Mit Platz sechs im Qualifying hatte George Russell für den Monaco GP eine denkbar schlechte Ausgangslage. Das Rennergebnis stellte sich allerdings als noch schlechter heraus. Platz 13 und damit weitere 25 Punkte Verlust im Formel-1-WM-Kampf auf Kimi Antonelli, der weit enteilt. Dabei wäre Russell ohne Strafen wenige Runden vor Schluss auf Podest-Kurs gewesen. Eine Speeding-Strafe in der Boxengasse, für die er laut eigener Aussage nichts kann, warf ihn zurück. "Ich habe Probleme damit zu verarbeiten, wie sich die Saison gerade entwickelt."

Software-Problem? Warum gab es die 5-Sekunden-Strafe?

Vom eigenen Teamkollegen und den Ferrari-Piloten trennte Russell nach Runde eins Isack Hadjar. In Runde 32 kam Russell an die Box. Red Bull reagierte mit Hadjar eine Runde später - zu spät, denn der Mercedes ging per Undercut vorbei. Doch einige Runden darauf verhängte die FIA eine folgenschwere Fünf-Sekunden-Strafe gegen Russell. Der Vorwurf: Russell überschritt die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h in der Boxengasse.

Ein Schicksal, dass viele Fahrer am Sonntag in Monaco teilten und das Alpine sogar offiziell anfechtet. "Dass verschiedene Teams das Problem hatten zeigt, dass es wohl ein Problem bei der Software gab, bei wem weiß ich nicht", sagt Russell bei Sky Deutschland. Neben Russell bekam so etwa auch Lewis Hamilton eine Strafe.

"Wir hatten eine Vorstellung davon, dass das ein Problem sein könnte. Aber wir haben keinen extra Puffer gelassen. Ich habe vor dem Eingang der Boxengasse auf den Pit-Limiter-Knopf gedrückt und ihn nach dem Ausgang losgelassen. Auch das Team hat mir gesagt, ich hätte nichts falsch gemacht", so Russell.

Laut Mercedes-Teamchef Toto Wolff könnte das Messungs-Problem weniger mit der absoluten Geschwindigkeit als mit der vergangenen Zeit in der Boxengasse zu tun haben. Besonders dann wenn die Fahrer die weiße Linie am Eingang der Boxengasse etwas überfahren. "Du bist beim Boxeneingang so etwas zu schnell und deine Zeit in der Boxengasse ist geringer, ohne, dass du über dem Limit warst."

Mercedes sitzt Russell-Strafe in der Box nicht ab

Doch damit nicht genug der Probleme für Russell. Als Lance Stroll in Runde 60 in die Wand einschlug, rief die Rennleitung das Safety-Car aus. Mercedes und Russell wollten dies nutzen, doch statt wie Lewis Hamilton die eigene Fünf-Sekunden-Strafe abzusitzen, fertigte Mercedes Russell direkt ab, ohne abzuwarten.

Das Problem: Durch das nicht Absitzen der Strafe handelte sich Russell die nächste Strafe ein: diesmal eine Durchfahrtsstrafe. "Dass wir die Strafe nicht abgesessen haben, war klar unser Fehler", sagt Wolff. Das könnte allerdings auch an mangelnder interner Kommunikation gelegen haben, sowohl Russell als auch Wolff betonen die chaotische Kommunikation vor dem Stopp. "Wir müssen uns anschauen, ob wir ihm tatsächlich gesagt haben reinzukommen. Mein Stand war, dass wir draußen bleiben", sagt Wolff.

Die Durchfahrtsstrafe musste Russell nach dem Restart absolvieren. "So sind wir von Platz drei auf 0 Punkte zurückgefallen." Damit beendete Russell das Rennen auf Platz 13 statt auf dem Podium. In der Fahrer-Weltmeisterschaft ist er sogar hinter Ferrari-Pilot Lewis Hamilton zurückgefallen (90 zu 88 Punkte). Auf Kimi Antonelli fehlen ihm mittlerweile 68 Zähler. "Ich bin platt. Ich habe mittlerweile sogar die Frustration hinter mir gelassen."

Egal ob im Qualifying oder im Rennen, Kimi Antonelli ist aktuell eine Klasse für sich. Wir haben im folgenden Video darüber gesprochen. Jetzt anschauen!

Antonelli watscht Russell ab! Was hat Ferrari verbockt? (09:55 Min.)