Viel ist passiert im Rennen von Nico Hülkenberg, und mehrmals schien der Audi-Pilot am Sonntag in Monaco dem schlechten Startplatz zum Trotz mit einer Hand nach Punkten zu greifen. Am Ende wurde es nichts, denn wieder und wieder ging was schief, und am Ende krönte statt Punkten ein Crash und eine Strafe das enttäuschende Formel 1-Wochenende.

Letztendlich hatte in Monaco nichts geklappt, nachdem Audi sich basierend auf den Trainings als sicherer Punkte-Kandidat gesehen hatte. Im Qualifying hatte Hülkenberg ein Unterboden-Schaden ausgebremst, dessen Ursprung immer noch nicht klar ist. Das bedeutete einen Start nur von Platz 13.

Mangels Überhol-Chancen suchte Audi früh nach einer alternativen Strategie. Bereits in Runde 12 rief man Hülkenberg zum Reifenwechsel für einen großen Undercut gegen das vordere Mittelfeld. Ein kurzer Zwischenspurt bedeutete in der Theorie einen massiven Zeit-Gewinn - aber dann holte Hülkenberg die Williams und die Racing Bulls wieder ein und blieb wieder stecken.

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Doppel-Ärger für Hülkenberg mit Ocon - am Ende steht der Crash

Damit schienen die Punkte immer ein Stückchen zu weit weg. Dann aber begann das Drama. 18 Runden vor Schluss crashte Lance Stroll auf aufbrechendem Asphalt am Ausgang von Rascasse. Das folgende Safety Car hätte Hülkenberg helfen können, doch eine bizarre Szene kostete ihm praktisch direkt einen Platz gegen Esteban Ocon.

Da Stroll direkt vor der Boxeneinfahrt in der Wand steckte, entschied die Rennleitung darauf, die Zielgerade zu sperren und alle Autos zum Durchfahren der Boxengasse zu verpflichten, um den Unfall zu meiden. Aber wann tat sie das? Hülkenberg sah auf dem Licht-Paneel links neben der Einfahrt schon beim ersten Passieren einen nach rechts blinkenden Pfeil, der ihm das zu signalisieren schien, und bog nach rechts in die Boxengasse ab.

"Es war sehr verwirrend, da war ein Auto in der Wand, die Pfeile zeigten nach innen, zwei Autos kamen vor mir sowieso zum Stopp rein", rekapituliert Hülkenberg. Er bog eben ab. Doch er hatte die Lichtsignale falsch gelesen. Pfeil nach rechts oben bedeutet draußen bleiben. Pfeil nach rechts unten bedeutet Boxengassen-Pflicht.

"Wir haben es mit der FIA diskutiert. Sie sagten, es war die Position des Pfeiles", bestätigt Audi-Renndirektor Allan McNish. Hülkenbergs Fehlinterpretation bedeutete, dass er mit 60-km/h-Tempolimit durch die Box rollend einen Platz an Esteban Ocon verlor, der hinter ihm korrekt auf der Strecke geblieben war.

Damit war Hülkenberg bei der anschließenden roten Flagge immer noch Zwölfter. Mit zahlreichen Strafen vor ihm waren Punkte aber immer noch theoretisch möglich. Nur musste er Ocon dafür wieder überholen. Was er beim Restart nach der roten Flagge in der Haarnadel auch tat. Allerdings berührte er am Ausgang der Haarnadel dann Carlos Sainz. 10 Sekunden Strafe, Punkte wieder weg.

Nico Hülkenberg & Audi verstehen Monaco-Strafe nicht

"Da war viel los, ein Gemetzel!" rechtfertigt sich Hülkenberg. Denn beim Start hatte George Russell viel weiter vorne Tempo rausgenommen und das Feld zusammengestaucht. "Es war hitzig, schwierig, da keinem reinzufahren. Ich muss mir das noch einmal im TV anschauen. Natürlich bin ich nicht happy, auf dem ersten Blick stimme ich dem nicht zu."

"Esteban hat vor mir herumgezuckt, dem musste ich ausweichen, dann war ich ganz innen in der Loews auf dem Kerb, mit vollem Lenkeinschlag", erklärt Hülkenberg. "Dann war es irgendwie zu erwarten, dass Carlos einlenkt, und wir haben uns berührt. Das ist Racing."

Durch das Überholen von Ocon und den Ausfall von Sainz war Hülkenberg dann also Neunter, nach den 10 Strafsekunden für die Kollision aber wieder nur mehr 14. Teamkollege Gabriel Bortoleto wurde nur 12., nachdem er im Qualifying gecrasht war und sein Auto dann auch noch auf den Sichtungsrunden verendete. Erst nach einem harten Reset in der Garage konnte Bortoleto gerade noch aus der Box starten. Details zum Defekt will Audi wie üblich nicht nennen.

"In der Realität hatten wir die Pace", bedauert McNish ein vermurkstes Wochenende. Letztendlich gibt er dem Pleiten-Qualifying die Schuld: "Frustrierend, wie das abgelaufen ist. Alles heute war eine Folge davon."

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