Der Monaco Grand Prix 2026 versank kurz vor dem Ende des Rennens im Chaos. Die Auslöser für den irrwitzigen Formel-1-Sonntag hießen Lance Stroll und Charles Leclerc. Ihre Unfälle in der letzten Kurve sorgten erst für ein Safety Car, dann für eine rote Flagge. Aufgebrochener Asphalt an der Unfallstelle alarmierte die Rennleitung und sorgte für eine lange Pause. Die kaputte Rennstrecke war laut Leclerc allerdings nicht der Grund für den Crash. Er ist nach dem bitteren Ausfall bei seinem Heimrennen maximal bedient.
"Ich sehe heute aus wie ein Idiot. Wenn du wegen deines eigenen Fehlers wie ein Idiot aussiehst, okay. Aber das ist einfach nur gemeingefährlich" schimpft der Ferrari-Fahrer am Mikrofon von Sky Sports F1. In der 65. Runde war er in Anthony Noghes, der 19. und vorletzten Kurve auf dem Kurs von Monaco, geradewegs in die Streckenbegrenzung gerutscht. Die Offiziellen reagierten mit einer roten Flagge und einer fast 45-minütigen Unterbrechung.
Sechs Runden zuvor hatte es an derselben Stelle Lance Stroll erwischt. Der Aston-Martin-Pilot hatte beim Anbremsen ebenfalls nicht einlenken können und war geradeaus in die Barriere gerutscht. Nach Leclercs Unfall war die Rennleitung ob des außen vor Kurve 19 aufgebrochenen Asphalts alarmiert. "Dass sich der Asphalt ablöst, hat sicher nicht geholfen, aber die Daten sprechen für sich", lässt Leclerc durchblicken, dass es nicht an der Rennstrecke lag.
Charles Leclerc macht Ferraris Formel-1-Auto für Unfall verantwortlich
"Ich habe kaum gebremst, ich habe die Bremse nur berührt und irgendetwas ist mit diesen Bremsen. An der Vorderachse haben sie viel stärker gebremst als ich erwartete, und an der Hinterachse hatte ich fast gar keine Verzögerung", erklärt der 28-Jährige, dem sein Unfall unmittelbar beim Restart passierte. Leader Kimi Antonelli hatte vor der letzten Kurve gerade erst das Tempo angezogen, mit Ferrari-Teamkollege Lewis Hamilton und ihm im Schlepptau.
"Es ist so frustrierend. Ich denke, ich bin immer sehr ehrlich, egal wie viele Fehler ich selber mache. Ich würde es hassen, in den Spiegel zu schauen, wenn ich jemand wäre, der für seine Fehler immer nur Entschuldigungen sucht. Aber ich bin immer knallhart ehrlich, auch wenn ich vor der Kamera stehe - und heute werde ich niemanden in Schutz nehmen", rechtfertigt sich Leclerc für seine offene Kritik am Auto.
Bereits nach den Trainings hatte er von seinen Problemen mit dem Bremsverhalten seines Ferraris gesprochen, das ihn vor allem in Monaco das Vertrauen ins Auto kostete. "Damit schlage ich mich jetzt seit zwei Rennwochenenden herum. Wir hatten zwischen den beiden Autos ein paar Unterschiede bei den Bremsen", sagt er. "In Montreal und hier ist es mit kalten Reifen so unkonstant. Die Reifen sind so sensibel und du bist eher am Limit. Es ist wirklich ein absoluter Albtraum, und ich passe gerade sogar noch auf, was ich hier sage."
Nach dem Erlebnis in Monaco sieht er keinen anderen Ausweg, als für das Rennen in Barcelona in einer Woche eine komplett andere Konfiguration zu fahren: "Wir haben eine Lösung. Ich werde ab dem nächsten Rennen in Lewis' Richtung gehen. Das wird die Probleme lösen, mit denen ich zu kämpfen habe. Vielleicht hat Lewis' Konfiguration andere Probleme, aber ich brauche an diesem Punkt einfach nur Konstanz, und mehr nicht."


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