Fünf Wochenenden lang lag ein Fluch auf Mercedes, was das Ranking der Formel-1-Fahrer auf Motorsport-Magazin.com angeht. Erst ein perfekter Monaco-GP bringt dank Kimi Antonelli die Erlösung. Bei George Russell kann indessen von gar keiner Erlösung die Rede sein.

Bester Formel-1-Fahrer in Monaco: Kimi Antonelli mit Ansage

Antonellis Vorstellung, als es in Monaco drauf ankam, war eine echte Machtdemonstration. Pole, Sieg, jeder Runde geführt, schnellste Runde, das ist bereits ein Grand Slam. Ihn da nicht klar als besten Fahrer des Wochenendes zu deklarieren wäre äußerst schwer, und es wagt auch niemand. Antonelli gewinnt die Leserwertung und erhält eine glatte Eins aus der Redaktion.

Das macht einen Gesamt-Schnitt von 1,10. Es ist Antonellis erster Ranking-Sieg der Karriere, seine beste Note, und die beste Note aller Fahrer im Jahr 2026. Und damit hat er Mercedes erlöst, denn in den ersten fünf Rennen hatte es kein Mercedes-Pilot geschafft, trotz Rennsiege auch das Ranking zu gewinnen. Antonelli lässt Lewis Hamilton (1,32) und Liam Lawson (1,78) relativ deutlich hinter sich. Max Verstappens Qualifying-Gala reicht nicht ganz für die Top-3.

P.FahrerNote
1Antonelli1,10erster Ranking-Sieg
2Hamilton1,324 von 6 Rennen unter 2
3Lawson1,78beste Note seiner Saison

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Monaco: Immerhin nicht George Russell

Während Antonelli in der WM enteilt, stürzt George Russell wieder ab. Seine Strafen konnte man vielleicht entschulden, aber das ändert nichts an seiner lahmen Pace. Mit 3,67 landet Russell dank einer harten Leser-Bewertung (4,33) weit hinten. Mildere Redakteure (dreimal 3) bewahren ihn jedoch zumindest von der ultimativen Schmach. Denn Russells Lesernote allein wäre die zweitschlechteste des Wochenendes gewesen.

Dank der Redaktion entkommt Russell auf Platz 16. Den letzten Platz hätte er auch nach Lesernote nicht von Lance Stroll entwenden können. Stroll beendet ein desaströses Wochenende mit einem Schnitt von 4,47 erstmals in diesem Jahr ganz hinten. Valtteri Bottas führt vor ihm seine Negativ-Serie fort. Gabriel Bortoletos unnötiger Qualifying-Patzer trägt ihm die schlechteste Note seiner Saison ein.

P.FahrerNote
20Bortoleto3,98schlechteste Note seit Las Vegas 2025
21Bottas4,143. Rennen in Folge in den letzten drei
22Stroll4,47erstmals 2026 Letzter

Härtefälle in Monaco: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Kimi Antonelli
In siebeneinhalb Jahrzehnten Formel 1 war das wohl eines der stärksten Wochenenden eines Fahrer überhaupt. Sicherlich war der Mercedes im Fürstentum kein schlechtes Auto, überlegen jedoch war er keineswegs. Antonelli hat ihn aber so aussehen. Der Italiener fuhr jede Runde am Limit und machte trotzdem keinen einzigen Fehler. Dass er zwei stehende Starts und einen fliegenden Restarts ohne jegliche Unsicherheit meisterte, machte das Ganze perfekt.

Christian Menaths negativer Härtefall: Sergio Perez
Wie kann das bitte passieren? Sergio Perez' Pace am Wochenende war richtig gut. Der Spezialist für Straßenkurse ließ seinem Teamkollegen nicht den Hauch einer Chance. Perez sollte dadurch sogar den ersten Punkt der Cadillac-Geschichte abstauben. Es wurde aber nichts damit. Gleich 3 (in Worten: drei!!!) Startvergehen leistete sich der Mexikaner. Einen falschen Probestart, eine komplett falsche Startposition und ein schlechtes Einparken. Das ist geradezu lächerlich. Wie kann man eine solch tolle sportliche Leistung so leichtwertig wegwerfen?

