Ferrari stellte vor einer Woche mit dem neuen Ferrari Luce das erste Elektroauto seiner Geschichte vor. Der italienische Sportwagenhersteller erntete sowohl aus Fachkreisen als auch unter Fans viel Hohn und Spott. Beim Launch dieses unternehmerischen Meilensteins waren auch die Formel-1-Fahrer als Aushängeschild der Marke eingespannt. Wenig überraschend sah sich Lewis Hamilton am Donnerstag vor dem F1-Rennen in Monaco dann auch mit einer Frage zum Ferrari Luce konfrontiert.
"Ahm... ahm... ahm... Jesus. Da muss ich aufpassen", ringt der Ferrari-Star für ganze 15 Sekunden um eine diplomatische Antwort. Die Vorstellung des EV aus dem Hause Ferrari sorgte am vergangenen Dienstag noch am selben Tag für einen Kurseinbruch von zeitweise bis zu zehn Prozent. Im Rahmen der PR-Kampagne waren Lewis Hamilton und Charles Leclerc selbstverständlich nur voll des Lobes über das erste Elektroauto aus dem Hause Ferrari.
"Die Sache, die mich am meisten überrascht hat - ich meine, ich bin noch nicht viele Elektroautos gefahren - war wahrscheinlich die Power. Und ich denke, neue Technologien und Innovationen in ihrer höchsten Form zu erleben", so Hamilton nach seiner ausgiebigen Denkpause.
Dabei war nicht nur der Antrieb eine neue Erfahrung. "Zum Beispiel als wir Kurven gefahren sind, wie die Federung hochging und dann wieder herunterfuhr, das war ganz anders als in einem normalen Straßenauto. Das fand ich ziemlich cool. Als Charles gefahren ist und auch als ich gefahren bin, konnte ich das spüren", erklärt der 41-Jährige weiter. "Es ist ganz anders als ein Auto mit Saugmotor, es ist eine eigene Erfahrung. Das ist wohl nicht jedermanns Sache, aber vielen Menschen wird das gefallen."
Lewis Hamilton schwärmt noch immer von Vater Rosbergs Lamborghini Diablo
Lewis Hamilton war früher dafür bekannt, an seinem Wohnort Monte Carlo auch im Alltag mit einem für ihn angefertigten Pagani Zonda 760 LH unterwegs zu sein. Dieser wurde im krassen Gegensatz zum vollelektrischen Ferrari Luce von einem 7,3-Liter V12 aus dem Hause Mercedes-AMG angetrieben. Zwischenzeitlich wurde seine Autosammlung auf einen Wert von umgerechnet etwa 15 Millonen Euro geschätzt. Im vergangenen September erklärte der siebenfache Formel-1-Weltmeister jedoch, alle seine Privatfahrzeuge verkauft zu haben.
Nichtsdestotrotz ließ sich Hamilton nur wenige Minuten nach seinen Ausführung zum Ferrari Luce zu Schwärmereien für einen Supersportwagen von Erzrivale Lamborghini hinreißen - auch wenn diese schon fast 30 Jahre zurückliegen. Im Kartsport war er um die Jahrtausendwende der Teamkollege von Nico Rosberg, dessen Vater Keke Rosberg selbst als Formel-1-Weltmeister und erfolgreicher Motorsport-Manager eines von seinen Traumautos fuhr.
"Mein Vater und ich hatten damals einen [Fiat] Cinquecento als Mietwagen und Nico kam mit dem Lamborghini Diablo seines Vaters. Ich dachte mir 'verdammte Scheiße', weil das war damals mal mein Lieblingsauto. Das hatte ich auch als Modell. Es ist auch heute noch ein gut aussehendes Auto... aber es fährt nicht ganz so gut", so Hamilton mit einem Schmunzeln.


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