Lewis Hamilton liegt in der Formel 1 2026 vor dem Rennen in Monaco nur drei Punkte hinter Charles Leclerc. Der siebenfache Weltmeister scheint bei Ferrari endlich angekommen zu sein. Ein Grund dafür ist sein neuer Renningenieur bei der Scuderia. Carlo Santi ersetzte zu dieser Saison den alteingesessenen Riccardo Adami, mit dem Hamilton in seinem ersten Jahr in Rot nie richtig warm wurde. Mit dessen Nachfolger pflegt er hingegen jetzt schon ein tiefes Verständnis.

"Ich habe bei Carlo das Gefühl, dass er mein italienischer Bono ist. Das habe ich auch Bono letztens so gesagt", zieht Hamilton den Vergleich zu seinem ehemaligen Mercedes-Ingenieur Peter Bonnington, der seit 2025 für Kimi Antonelli zuständig ist. Mit dem Briten arbeitete Hamilton seine gesamte Zeit bei Mercedes zwischen 2013 und 2024 zusammen. Das Erfolgsduo gewann dabei sechs WM-Titel.

"Dieses Verständnis zwischen Fahrer und Ingenieur passt nicht immer. Manchmal kriegst du es hin, manchmal nicht. Mit Bono und mir hat es damals von Anfang an funktioniert", so Hamilton über die wichtige Parallele zur noch jungen Arbeitsbeziehung mit Santi. "Er ist ein geiler Typ, er macht den Eindruck als wäre er schon lange im Geschäft und ist sehr ruhig. Das hört man auch am Funk."

Mit Riccardo Adami gab es in seinem ersten Jahr bei Ferrari am Funk oftmals Missverständnisse, die nicht selten in Kritik Hamiltons mündeten. "Letztes Jahr hatte ich keine schlechte Beziehung. Er ist ein sehr lieber Kerl und er leistete auch gute Arbeit. Aber auf die Bedürfnisse eines Fahrers einzugehen, braucht Zeit, ihn zu verstehen", erklärt der 41-Jährige.

Er hat's nicht verlernt! - Danners klare Ansage zu Hamilton (05:08 Min.)

Lewis Hamilton baut Ferraris Formel-1-Team für seine Bedürfnisse um

In der zweiten Saisonhälfte 2025 verschlechterten sich Hamiltons Leistungen dramatisch. An den letzten drei Rennwochenenden flog er jeweils im Q1 raus. Immer wieder sprach er zu diesem Zeitpunkt bereits von seinen Ideen, sein persönliches Team über den Winter umzustrukturieren. "Das ist eine riesige Sache, die den meisten Leuten nicht bewusst ist: die Arbeit, die im Hintergrund geleistet werden muss", so Hamilton.

"Ich bin zu einem Team gekommen, das, wie ich letztes Jahr schon sagte, über alles verfügt, um erfolgreich zu sein. Aber es müssen noch die einzelnen Puzzleteile an die richtige Stelle gesetzt werden und alles muss zusammenpassen, um letztendlich dahin zu gelangen. Und ich stand zu 100 Prozent dahinter, dieses Ziel zu erreichen, wohl wissend, dass es schwierig werden würde - vor allem in der ersten Hälfte des letzten Jahres war es sehr, sehr hart", sagt er weiter.

Renningenieur für Lewis Hamilton der Schlüssel zum Erfolg

Die Kommunikation mit seinem Renningenieur war für ihn der entscheidende Faktor für den Turnaround zur Saison 2026. "Wenn du einem Ingenieur dein Feedback gibst und er die Balance in allen drei Segmenten einer Kurve versteht, dann versteht er all die Elemente, die dir das Leben [als Fahrer] schwer machen. Wenn du versuchst, ihm das Problem zu beschreiben, vom Eingang bis zum Ausgang - du kannst es sogar in fünf Segmente unterteilen, wenn du willst", so Hamilton. "Mit ihm kann ich das alles im Detail durchgehen und er hat dieses Verständnis als Ingenieur. Damit kann man arbeiten."