Die lange Rennwochenende zu den 24 Stunden von Le Mans 2026 (13.-14. Juni) hat bereits am Sonntag ihren Auftakt genommen. Beim traditionellen Test-Tag hatten die Teams und Hersteller erstmals in diesem Jahr die Gelegenheit, sich mit dem Circuit de la Sarthe vertraut zu machen. Da der 13,626 Kilometer lange Kurs zum Teil über öffentliche Straßen führt, sind andernfalls keine Testfahrten möglich - deshalb ist jede absolvierte Runde Gold wert.
Zwar verfügen die meisten Teams über ausreichend Daten zur Strecke, doch es gibt auch in diesem Jahr wieder einige Unbekannte: Zum einen haben zahlreiche Hersteller ihre Hypercars über den Winter per Joker-Update überarbeitet, zum anderen hat Reifenlieferant Michelin seine Slick-Mischungen weiterentwickelt. Le Mans ist das einzige Rennen im WEC-Kalender, bei dem die Teams alle drei verfügbaren Mischungen (Soft, Medium und Hart) nutzen dürfen.
24h Le Mans 2026: Ergebnis Test-Tag (kombiniert)
| Pos. | Team | Fahrer | Rückstand |
|---|---|---|---|
| 1 | #007 Aston Martin | Tincknell / Gamble / Gunn | 3:26:293 |
| 2 | #8 Toyota | Buemi / Hartley / Hirakawa / Masson / Conway | +0.108 |
| 3 | #12 Jota-Cadillac | Deletraz / Stevens / Nato / Bourdais / Aitken | +0.560 |
| 4 | #35 Alpine | Felix Da Costa / Milesi / Habsburg | +0.645 |
| 5 | #101 WTR-Cadillac | Taylor / Taylor / Albuquerque | +0.718 |
| 6 | #36 Alpine | Makowiecki / Gounon / Martins | +0.724 |
| 7 | #20 BMW | Frijns / Rast / Van Der Linde / Wittmann / Eng | +0.846 |
| 8 | #51 Ferrari | Pier Guidi / Calado / Giovinazzi | +0.874 |
| 9 | #7 Toyota | Conway / Kobayashi / De Vries / Masson / Buemi | +0.874 |
| 10 | #19 Genesis Magma Racing | Jaminet / Chatin / Juncadella / Chadwick | +0.881 |
| 11 | #93 Peugeot | Di Resta / Vandoorne / Cassidy | +0.915 |
| 12 | #12 Jota-Cadillac | Bourdais / Bamber / Aitken / Stevens / Nato | +0.968 |
| 13 | #009 Aston Martin | Riberas / Sorensen / De Angelis | +0.976 |
| 14 | #50 Ferrari | Fuoco / Nielsen / Molina | +1.068 |
| 15 | #83 AF-Corse-Ferrari | Ye / Kubica / Hanson | +1.269 |
| 16 | #15 BMW | Magnussen / Marciello / Vanthoor / Wittmann / Eng | +1.603 |
| 17 | #94 Peugeot | Duval / Jakobsen / Pourchaire | +1.697 |
| 18 | #17 Genesis Magma Racing | Lotterer / Derani / Jaubert / Chadwick | +2.291 |
Test-Tag in Le Mans bei trockenen Bedingungen
Beim sechsstündigen Test am Sonntag - aufgeteilt in zwei Sessions zu je drei Stunden am Vor- und Nachmittag - ging es deshalb nicht in erster Linie um die Jagd nach Bestzeiten. Stattdessen stand das Verständnis über das Reifenverhalten im Vordergrund verbunden mit der Frage, wie viele Runden mit welcher Mischung absolviert werden können.
Der Sonntag in Le Mans zeigte sich komplett trocken bei Temperaturen zwischen 16 und 19 Grad. In dieser Woche sind zwischenzeitliche Regenschauer während der Trainings und Qualifyings vorhergesagt. Zum Rennen am Samstag (Start um 16:00 Uhr) auf Sonntag soll es nach aktuellem Stand komplett trocken bleiben und das Thermometer sogar auf bis zu 29 Grad am Tag klettern.
