausfall wichtige WM-Punkte, genauso wie am Sonntag in Las Vegas. Die Disqualifikation wegen ein paar Millimeter – genauer gesagt 0,12 Millimetern links hinten und 0,07 Millimetern rechts hinten - dürfte ihn jedoch weit mehr schmerzen als der technische Defekt in den niederländischen Dünen. Aber auch McLaren selbst gehört zu den Verlierern in Las Vegas. Die Disqualifikation beider Autos ist für den Konstrukteursweltmeister der Super-GAU.
Lewis Hamilton
Lewis Hamilton scheint aus seinem selbst bezeichneten Ferrari-Alptraum nicht aufzuwachen. Dass der Grand Prix von Las Vegas kein Zuckerschlecken werden würde, war nach Startplatz 20 klar. In der Startphase konnte Hamilton vom Chaos profitieren und neun Plätze gutmachen, doch das war auch schon alles Positive. Nach einer Berührung mit Alex Albon kämpfte er mit der Pace und der Balance des SF-25. Selbst gegen Sauber-Pilot Nico Hülkenberg war er chancenlos. "Das war der bedeutungsloseste zehnte Platz meiner Karriere. Ein schreckliches Wochenende", erklärte der Ferrari-Pilot nach dem Rennen kurz angebunden. Dass er durch die Disqualifikation von McLaren auf Platz acht nach vorne rückte, dürfte ihn nicht wirklich positiver stimmen.
Gabriel Bortoleto
In der bislang beeindruckenden Rookie-Saison von Gabriel Bortoleto scheint der Wurm drin zu sein. Der Sauber-Rookie war in Las Vegas erneut in eine Kollision mit Lance Stroll verwickelt. Dieses Mal rammte er Stroll, der wiederum Pierre Gasly touchierte. "Ich habe mich bei meinem Anbremspunkt ein bisschen verschätzt. Ich denke, fünf Meter früher und ich hätte das Auto stoppen können." Durch diese Aktion war nicht nur der Las-Vegas-GP für Bortoleto frühzeitig zu Ende, er muss in Katar auch fünf Startplätze zurück.



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