Kimi Antonelli feierte einen sensationellen Triumph beim Großen Preis von Monaco 2026 auf die wohl typischste Monte-Carlo-Art: mit einem kühnen Sprung in das Hafenbecken des Fürstentums. Mit gerade einmal 19 Jahren krönte er sich nicht nur zum jüngsten Monaco-Sieger der Geschichte, sondern schrieb direkt das nächste Kapitel Formel 1-Historie.

Er ist der erste Fahrer überhaupt, dem es gelingt, nach seinem Premierensieg direkt weitere vier Rennen in Folge zu gewinnen. Im engen Leitplankendschungel lieferte der Mercedes-Youngster eine absolut makellose Vorstellung ab - ruhig, kontrolliert und verdammt schnell. Nach seinem ersten "Triple" (Pole-Position, schnellste Rennrunde und Sieg) galt sein Dank vor allem der Mercedes-Mannschaft in Brackley und Brixworth.

"Ich bin sehr glücklich - nicht nur über den Sieg, sondern darüber, wie das gesamte Wochenende gelaufen ist, wie wir uns weiterentwickelt haben und vorangekommen sind, wie meine Ingenieure und alle in der Fabrik von Freitag auf Samstag gearbeitet haben, weil sich das Auto so stark verändert hat." All die harte Arbeit führte dazu, dass er am Sonntag in einem absoluten "Biest von einem Auto" saß.

Antonelli und Mercedes-Mannschaft feiert
Ein besonderer Moment auch für Mercedes, Foto: IMAGO/ABACAPRESS
Antonelli springt ins kühle Nass
Ab ins kühle Nass - wie es sich für den Monaco-Sieger gehört, Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire
Antonellis Sprung ins kühle Nass
Antonelli ist der Mann der Stunde, Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Antonelli überrundet Russell und baut WM-Führung aus

Bereits nach zwei Runden hatte er einen knapp 3-Sekunden-Vorsprung aufgebaut. Nach zehn Runden war dieser auf fünf Sekunden angewachsen, nach weiteren zehn Runden auf mehr als 20 Sekunden. "In Monaco musst du eins mit dem Auto sein und dich voll im Flow befinden", kennt Toto Wolff das Erfolgsgeheimnis. Antonelli, der im Rennen sogar seinen Teamkollegen George Russell überrundete, hat seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft mittlerweile auf 66 Punkte ausgebaut.

Trotz des massiven Erfolgs gibt sich der 19-Jährige bemerkenswert cool und will vom Titelkampf noch nichts wissen: "Die Saison ist noch lang. Ich möchte nicht über die Meisterschaft nachdenken oder mir Sorgen machen. Ich will einfach nur fahren, jede Runde genießen, das Auto weiterentwickeln und immer mehr aus ihm herausholen." Unsicherheiten oder Fehler aus Unerfahrenheit, wie sie der Mercedes-Youngster im Vorjahr noch zeigte, scheinen mittlerweile komplett aus seinem System verschwunden zu sein. "Ich habe viel dazugelernt", reflektierte Antonelli.

"Letztes Jahr war ein enormes Lernjahr, besonders in den schwierigen Momenten. Und obwohl diese Momente hart waren, war es sehr wichtig für mich, wieder zurückzukommen und gute Leistungen abrufen zu können. Das hat mich wachsen lassen." Selbst das einzige echte Manko von Mercedes in der Saison 2026 - die Starts – hat man in den Griff bekommen. "Wir hatten in der Vergangenheit viele schlechte Starts, weil die Elektronik nicht richtig funktionierte, unsere Reifen- und Schlupfdaten nicht korrekt waren und im Simulator nicht gut korrelierten. Wir hatten Probleme mit der Kupplung und mit der Hardware. Aber es scheint, dass wir das endlich gelöst haben“, atmete Wolff auf.

Lewis Hamilton gratuliert Kimi Antonelli
Hamilton gratuliert Antonelli, Foto: IMAGO/justpictures.ch

Lob vom Rekordchampion: Hamilton jagt seinen Nachfolger

Den unumstößlichen Beweis dafür lieferte Antonelli in Monaco gleich doppelt: Sowohl beim ursprünglichen Rennstart als auch beim späteren stehenden Re-Start ließ er die lauernden Gegner eiskalt stehen. Wie schon zuletzt beim Großen Preis von Kanada stand Antonelli auch in Monaco wieder neben seinem prominenten Mercedes-Vorgänger Lewis Hamilton auf dem Podium. Dieser geizte nach dem Monaco-GP nicht mit Lob für den 19-Jährigen. "Er macht einen phänomenalen Job", schwärmte Hamilton.

"Er ist erst 19 Jahre alt – stell dir nur vor, was die Zukunft für ihn bereithält!" Doch der Rekordchampion, der nach Monaco in der WM auf Platz zwei liegt, will es Antonelli nicht zu leicht machen. "Ich werde mein Bestes geben, um ihn für den Rest des Jahres zu jagen", betonte er und fügte hinzu: "Zu sehen, wie er auf diesem Niveau abliefert, ist einfach großartig. Das spornt mich an, selbst wieder auf dieses Level zu kommen."

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