Ferrari bestätigte seine Favoritenrolle beim Trainingsauftakt der Formel 1 in Monaco am Freitag eindrucksvoll. Erst Bestzeit von Charles Leclerc, dann von Lewis Hamilton. Für die Konkurrenz steht der Sieger damit schon so gut wie fest. Doch die Roten wissen um ihren Ruf als Freitags-Weltmeister. Schon im FP2 war die Konkurrenz wieder näher dran. Teamchef Frederic Vasseur mahnt zur Vorsichtig. Leclerc kämpft dazu mit technischen Schwierigkeiten.

"Wir hatten erwartet, dass Ferrari der Favorit sein würde. Viele hielten das für Gelaber, aber es ist ganz klar, dass sie das Team sind, das es zu schlagen gilt", sieht Mercedes-Fahrer George Russell sich nach diesem Freitag vollends bestätigt. In beiden Trainings war Max Verstappen im Red Bull der erste Fahrer des Ferrari-Duos, zunächst sogar eine halbe Sekunde dahinter. Im FP2 waren es dann allerdings nur noch anderthalb Zehntelsekunden.

"In Monaco hast du über die Sessions immer eine Annäherung der Rundenzeiten. Du kannst nicht erwarten, das gesamte Wochenende vier Zehntel vor allen anderen zu sein", so Fred Vasseur gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Wir werden noch ein paar Schritte machen müssen, was die Einschätzung des Grips in den nächsten Sessions angeht. Das wird morgen der Schlüssel sein."

Ferrari in Monaco nicht mit anderem Ansatz als Konkurrenz

Im zweiten Training begannen Lewis Hamilton und Charles Leclerc ihre Runs auf dem Soft-Reifen später als die Konkurrenz, hauten dafür aber auch sofort die Rundenzeiten raus. Max Verstappen fuhr seine persönliche Bestzeit erst nach neun Runden auf dem weichen Compound, George Russell erst nach zwölf. Technische Gründe hatte das jedoch nicht.

"Die zweite Session war nicht schlechter, aber es war einfach schwierig für alle, eine Runde zusammenzubekommen", erklärt Vasseur. "Wir müssen bedenken, dass der Verkehr in Monaco eine riesige Herausforderung ist. Und jetzt mit zehn Prozent mehr Autos, wird es zehn Prozent schwieriger" sagt er mit Blick auf das von 20 auf 22 Fahrzeuge angewachsene Grid.

Charles Leclerc kämpft mit Bremsen seines Formel-1-Ferrari

Charles Leclerc sieht hingegen schon einen möglichen Nachteil gegenüber der Konkurrenz. "Es scheint, als würden die Reifen bei ihnen länger halten als bei uns", so der 28-Jährige im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Red Bull und besonders Max waren im FP2, die werden stark sein. Mit Mercedes rechne ich auch noch, wenn sie für das Qualifying dann alles zusammenbringen, wird das eng und vor allem enger, als die Leute erwarten."

Der Lokalmatador musste sich dem Teamkollegen im zweiten Training um eine Zehntelsekunde geschlagen geben, verbremste sich am Freitag außerdem mehrfach. "Leider habe ich seit zwei Wochen Probleme mit der Bremse", erklärt er. "Wir suchen noch eine Lösung, aber haben bisher keine gefunden. Wir arbeiten daran, dass es morgen besser wird. Im FP2 hat mich das Vertrauen ins Auto gekostet."

Auf Lewis Hamiltons Seite der Garage klingt das anders. "Insgesamt war es ein positiver Tag, und das Auto fühlte sich schon von den ersten Runden an ziemlich gut an. Das Team hat bei den Änderungen, die wir zwischen den beiden Sessions vorgenommen haben, solide Arbeit geleistet, und wir konnten unser Programm ohne größere Probleme abarbeiten", so der Brite.