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Lewis Hamilton
Ich muss zugeben, ich hatte in diesem Jahr noch lange meine Zweifel an der Renaissance des Rekord-Weltmeisters und warnte davor, die Leistungen auf seinen Fabelstrecken wie in China oder Kanada zu hoch zu bewerten. Aber Monaco ist keine dieser klassischen Hamilton-Strecken, auch wenn er hier schon dreimal gewonnen hat. Und es ist vor allem keine Strecke, auf der man Charles Leclerc so einfach schlägt. Der Monegasse war vielleicht in der Theorie schneller, aber eben auch in der Wand und das fasst das Bild bei Ferrari gut zusammen. Hamilton ist aktuell der bessere und verlässlichere Ferrari-Fahrer und genau diese Rolle nahm er auch in Monaco ein.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Lance Stroll
Der Unfall? Geschenkt! Da war die kaputte Strecke schuld oder die kaputte Motorbremse am Aston Martin oder beides. Jedenfalls nicht Lance Stroll. Aber ich muss einmal festhalten, wie viel langsamer der Kanadier aktuell ist als Fernando Alonso. Und das nicht nur in Monaco, sondern mit wenigen Ausnahmen seit Monaten. Da kann er ja von Glück sprechen, dass sein Dienstwagen so langsam ist, sonst würde das irgendwann noch jemandem auffallen...

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Liam Lawson
An manchen Wochenenden hat man das Gefühl, Liam Lawson könnte genau das liefern, aber dann begeht er irgendeine Dummheit, irgendwas passiert, was auch immer. In Monaco kann man ihm aber absolut nichts ankreiden. Er fuhr dabei auch das Wochenende nicht bloß kontrolliert runter und war da, als es Punkte zu holen gab, nein, er war auch schnell, und zeigte seinem Rookie-Teamkollegen einmal, worauf es in Monaco ankommt.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Gabriel Bortoleto
Viel zu viel ist für Audi an diesem Wochenende schiefgegangen. Leider sind die Fahrer nicht unschuldig daran. Ehrlich gesagt hätten sie dort sein müssen, wo die Racing Bulls gelandet sind. Gabriel Bortoleto hatte selbst keine Ausrede für seinen Crash in Q1 parat und gestand, dass er völlig unnötig gewesen war. Klar, so viel Erfahrung hat er in der Formel-1-Karriere noch nicht gesammelt mit Q1-Sessions, in denen er nicht ans Limit gehen muss, aber der Audi war in Monaco so gut, dass Q1 ausnahmsweise wirklich eine recht simple Angelegenheit war. Da schon so am Limit zu fahren und einen Crash zu riskieren ist ein schwerer Fehler.

Monaco-Skandal: Asphalt kaputt! Wurde Gasly das Podium geklaut? (10:07 Min.)

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Monaco

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Antonelli111
2Hamilton111
3Hadjar333
4Piastri222
5Lawson211
6Lindblad333
7Gasly121
8Albon232
9Ocon333
10Alonso212
11Bortoleto445
12Russell333
13Hülkenberg343
14Colapinto344
15Perez355
16Sainz334
17Leclerc333
18Stroll444
19Norris322
20Bearman444
21Bottas444
22Verstappen111
Rennen323

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Monaco?

Macht Chaos ein Rennen gut? Die ewige Frage beantwortet auch Monaco 2026 nicht eindeutig. Unter den Leser-Bewertungen herrscht eine große Streuung zwischen 1 und 4. Auch die drei Redakteure pendeln sich dabei im mittleren Bereich ein, was letztendlich mit 2,80 einen Schnitt ergibt, der immerhin besser als Australien ist. Ob man dieses Rennen wirklich mag, hängt aber am Ende definitiv an den eigenen Präferenzen. Wem Chaos nicht reicht, der braucht sich mit diesem Rennen nicht aufhalten.

  • Lesernote Rennen: 2,93
  • MSM-Note Rennen: 2,67
  • Gesamtnote Rennen: 2,8

Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

Mit dem erlösenden Sieg konsolidiert Antonelli seinen Spitzenplatz in beiden Jahreswertungen des Rankings. Hinter ihm geht es eng zu, und vorerst haben sich jetzt mit Lewis Hamilton, Pierre Gasly und Max Verstappen drei Fahrer im Kampf um den zweiten Platz festgebissen. Der Unterbau Stroll-Bottas wirkt inzwischen schon fast unverrückbar.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.