Auch wenn Aston Martin mit mangelnden Batterien und umso größeren Vibrationen am AMR26 für die größten Schlagzeilen im Australien sorgte, hinterließen drei weitere Teams am ersten Trainingsfreitag der Formel 1-Saison 2026 ebenfalls keinen guten Eindruck: Alpine, Williams und Cadillac.

Sorgenkind Alpine
Nach einem soliden Wintertest in Bahrain überraschte Alpine beim Saisonauftakt in Australien negativ. Weder in FP1 noch in FP2 gelang den Fahrern der Sprung in die Top-15. Pierre Gasly hatte auf Platz 16 bereits über zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze. On top musste er nach 16 Runden – 20 Minuten vor Ende der zweiten Session – seinen A526 abstellen. "Wir hatten bei Pierre Probleme und mussten den Wagen vorsichtshalber abstellen. Denn Ersatzteile sind momentan noch Mangelware", verriet Rennleiter Dave Greenwood.
Entsprechend getrübt war die Stimmung bei Gasly. "Ich muss echt zugeben: Das war ein schwieriger Freitag. Wir haben nur eine sehr begrenzte Anzahl an Runden geschafft – vor allem saubere Runden. Ich glaube, es sind bisher nicht mehr als drei", sagte Gasly. Einige der Probleme, die in Australien auftraten, waren Alpine bereits von den Wintertests bekannt. Andere tauchten neu und unerwartet auf. "Ich würde sagen, die Hälfte der Probleme war bekannt, und wir wussten, dass wir daran noch feilen müssen. Die andere Hälfte erfordert definitiv weitere Untersuchungen", so Gasly.
Auch das Fahrgefühl habe sich im Vergleich zu Bahrain deutlich verschlechtert. Einen Grund konnte Gasly nicht nennen. "Im Moment haben wir keine Ahnung." Rennleiter Dave Greenwood versuchte sich dennoch an einer Erklärung. "Ich denke, dass vieles darauf zurückgeht, dass wir uns beim Test auf ein Auto fokussieren konnten, während wir hier zwei haben. Mit den neuen Autos ist es eine Herausforderung, alles auf die Reihe zu bekommen."

Sorgenkind Williams
Bereits bei den Wintertests in Bahrain wirkte Williams schwerfällig, und dieser Eindruck setzte sich auch in Australien fort. In beiden Sessions fehlten den Piloten mehr als zwei Sekunden auf die absolute Bestzeit. Damit reihte sich Williams leistungstechnisch ungefähr dort ein, wo man es sich angesichts der bekannten Aero- und Gewichtsprobleme erwartet hatte.
"Das erste Rennwochenende unter dem neuen Reglement musste zwangsläufig eine Herausforderung werden, und entsprechend verlief der Tag für uns alles andere als reibungslos. Wir wurden heute ein Stück weit kalt erwischt, hatten mit einigen Daten zu kämpfen und sind noch nicht richtig im Einklang mit dem Auto", erklärte Alex Albon. Besonders hatte Williams mit der Herausforderung des "energiearmen" Albert Park Circuit zu kämpfen.
"Vor allem beim Deployment auf dieser Strecke gibt es noch einiges zu verstehen – insbesondere die Frage, wie wir Energie möglichst effizient einsetzen und zurückgewinnen", so Albon. On top kamen dann noch Zuverlässigkeitsprobleme dazu: "In FP1 hatten wir ein Problem mit Alex, bei dem sich der Motor sicherheitshalber abgeschaltet hat, das haben wir verstanden und gelöst", erklärte Chefingenieur Angelos Tsiaparas. "In FP2 hatten wir dann ein anderes Problem mit Carlos, vermutlich ein Leck irgendwo an der Power Unit, das untersuchen wir noch."

Sorgenkind Cadillac
Auch bei F1-Neuling Cadillac sah man am Freitag viele Sorgenfalten auf den Gesichtern der Ingenieure. Sergio Perez kam in der ersten Session nur auf 14 Umläufe, magere zwei Runden waren es in der zweiten Session. Erst stand er bis fünf Minuten vor Sessionende mit einem Sensorproblem an der Box, und als er endlich auf die Strecke ging, rollte er gleich wieder aus. "Was am Ende genau passiert ist, kann ich gar nicht sagen. Es hat sich angefühlt wie ein Problem mit dem Motor. Ich hoffe, dass uns das nicht auch noch für morgen zurückwirft", sagte Perez.
Bei Cadillac geht man von der Hydraulik aus. So oder so sitzt der Frust tief: "Das war heute echt kein einfacher Tag. In gewisser Weise war das natürlich zu erwarten, weil wir ein neues Team sind. Andererseits haben wir aber auch auf unserer Seite noch einiges aufzuräumen, denn wir kämpfen schon seit Barcelona mit ähnlichen Problemen. Uns fehlen vor allem die Longruns. Ich habe auf den weichen Reifen nur eine einzige Runde geschafft."



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