1. - Formel-1-Weltmeister Verstappen auf der Nordschleife

Ganz klar der Sportwagen-Moment des Jahres - vielleicht sogar des Jahrzehnts? Als mit Max Verstappen plötzlich der amtierende Formel-1-Weltmeister auf der Nordschleife seine Runden drehte, fühlte man sich an sehr alte Zeiten erinnert, in denen F1-Champions noch parallel beim Indy 500 oder in Le Mans an den Start gingen.

Dass Verstappen neben 24 Grands Prix die Zeit fand, am 13. September 2025 seine Nordschleifen-Permit auf einem 300 PS 'starken' GT4-Porsche zu absolvieren und zwei Wochen später im Ferrari 296 GT3 sein erstes NLS-Rennen zu gewinnen, kann nur eines bedeuten: Max Verstappen ist der größte Racer unserer Zeit. Vielleicht noch auf einer Stufe mit Fernando Alonso, der 2017 das Indy 500 in Angriff nahm und 2018 mit Toyota in Le Mans siegte, während er mit McLaren in der F1 hinterherfuhr.

Max Verstappen dominiert: Nordschleifen-Rekord knapp verpasst! (26:05 Min.)

Zwar ist die Nordschleife ohnehin die berühmteste Rennstrecke der Welt, doch plötzlich interessierte sich die gesamte Welt auch noch für die ansonsten unter dem Radar fahrende NLS-Breitensportserie oder die (inzwischen etwas vereinfachten) Regularien der Permit. Und für Chris Lulham, einen bis dato völlig unbekannten Sim-Racer, der mit Verstappens Hilfe den realen Rennsport erlernt.

Und schon jetzt fragen sich alle, ob Verstappen seinen Plan wirklich durchzieht und schon 2026 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring antreten wird. Und wie viele Campingplätze der Ring dann anbauen muss? Und mit welchem Auto er fährt? Womöglich mit einem Mercedes-AMG GT3, den sein Team ab 2026 in der GT World Challenge einsetzt? Mit Jules Gounon und Daniel Juncadella stünden schon mal zwei erfahrene Nordschleifen-Piloten als Teamkollegen parat. Und knackt Verstappen dann auch noch den offiziellen Streckenrekord? Fragen über Fragen, die uns mit großer Freude noch eine ganze Weile beschäftigen werden.

2. - Porsche-Aus in der WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans

Spekulationen gab es seit Monaten, doch am 07. Oktober 2025 herrschte traurige Gewissheit: Porsche gab offiziell seinen werksseitigen Rückzug aus der WEC und von den 24 Stunden von Le Mans bekannt. Zwei Hauptgründe führten zum Aus nach nur drei Jahren: vor allem die anhaltende Konzern-Krise des Zuffenhausener Autobauers, und auch die Überzeugung, in Le Mans nicht gegen Ferrari gewinnen zu können. In der WEC mit ihrer diskutablen BoP und einer Top-Klasse mit unterschiedlichen Antriebskonzepten (LMDh gegen LMH) sah Porsche keinen fairen Wettbewerb mehr.

Das Porsche-Aus war ein Schock für die Langstrecken-Welt, schließlich gilt der deutsche Sportwagenhersteller als absoluter Leuchtturm und ist mit 19 Siegen Rekordhalter in Le Mans. Wäre Porsche vielleicht dabei geblieben, wenn dieses Jahr der 20. Triumph gelungen wäre? Die Befürchtungen, dass Porsche Nachahmer finden könnte, bewahrheiteten sich immerhin nicht. Die WEC boomt weiter - auch ohne Zuffenhausen.

Dass sich Porsche gegen die WEC und stattdessen für einen werksseitigen Verbleib in der IMSA und ein erweitertes Engagement in der Formel E entschieden hat, sorgt bis heute für Diskussionen. Aus Sicht der Verantwortlichen nicht unverständlich: In der IMSA gewann der Porsche 963 zweimal in Folge die 24 Stunden von Daytona und räumte sämtliche Titel ab. Und in der Formel E - die bei Motorsport-Fans weiterhin einen schweren Stand hat - ließ Porsche nach dem WM-Titel von Pascal Wehrlein 2024 in diesem Jahr die erste Hersteller-WM folgen. Wo man Erfolg hat, verweilt es sich doch am schönsten...

Le Mans 2026 ohne Porsche! BMW bestätigt Rossis WEC-Aus (10:32 Min.)

3. - Ayhancan Güven wird DTM-Champion mit epischem Manöver

Letzte Runde, Sachskurve, Champion! Das DTM-Saisonfinale auf dem Hockenheimring am 05. Oktober 2025 nimmt einen besonderen Platz in den Geschichtsbüchern der deutschen Traditionsserie ein. Dramatischer hätte der Showdown der acht verbliebenen Titelanwärter nicht sein können: Manthey-Pilot Ayhancan Güven sah nach dem frühen Ausfall von Rene Rast schon wie der sichere Meister aus, bis ihn Marco Wittmann in der letzten Runde eingangs des Motodrom mit seinem Schubert-BMW überholte.

