Flavio Briatore ist keiner, der um den heißen Brei redet. Umso gespannter warteten die Formel 1-Journalisten in der Teamchef-Pressekonferenz am Freitag auf seine Reaktion zum abrupten Verhandlungsabbruch zwischen Mercedes und Otro Capital. "Die Verhandlungen sind vor drei Tagen geplatzt. Der Preis war zu hoch. Irgendwann haben die Leute einen anderen Preis festgelegt", erklärte Briatore gewohnt offen.

Medienberichten zufolge soll die US-amerikanische Investmentfirma für seine Anteile (24%) an Alpine rund 720 Millionen US-Dollar (ca. 618 Millionen Euro) verlangt haben. Briatore hielt in Monaco nicht damit hinter dem Berg, auf welcher Seite er das Problem sieht: "Toto [Wolff] war in allen Verhandlungen stets sehr fair. Bei den Leuten von Otro sehe ich diese Fairness nicht." Gleichzeitig betonte er, dass die Schlagzeilen rund um Otro Capital und die Alpine-Anteile nichts mit dem F1-Team zu tun haben.

Stattdessen sei Otro das Problem der Renault Group, die bis September dieses Jahres noch ein Veto-Recht besitzt. "Wer auch immer die Otro-Anteile kauft, braucht den Segen von Renault. Ich halte es für sehr schwierig, dass jemand 600 Millionen Euro ausgibt, um eine Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen zu erwerben, wenn dies nicht mit der Mehrheit abgestimmt ist. Ich verstehe diese politische Doktrin ehrlich gesagt nicht, denn unter den aktuellen Bedingungen wird das nicht funktionieren", so Briatore.

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F1-Rückkehr? Horner hat einen neuen Job

Neben Mercedes zeigten auch andere Parteien Interesse, wobei Christian Horner für die größten Schlagzeilen sorgte. Der Ex-Red-Bull-Teamchef wollte offenbar mit einem Investorenkonsortium einsteigen. Wie der aktuelle Stand ist, kann aber auch Briatore nicht sagen: "Ihr müsst mit den Leuten von der Renault Group sprechen, nicht mit mir. Ich weiß nicht, ob Christian an irgendeiner Gruppe beteiligt ist, die die Anteile kaufen will oder nicht. Von meiner Seite ist Christian herzlich willkommen. Ich habe ein ausgezeichnetes Verhältnis zu ihm."

Knapp ein Jahr nach dem Aus bei Red Bull Racing hat der Brite einen neuen Job gefunden. Christian Horner wird künftig als Berater für Oakley Capital fungieren, eine Investmentfirma, die in verschiedene Sportmarken und -projekte investiert. "Ich kenne Peter [Dubens, Gründer Oakley Capital; Anm. der Red.] seit vielen Jahren und habe den Ansatz, von Gründern geführte Unternehmen aufzubauen, immer geschätzt. Ich freue mich darauf, meine Erfahrung einzubringen, um die nächste Generation herausragender Sportunternehmen zu unterstützen", wird er auf der offiziellen Unternehmensseite zitiert.

Erst kürzlich wurde Horner auch mit einem MotoGP-Einstieg in Verbindung gebracht. Auf ein mögliches Engagement in Jerez angesprochen, blieb der 52-Jährige vage, ohne aber zu dementieren: "Ich bin gerade erst dabei, etwas dazuzulernen. Jetzt wo ich mehr Zeit als zuvor habe, erkunde ich andere Formen von Motorsport. Mir gefällt, was ich hier sehe. Aber das bleibt natürlich immer Spekulation."