Wenn Pierre Gasly und Esteban Ocon auf der Strecke aufeinandertreffen, dann endet das selten freundlich. Auch beim Formel 1-Saisonauftakt in Australien kam es im Kampf um Platz 10 zu einer Berührung der ehemaligen Teamkollegen. In Runde 21 boxte Gasly seinen Landsmann im Haas in Turn 3 mit einem robusten Manöver zur Seite und ging vorbei.
"Ich habe mir bei dem Kontakt mit Esteban den Frontflügel und den Unterboden beschädigt", erklärte Gasly nach dem Rennen. Seiner Meinung nach hätte er ohne die Beschädigungen am A526 mit dem zweiten Haas-Piloten, Oliver Bearman, kämpfen können. Bearman beendete den Australien GP auf Rang sieben, während Gasly im Kampf mit Esteban Ocon um Platz 10 als Sieger hervorging und sich den letzten Punkt sicherte.
"Wir werden niemals beste Freunde werden", ließ Gasly bereits in Staffel 6 "Drive to Survive" über Ocon wissen. Unsere Edda hat sich die aktuelle Staffel 8 für euch angesehen:
Darauf angesprochen, dass es mal wieder zwischen ihm und seinem Kart-Kumpel aus Kindheitstagen zu einer Berührung kam, reagierte Gasly sichtlich genervt: "Ich spreche seit 20 Jahren darüber. Ich werde das nicht noch einmal tun. Es ist, wie es ist." In den letzten 15 Runden des Rennens versuchte Ocon an Gasly vorbeizugehen. Die Abstände variierten je nach Sektor zwischen sieben und neun Zehntelsekunden. In Runde 44 steckte Ocon im Heck des Alpine, kam jedoch trotz vier Zehntel Rückstand nicht vorbei.
Alpine: Potenzial noch nicht ausgeschöpft
Nach 58 Runden war Gasly froh, als die schwarz-weiß-karierte Zielflagge geschwenkt wurde. "Es war ein intensiver Nachmittag und ein ebenso intensives Rennen. Vom Start weg hatte ich viele Zweikämpfe. Ich glaube, wir waren immer innerhalb einer Sekunde zum Auto vor uns oder eine Sekunde zum Auto hinter uns", resümierte der 30-Jährige. Mit dem Punkt von Gasly gelang Alpine in Australien zumindest Schadensbegrenzung, entsprechend fand Steve Nielsen lobende Worte für Gaslys Performance im Albert Park.
"Für ihn war es ein sehr arbeitsreiches Rennen mit vielen harten Zweikämpfen auf der Strecke. Am Ende sicherte er sich nach einer sehr widerstandsfähigen und fahrerisch starken Leistung ein gutes Ergebnis - in einem schwierigen Szenario, in dem viele Faktoren berücksichtigt werden mussten." In China steht dieses Wochenende bereits das erste Sprint-Wochenende der Saison an.
Das bedeutet für die Fahrer nur eine Trainingssession und noch weniger Zeit, sich auf die neuen Gegebenheiten einzuschießen. Umso mehr nimmt Gasly sein Team in die Pflicht: "Wir sind noch weit davon entfernt, das maximale Potenzial unseres Autos auszuschöpfen. Das gilt für alle Bereiche: Energie, Reifen, Chassis, Set-up. Entsprechend steht viel Arbeit an, damit wir in China in einer besseren Ausgangslage ins Wochenende starten."



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