Güven gab nicht auf, schlug in der Sachskurve zurück, drückte sich innen halb auf dem Gras fahrend und mit Kontakt wieder an Wittmann vorbei. Fünfter Saisonsieg, Meisterschaft im Sack. Wäre der Türke nur Zweiter geworden, hätte stattdessen Lucas Auer den Titel geholt. Güvens Überholmanöver sorgte zunächst für ekstatische Fußballstadion-Atmosphäre in Hockenheim - und später für millionenfache Video-Aufrufe sowie regen Austausch in den sozialen Medien, zum Teil deutlich unter der Gürtellinie.

Kontrahent Wittmann fand Güvens Manöver zwar "brutal am Limit", verteidigte die Gangart des Porsche-Fahrers aber ebenso und nahm mit einem klugen Satz viel Schärfe aus den Diskussionen: "Ich hätte es wahrscheinlich genauso gemacht. Es war für ihn: Sieg oder nichts." Güven hielt die DTM-Welt aber auch anschließend in Atem, als bekannt wurde, dass er trotz des Titelgewinns in die WEC wechseln würde. Die genauen Hintergründe dazu lest ihr in diesem Artikel:

4. - Kevin Estre sorgt am Nürburgring für kontroversesten Crash des Jahres

Dieser Unfall beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring am 22. Juni 2025 wird bis heute heftig unter Fans und Rennfahrern diskutiert: Rund fünfeinhalb Stunden vor dem Zieleinlauf kollidierte der in Führung liegende Grello-Porsche-Pilot Kevin Estre mit dem GT4-Aston-Martin von Rolf Scheibner. Der Amateur-Fahrer überschlug sich in Folge des Kontakts im Bereich 'Miss Hit Miss', während Estre die Fahrt unbeschadet fortsetzen konnte.

Erst drei Stunden nach dem Vorfall erhielt Estre eine 100-Sekunden-Zeitstrafe, gegen die das Manthey-Team jedoch einen Protest einlegte. Dieser wurde wenige Minuten vor dem Rennende von den Sportkommissaren abgeschmettert, weil per Reglement gegen eine Zeitstrafe kein Protest oder Einspruch eingelegt werden kann. Der Grello-Neunelfer überquerte den Zielstrich zwar als Erster, doch der Sieg ging schlussendlich an den Rowe-BMW.

Was bleibt, sind viele Fragen: Warum brauchten Rennleitung und Sportkommissare derart lange für die Bestrafung und für den abgewiesenen Protest? So etwas darf in Zukunft nicht mehr passieren, sind sich viele Experten einig. Und: War Estres Überrundungsmanöver in der Triple-Rechts-Kurve innerhalb der Regeln oder zu hart? Aus Sicht des französischen Fan-Lieblings war es ein Rennunfall und für Teamgründer Olaf Manthey eine "völlige Fehlentscheidung" seitens der Rennleitung. Mehrere erfahrene Piloten waren jedoch der Meinung, dass Estre gegen den langsameren GT4-Boliden, der in diesem Bereich eine andere Linie fährt als ein GT3, deutlich zu aggressiv zu Werke ging.

5. - Robert Kubica gewinnt die 24 Stunden von Le Mans mit Ferrari

Während der Frust bei Porsche und den anderen Herstellern über Ferraris dritten aufeinanderfolgenden Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans am 15. Juni 2025 tief saß, freute sich die versammelte Motorsport-Welt dennoch besonders für einen der drei Siegfahrer: Robert Kubica war der gefeierte Held im 'privaten' Ferrari 499 P des Werksteams AF Corse.

Der 40-Jährige, der vor 14 Jahren bei einem schrecklichen Rallye-Unfall beinahe gestorben wäre, saß bei 166 der 387 Runden am Steuer des gelben Wagens, was 43 Prozent bzw. über 10 Stunden der gesamten Fahrzeit entspricht. Am Ende absolvierte Kubica gar einen gigantischen Stint über 59 Runden bzw. dreieinhalb Stunden. Niemand fuhr länger oder schneller in Le Mans. Dass er den Ferrari-Prototypen mehr oder weniger mit einer Hand steuert, ging in der Ehrerbietung fast unter.

Zu Kubicas Heldengeschichte passt, dass er Le Mans ausgerechnet in einem Ferrari gewann. Jener Marke, bei der er vor 14 Jahren in der Formel 1 anheuern sollte und bereits einen Vorvertrag unterschrieben hatte. Bis eine Leitplanke seinen Körper durchbohrte. Und das auch noch am gleichen Wochenende wie der Kanada Grand Prix, bei dem Kubica 2007 schwer verunfallte und ein Jahr später mit BMW seinen einzigen Formel-1-Sieg feierte. Mehr Pathos geht kaum.

24h Le Mans Sensation! Kubica gewinnt für Ferrari (08:54 Min.)