Seit Längerem ist bekannt, dass ein Teil des Formel-1-Teams von Alpine zum Verkauf steht. Die US-amerikanische Investmentfirma Otro Capital, über die unter anderem Sportstars wie Travis Kelce oder Patrick Mahomes Anteile an Alpine besaßen, will sich von ihrem Teileigentum des Rennstalls trennen. Das ist seit Monaten bekannt.
Immer wieder neue Gerüchte gibt es allerdings darüber, wer diese Anteile aufkaufen könnte. Nachdem seit Dezember bekannt ist, dass Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner Interesse daran haben soll, sorgte in der jüngeren Vergangenheit die Schlagzeile für Aufregung, laut der Mercedes-Teamchef Toto Wolff seine Fühler danach ausgestreckt habe.
Flavio Briatore: Mercedes will Alpine-Anteile kaufen - nicht Toto Wolff
Vor dem Großen Preis von China bezog de-facto-Teamchef Flavio Briatore in der offiziellen Pressekonferenz Stellung zu diesen Gerüchten. Er bestätigte, dass es mehrere Interessenten für die Anteile gibt. "Derzeit haben wir drei oder vier potenzielle Käufer für die Otro-Anteile", sagte der Italiener.
Auch bestätigte er das Interesse aus dem Mercedes-Lager. Allerdings mit einer wichtigen Präzisierung: "Ich weiß, dass es Verhandlungen mit Mercedes gibt. Nicht mit Toto, sondern mit Mercedes." Direkt ist Alpine nicht in diese Gespräche involviert, wie Briatore betont, denn da die Anteile bei Otro Capital liegen, ist es auch diese Gesellschaft, die über den Weiterverkauf bestimmt.
Briatore sieht Verkauf gelassen: Wir haben immer noch das Sagen
Da Wolff sowohl Teamchef bei dem Formel-1-Team von Mercedes ist, als auch über Anteile von knapp 28 Prozent des Rennstalles verfügt, ist er zwangsläufig auch involviert. Briatore selbst betont dennoch: "Wir von unserer Seite stehen in diesem Moment nicht in Kontakt zu Toto. Sollte jemand diese Anteile kaufen, dann sind wir glücklich darüber." Er sieht sich selbst nur als Zaungast: "Ich verfolge nur, was passiert."
Persönlich hat das Enstone-Oberhaupt, dessen offizieller Titel ihn als Executive Director ausweist, kein Interesse, die Anteile zu übernehmen, wie er unmissverständlich klarstellte. Er blickt dem Kauf vor allen Dingen auch deshalb gelassen entgegen, da sich durch diese Anteile von weniger als einem Viertel das Machtgefüge nicht wirklich ändert: "Normalerweise entscheidet jene Gesellschaft, die 75 Prozent besitzt. Diejenigen mit 25 Prozent sind nur Passagier." Der Rest der Alpine-Anteile, die nicht von Otro gehalten werden, liegt nach wie vor bei Renault.
Aufgrund der potenziellen Minderheitsbeteiligung sieht Briatore auch keinen Interessenkonflikt. Außerdem gibt es in der Formel 1 in Form von Red Bull mit den Racing Bulls ja bereits ein prominentes Beispiel, dass der Besitz von zwei Teams gleichzeitig kein Hindernis darstellt. "Red Bull ist seit 20 Jahren ein Pionier [mit diesem Modell]", betonte Briatore.
Mit dem Beginn der Formel-1-Saison 2026 ist das Team aus Enstone ohnehin näher an Mercedes gerückt. Denn das ehemalige Werksteam bezieht nach dem Aus von Renault als Motorbauer seine Antriebe von Mercedes HPP in Brixworth.
Mercedes und Horner sind diejenigen, deren Interesse an Alpine in der Öffentlichkeit am meisten Aufsehen erregte. Wer die anderen Interessenten sind, ist nicht bekannt. In den letzten Tagen machten auch Gerüchte über BYD die Runde. Der chinesische Autohersteller, der auf die Produktion von Elektroautos spezialisiert ist, soll ebenfalls Interesse an einem Formel-1-Einstieg haben und wurde deshalb beinahe zwangsläufig mit den Otro-Anteilen in Verbindung gebracht. Auf eine Frage nach potenziellen chinesischen Kaufinteressenten ging Briatore in der Pressekonferenz nicht ein.
Bei Alpine lief der Formel-1-Auftakt in Australien noch nicht nach Plan, auch wenn Pierre Gasly noch einen Punkt einfahren konnte.



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