Seit die Europa-Saison vorbei ist, läuft es wieder bei Andrea Kimi Antonelli. Der Mercedes-Fahrer performte schon seit Baku solide, in Brasilien lieferte er das wohl beste GP-Wochenende seiner noch jungen Formel-1-Karriere ab. Ausgerechnet auf einer Strecke, auf der er in seiner Nachwuchskarriere noch nie gefahren ist.

Doch das trifft nicht nur auf Sao Paulo zu. Auch beispielsweise in Miami, als er seine erste Sprint-Pole einfuhr und erstmals über ein GP-Wochenende schneller war als George Russell, fuhr er in seinem Leben zuvor noch nie. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sieht darin einen Trend. Er glaubt auch eine Erklärung dafür zu haben, warum Antonelli auf Strecken, die ihm neu sind, besser performt als auf jenen, die er noch nie gefahren ist.

Toto Wolff: Antonelli hat weniger Druck auf neuen F1-Strecken

"Wenn er auf eine Strecke kommt, die er nicht kennt, ist es ein bisschen einfacher. Die Erwartungen sind geringer und der Druck ist nicht so hoch wie auf manchen europäischen Strecken", schätzt Wolff. Dabei spielt er weniger auf die Erwartungen von außen an, sondern auf jene von Antonelli an sich selbst.

"Wenn man an eine Strecke kommt, von der man weiß, dass man in der Vergangenheit sehr gut performt hat, und dann hinten liegt", dann bürde das dem 19-Jährigen mehr Druck auf, so seine Vermutung. Ob das der Grund ist, ist von außen schwer zu beurteilen. Die Statistik untermauert auf jeden Fall eindrucksvoll, dass Antonelli auf ihm bekannten Strecken mehr Probleme hat als auf neuen.

Kimi Andrea Antonelli: So viel schlechter fährt er auf bekannten Strecken

Im Schnitt sammelte er pro Rennen (Sprint aus Vergleichbarkeits-Gründen nicht mitgezählt) in diesem Jahr etwa 5,2 Punkte. Auf neuen Strecken waren es 9,6 Punkte. Im Gegensatz dazu waren es auf Kursen, in denen er schon in der Formel 2, in der FRECA oder der Formel 4 gefahren ist, im Schnitt weniger als zwei Zähler (1,9). Das umfasst sämtliche Europa-Strecken im F1-Kalender, die Nahost-Kurse, sowie Australien und Baku. Die Rennen in Amerika und Ostasien sind Neuland für Andrea Kimi Antonelli und entsprechend bislang die erfolgreicheren.

Punkteschnitte werden natürlich auch immer von externen Faktoren beeinflusst und geben deshalb nicht immer die reale Performance eines Fahrers wieder. Doch auch in Bezug auf die Qualifying-Zeiten gibt es einen klaren Unterschied zwischen 'neuen' und 'alten' Strecken. Auf jenen Rennstrecken, die Antonelli schon kennt, verlor er im Schnitt etwa 0,333 Sekunden auf George Russell. Auf den anderen wurde dieser Rückstand beinahe halbiert (0,170 Sekunden).

Wolff ist überzeugt, dass der Italiener diese Schwachstelle bis nächstes Jahr ausbügeln kann. "Ich denke es ist Teil der Entwicklung. Nächstes Jahr wird er an diese Strecken, die er kennt, kommen, ohne dass er erwartet, alles zu zerstören", sagte der Teamleiter. Eine erste Kostprobe könnte er schon vor dem Formel-1-Saisonende geben. Denn Katar und Abu Dhabi kennt Antonelli jeweils aus der Formel 2.

Genauso übrigens wie Baku, eine Strecke die einen krassen Ausreißer zu seinem allgemeinen Trend darstellt. Denn dort besiegte er Russell im Qualifying deutlich. Es war sein einziger Head-to-Head-Erfolg auf einer ihm zuvor schon bekannten Strecke. "Wir erwarteten immer, dass das Jahr so kommen würde, mit all diesen Hochs und Tiefs. Es ist ein Lernjahr", verteidigte Wolff den Italiener.

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Andrea Kimi Antonelli liegen offenbar jene Rennstrecken, auf denen er zuvor noch nie gefahren ist. Aber was sind allgemein die besten Strecken der Formel-1-Fahrer? Das könnt ihr hier nachlesen: