Das deutsche Team Manthey hat bei den 24 Stunden von Le Mans 2026 einen bösen Rückschlag erlitten: Ayhancan Güven verunfallte am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr schwer mit seinem #91 Porsche 911 GT3 R - das vorzeitige Aus für den Neunelfer, der zum Zeitpunkt des Ausfalls den vierten Platz in der LMGT3-Klasse belegte.

Güven kam beim schwersten Crash des bisherigen Rennens sechs Stunden vor dem Zieleinlauf nicht zu Schaden, wie Manthey zügig Entwarnung geben konnte. Der Unfall ereignete sich am Ausgang der ersten Mulsanne-Schikane: Güven verlor die Kontrolle über den Porsche und schlug mit hoher Geschwindigkeit links in die Reifenstapel ein.

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Güven nach Unfall in Le Mans: Lenkung ausgefallen

Der Aufprall in die Streckenbegrenzung war derart heftig, dass der Porsche mit der Front die Bodenhaftung verlor und kurz in die Luft aufstieg. Das linke Vorderrad wurde dabei ebenfalls herausgerissen und kullerte über die Strecke. Die Rennleitung rief kurz darauf die zweite Safety-Car-Phase des Rennens aus.

Manthey sprach in einer ersten Reaktion von einem "technischen Problem" als Grund für den Unfall. Güven teilte kurz nach dem Unfall am Teamfunk mit, dass er Schwierigkeiten mit der Lenkung gehabt habe. "Die Lenkung fiel in der Mitte der Kurve aus", beschrieb der amtierende DTM-Champion, der bei seinem Debüt in Le Mans nicht die Zielflagge sehen wird, den Hergang.

Kein Sieg-Hattrick für Manthey in Le Mans

Nach dem Ausfall des #91 Porsche (Ayhancan Güven/Timur Boguslavskiy/James Cottingham) kann Manthey die erhoffte Titelverteidigung bei den 24 Stunden von Le Mans wohl abschreiben. Das Schwesterauto um den Österreicher Richard Lietz erlitt früh den Bruch einer Spurstange und verlor wegen Reparaturarbeiten drei Runden in der Garage. Lietz belegte während der durch Güven verursachten Safety-Car-Phase nur den 16. Platz in der LMGT3-Klasse.

Manthey kann bei der 94. Auflage der 24 Stunden von Le Mans nicht an seine jüngste Erfolgsserie in der WEC anknüpfen: Der Rennstall aus Meuspath feierte 2024 und 2025 zwei Klassensiege in Folge beim berühmtesten Autorennen der Welt und gewann zudem zweimal die GT3-Meisterschaft in der Langstrecken-WM. Der Rennstall von CEO Nicki Raeder blickt auf insgesamt sechs Klassensiege in Le Mans zurück.

Manthey im 24h-Pech: Ausfälle am Nürburgring und in Le Mans

Dabei sollte Manthey diesmal eigentlich die Porsche-Fahne hochhalten in Le Mans, nachdem sich Porsche zum Ende des vergangenen Jahres aus der Hypercar-Klasse zurückgezogen hatte und als Rekordsieger (19 Gesamtsiege) schmerzlich vermisst wird. Im 75. Jahr von Porsche Motorsport gibt es für den Autobauer aus Zuffenhausen zumindest in Le Mans diesmal nichts zu holen.

Besonders ärgerlich aus Sicht von Manthey, das 2026 sein 30-jähriges Firmenjubiläum begeht: Vor vier Wochen wollte das Team beim 24h-Rennen Nürburgring seinen achten Gesamtsieg in Angriff nehmen. Stattdessen verunfallte Porsche-Star Kevin Estre früh am Steuer des Grello, nachdem der Franzose auf einer Ölspur ausgerutscht und in die Leitplanken geknallt war.

"Das sind die beiden wichtigsten Rennen, die wir mit dem meisten Aufwand angehen", sagte Raeder vor dem Start in Le Mans zu Motorsport-Magazin.com. "Dann wäre es schon schön, wenn man auch gewinnen kann. Das erhöht den Druck."

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