Bestzeit für Aston Martin - Toyota verunfallt
Die Tagesbestzeit ging auf das Konto des #007 Aston Martin Valkyrie (Tincknell, Gamble, Gunn), aufgestellt am Nachmittag durch Tom Gamble. Der Brite brauchte 3:26.293 Minuten für seine schnellste Runde und lag damit ziemlich genau auf dem Niveau des Vorjahres (Test-Bestzeit 2025: 3:26.246 durch Toyota).
Gamble distanzierte den Rest des 18-köpfigen Hypercar-Feldes für eine Weile um mehr als eine halbe Sekunde, bis Brendon Hartley in der Schlussviertelstunde nachlegte und den #8 Toyota TR010 Hybrid (Buemi, Hartley, Hirakawa) auf Platz zwei bugsierte. Der Neuseeländer wies mit seiner persönlichen Bestzeit (3:26.401 Minuten) einen Rückstand von 0,108 Sekunden zum Aston Martin auf.
Rund um den im Winter aerodynamisch stark überarbeiteten #8 Toyota gab es am Vormittag einen Schreckmoment, als Ryo Hirakawa mit dem Algarve-Pro-Racing-LMP2 von Jake Hughes kollidierte und sich einen Schaden am linken und hinteren Bodywork zuzog. Der Toyota-Crew gelang es während der zweistündigen Mittagspause, das Auto zu reparieren und für die Nachmittags-Session wieder auf die Strecke zu schicken. "Der Unfall am Morgen war wirklich unglücklich", berichtete Hirakawa. "Ich konnte nichts dagegen tun. Es ist aber besser, das Pech schon vor dem Rennen aus dem Weg zu räumen."

Alpine mischt bei letztem Le-Mans-Start vorne mit
Platz drei ging an den #12 Cadillac V-Series.R von Jota (Stevens, Nato, Deletraz), wo der Schweizer Louis Deletraz erneut für den verletzten Stammfahrer Alex Lynn einspringen wird. Ob der Brite in dieser Saison überhaupt noch einmal für das Jota-Team an den Start gehen wird, bleibt ungewiss. Es gibt seit längerer Zeit Spekulationen über einen Abschied und Wechsel zu einem anderen Hypercar-Hersteller. Norman Nato führte den Caddy mit einer 3:26.853 zur dritten Position in der kombinierten Zeitenliste.
Auf den Positionen vier und sechs landeten die beiden Alpine A424, die zum letzten Mal bei den 24h Le Mans antreten werden. Der französische Autobauer zieht sich zum Saisonende aus der WEC zurück. Der Österreicher Ferdinand Habsburg errang P4 im #35 Alpine und setzte sich im teaminternen Duell gegen Victor Martins (P5) durch. Zwischen die beiden Alpine quetschte sich der #101 Cadillac von Wayne Taylor Racing (R. Taylor, J. Taylor, Albuquerque) aus der IMSA-Serie.
Le-Mans-Test: Bester BMW auf Platz sieben
Platz sieben ging an den #20 BMW M Hybrid V8 (Rast, Frijns, S. van der Linde), der beim vorangegangenen WEC-Rennen in Spa seinen ersten Sieg erzielt hatte. Rene Rast und Robin Frijns reisen als WM-Spitzenreiter nach Le Mans. Der Österreicher Philipp Eng, eigentlich BMW-Stammkraft in der IMSA, war beim Test-Tag als offizieller Ersatzfahrer im Einsatz. Der zweite BMW um Raffaele Marciello, Kevin Magnussen und Dries Vanthoor belegte den 16. Rang.
Auf den Positionen acht, neun und zehn folgten der #51 Ferrari 499P (Pier Guidi, Giovinazzi, Calado), der Toyota mit der Startnummer #7 (Conway, Kobayashi, De Vries) sowie die #19 von Genesis Magma Racing (Jaminet, Chatin, Juncadella, Ersatzfahrerin: Jamie Chadwick) beim Debüt der Koreaner in Le Mans. Mit dem bestplatzierten Peugeot auf P11 lagen alle acht Hersteller innerhalb von neun Zehntelsekunden. Da die Balance of Performance seit diesem Jahr auf Anordnung des ACO und der FIA nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, lässt sich aktuell nichts über die Einstufung der Fahrzeuge sagen.
Am Mittwoch geht es weiter in Le Mans mit dem 1. Freien Training (14:00-17:00 Uhr), dem Qualifying-Training (18:45-20:00 Uhr) sowie dem 2. Freien Training von 22:00 Uhr bis Mitternacht.
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