McLaren erlebte in Monaco ein durchwachsenes Wochenende. Während Weltmeister Lando Norris mit einem Defekt an der Power Unit in Runde 45 ausfiel, rettete Oscar Piastri nach einem harten Kampf immerhin den vierten Platz ins Ziel - nur 0,8 Sekunden hinter dem Drittplatzierten Isack Hadjar.

"Oscar ist ein außergewöhnliches Rennen gefahren. Er ist sauber geblieben, hat fast keine Fehler gemacht und unseren Plan perfekt umgesetzt", lobt Teamchef Andrea Stella, der seine eigene Überschwänglichkeit jedoch gleich wieder einbremst. "Wir müssen aber auch ehrlich zu uns selbst sein, bezüglich unserer Pace. Ferrari und Mercedes waren heute in einer völlig anderen Liga."

McLaren schwächelt auf temporären Straßenkursen

Rund sechs Zehntel fehlten dem McLaren über eine Runde auf Ferrari. Auf Kimi Antonelli war der Zeitverlust im Rennen zeitweise noch gravierender. "Dass wir in Miami um den Sieg gekämpft haben und hier in Monaco sechs Zehntel über eine Runde verlieren, ist schon sehr interessant", drückt es Lando Norris noch diplomatisch aus.

Der Hauptgrund für den Performance-Einbruch liegt primär in der Streckencharakteristik begründet. Bereits im vorangegangenen Rennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve hatte der MCL40 seine Probleme.

"Nach Kanada war klar, dass unser aktuelles Paket sich nicht für Strecken wie Montreal oder Monaco eignet", so Stella. Die entscheidendste Gemeinsamkeit der beiden Strecken dürfte sein, dass sie temporäre Straßenkurse sind. Dadurch ist das Grip-Niveau zu Beginn des Rennens sehr gering und baut sich erst im Laufe des Wochenendes rasant auf. Das Zusammenspiel zwischen Boliden und Reifen spielt daher eine essenzielle Rolle.

"Wir wissen natürlich, dass wir die Reifen durch mehr Last in ein besseres Fenster bringen können und das unseren Fahrern enorm helfen würde", erklärt der McLaren-Teamchef das aktuelle Problem. "Aber wenn man sich die Rundenzeiten von Antonelli ansieht, wird klar, dass die starke Leistung auch an der Art und Weise liegen muss, wie mit dem Reifen umgegangen wird. Sonst gäbe es nicht diese Unterschiede zum Teamkollegen."

Monaco 2026: Strafenflut erwischt auch Piastri

Zur fehlenden Grundpace gesellte sich bei Oscar Piastri im Rennen auch noch eine bittere Fünf-Sekunden-Strafe wegen vermeintlichen Zu-Schnell-Fahrens in der Boxengasse. "Die Strafe war eigenartig, weil ich mit Sicherheit weiß, dass ich nicht zu schnell war", zeigt sich der Australier verwirrt.

Tatsächlich betraf dieses Problem nicht nur ihn: Vier weitere Piloten fielen der Messung zum Opfer. Dadurch, dass die Geschwindigkeit in der Boxengasse von Monaco per Zeitmessung ermittelt wird, kann schon ein leichtes Abkürzen im Boxeneingang zu einer Überschreitung führen.

Piastri bekam deshalb vom Team vorab eine Warnung. "Mir wurde schon gesagt, dass es einige Strafen dafür gab, deshalb war ich beim Ausgang Rascasse beim Zeitmesser eigentlich extra vorsichtig", erklärt der McLaren-Pilot, der seine Strafe später unter Safety-Car absaß und dadurch nur minimal Zeit verlor. "Mit 12 Punkten auszusteigen war wichtig. Aber wir müssen offensichtlich mehr Pace finden."

McLaren verlor nur wenig Zeit - im Gegensatz zu Mercedes. Ein Fehler beim Boxenstopp unter Safety-Car warf George Russell zurück und kostete ihn am Ende seinen Platz in den Punkterängen.

Defekt an der Power Unit zerstört Norris' Rennen

Ohne Punkte stieg auch Lando Norris aus. Der amtierende Weltmeister vermeldete schon in der Anfangsphase des Rennens Probleme an seinem Boliden. "Wir haben versucht, das Problem zu mindern, was es uns ermöglicht hat, das Auto für ein paar weitere Runden draußen zu halten. Aber letztendlich war das Problem zu groß", erklärt Stella nach dem Rennen.

In Runde 45 musste Norris seinen Boliden schlussendlich zurück an die Box schleppen - bereits im Tunnel verlor er massiv Geschwindigkeit und wurde sowohl von George Russell als auch von Isack Hadjar überholt, was in Monaco ein sehr ungewöhnliches Bild ist.

"Wir haben um Position acht gekämpft und Gasly hat eine Strafe bekommen. Das war eigentlich meine Chance Punkte zu holen", ärgert sich der McLaren-Pilot über ein erneutes Zuverlässigkeitsproblem. "Einige Dinge in diesem Jahr waren unser Fehler, einige waren technische Defekte und manchmal hatten wir einfach Pech. Wir machen das Beste daraus, aber es tut weh, ein Rennen nicht beenden zu können."

Die Strecke in Barcelona sollte dem Team wieder deutlich besser liegen - die Erwartungen sind dementsprechend hoch. "Ich hoffe, dass wir in Barcelona zu unserer Form zurückfinden und uns belohnen können. Ich glaube immer noch, dass wir im Verlauf dieser Saison wieder nach vorne kommen können", resümiert Norris.