Das 2. Freie Training der Formel 1 in Australien hatte einmal mehr viel Action zu bieten. Im Ergebnis gab nach der Ferrari-Bestzeit im FP1 diesmal McLaren den Ton an. Oscar Piastri verwies das Mercedes-Duo Kimi Antonelli und George Russell auf die Plätze zwei und drei. Ferrari hielt als dritte Kraft den Anschluss. Nach Technik-Problemen und einem Ausritt landete Max Verstappen im Red Bull dahinter auf Platz sechs, gefolgt von Weltmeister Lando Norris. Aston Martin war einmal mehr das Schlusslicht. Bei Cadillac kam Sergio Perez gar nicht zum Fahren.
Das Ergebnis: Mit 1:19.729 Minuten war Oscar Piastri auf dem Soft-Reifen (C5) von Pirelli eine halbe Sekunde schneller als Charles Leclerc bei seiner Bestzeit im ersten Training. Als Zweiter verlor Kimi Antonelli zwei Zehntelsekunden auf den Australier, George Russell lag als Dritter eine weitere Zehntel zurück. Ferrari sortierte sich dahinter mit Lewis Hamilton in Schlagdistanz auf Platz vier ein. Charles Leclerc führte als Fünfter die Verfolger vor Max Verstappen und Lando Norris an. Letzterer lag 1,065 Sekunden über der Rundenzeit von Piastri.
Die Top-10 wurden von Arvid Lindblad, Isack Hadjar und Esteban Ocon komplettiert. Nico Hülkenberg landete im bestplatzierten Audi auf Platz zwölf. Ihm fehlten knapp über anderthalb Sekunden auf die Bestzeit. Dahinter klafften größere Lücken. Als 15. war Alex Albon im Williams eine halbe Sekunde langsamer als Hülkenberg. Aston Martin blieb hinter Valtteri Bottas im Cadillac einmal mehr das Schlusslicht. Fernando Alonso kam nicht auf unter eine Sekunde an den Finnen heran.
Technik legt im 2. Training den Red Bull von Max Verstappen lahm
Die Technik: Für Max Verstappen begannen die Probleme noch bevor er die Boxengasse verlassen konnte. Der Red-Bull-Fahrer rollte kurz vor der Boxenausfahrt ohne Leistung aus und musste von seiner Crew zurückgeschoben werden. Erst nach einer knappen halben Stunde griff der viermalige Champion ins Geschehen ein.
Lando Norris bekam nach seinem frühen Feierabend im FP1 diesmal mehr Track Time. Der Weltmeister absolvierte 29 Runden. Carlos Sainz fuhr wegen eines Problems an seinem Williams nur zehn Runden. Nach 15 Minuten ging Fernando Alonso im Aston Martin erstmals in einer Session an diesem Wochenende auf die Strecke. Er kam auf 18 Runden, Teamkollege Lance Stroll auf 13.
Bei Cadillac gab es dafür die ersten Kinderkrankheiten des Wochenendes. Ein Sensorproblem hinderte Sergio Perez zunächst an der Teilnahme. Erst knappe fünf Minuten vor dem Ende ging der Mexikaner auf die Strecke, rollte aber schon auf der zweiten Runde aus. Das Team meldete einen Hydraulik-Defekt.
Aston Martin droht bereits weiteres Ungemach, denn der Australien-Start ist aufgrund fehlender Ersatzteile in Gefahr. Was Adrian Newey am Donnerstag zur Krisensituation des Teams zu sagen hatte, erzählt euch Christian im VLOG:
Beinahe-Unfall zwischen Lewis Hamilton und Franco Colapinto
Die Zwischenfälle: Das zweite Training begann gleich mit einer Prise Chaos. Bei der ersten Ausfahrt kam es zu einem Missverständnis zwischen George Russell und Arvid Lindblad. Der Mercedes-Fahrer wollte sich in die Schlange wartender Autos einfädeln, als diese Anfuhr. In der Annahme, der Rookie würde ihm Vorfahrt gewähren, rollte er los, doch der Racing-Bulls-Fahrer wurde von seinem Ingenieur angewiesen, loszufahren. Dabei touchierte er Russells Frontflügel. Die Mercedes-Crew schob das Auto gleich wieder zurück in die Garage, doch die Aerodynamik war offenbar nicht beschädigt, sodass Russell gleich darauf das Training aufnehmen konnte.
Wenige Sekunden später kam es zwischen Franco Colapinto und Lewis Hamilton auf der Start-und-Zielgeraden zu einer gefährlichen Szene. Der Argentinier war mit seinem Alpine in langsamer Fahrt auf der Ideallinie unterwegs, als der siebenfache Weltmeister mit hoher Geschwindigkeit aufschloss. Erst im letzten Moment bemerkte er die Bummel-Pace des Alpine-Fahrers und konnte noch ausweichen, um einen Auffahrunfall zu verhindern.
Auf dem Soft-Reifen verbremste sich Russell zur Halbzeit der Session in Turn 3 und musste den Umweg durchs Kiesbett nehmen. Der Ausritt hatte für ihn allerdings keine weiteren Folgen. Hamilton tat es seinem ehemaligen Mercedes-Teamkollegen wenig später gleich und musste nach einem Verbremser in Kurve drei ebenfalls das Kiesbett nehmen. Isack Hadjar verbremste sich spät in der Session in der vorletzen Kurve und fuhr durch die Wiese. Charles Leclerc machte den gleichen Fehler in Kurve eins.
Für einen weiteren wilderen Moment sorgte Max Verstappen weniger als zehn Minuten vor Schluss in Kurve zehn. Nach einem Rutscher ging er weit und fand dabei das wohl raueste Kiesbett auf dem Albert Park Circuit. Der Red Bull sprang durch den Kies und verlor dabei einige Teile des Unterbodens. Die darauffolgende Rückkehr an die Box beendete das Training des Niederländers vorzeitig.
Das Wetter: Melbourne präsentierte sich für die Formel 1 auch zur zweiten Session am Freitag um 16:00 Uhr Ortszeit von seiner schönsten Seite. Die Außentemperatur betrug bei strahlendem Sonnenschein milde 22 Grad Celsius. Der Asphalt wurde mit 35 Grad Celsius gemessen, womit die Bedingungen nahezu identisch mit dem FP1 waren. Die Luftfeuchtigkeit lag bei 66 Prozent, aus Osten wehte ein leichter Wind mit 3,0 m/s.


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