Mercedes-AMG-Werksfahrer Ralf Aron hat sich bei seinem schweren Unfall in Bathurst zwei Wirbelbrüche am Rücken zugezogen. Die gute Nachricht: Der Este verfügt laut eigenen Angaben über die "volle Beweglichkeit und Sensibilität im gesamten Körper". Aron meldete sich am Montag nach dem 12-Stunden-Rennen in Australien aus dem Krankenhaus via Social Media an die Motorsport-Fans und gab ein Update zu seinem Gesundheitszustand.

"Den Umständen entsprechend geht es mir gut und mein Zustand ist stabil", schrieb der 27-Jährige. Aron führte das Rennen nach einem Restart 3:40 Stunden vor dem Rennende im #77 Mercedes-AMG GT3 von Craft Bamboo Racing (Aron/Götz/Auer) an, bis er im Streckenabschnitt Forrest's Elbow schwer mit dem gestrandeten Porsche des italienischen Amateur-Fahrers Johannes Zelger kollidierte. Das Rennen wurde nach dem Horror-Crash für eine Stunde mit roten Flaggen unterbrochen.

Horror-Unfall bei 12h Bathurst: Aron hat Klärungsbedarf

Zelger, der seitlich vorne rechts von Arons Mercedes gerammt wurde, konnte seinen zerstörten Porsche 911 GT3 R selbstständig verlassen. Der 46-Jährige kam offenbar ohne Verletzungen davon. "Außerdem bin ich sehr froh, dass Johannes Zelger den Unfall ebenfalls ohne schwerwiegende Folgen überstanden hat und selbst aus dem Auto steigen konnte", teilte Aron weiter auf seiner Instagram-Seite mit.

Für Aron ist die Angelegenheit noch nicht beendet. Im Nachgang möchte er das Gespräch mit der Rennleitung suchen, um den Vorfall zu diskutieren. Kein Wunder: Viele Beobachter waren irritiert, warum im Bereich vor dem havarierten Porsche keine gelben Flaggen geschwenkt wurden. Nur an der Unfallstelle selbst, die sich hinter einer kaum einsehbaren Rechtskurve befand, wiesen Doppel-Gelb-Flaggen auf die Gefahr hin.

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Maximilian Götz: "In diesem Bereich waren keine gelben Flaggen zu sehen"

Aron erreichte die Stelle mit hoher Geschwindigkeit und wollte wohl einem GT4-Aston-Martin ausweichen, der zu allem Unglück auf der Außenseite der Kurve zum Stehen gekommen war. Zelgers Porsche auf der Innenbahn konnte er jedoch nicht erkennen. Offenbar funktionierte zu diesem Zeitpunkt auch der Funk im Craft-Bamboo-Mercedes nicht korrekt, sodass Aron keinerlei Vorwarnung erhielt.

"An dieser Stelle bist du praktisch blind und mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs", erklärte Arons Teamkollege, der frühere DTM-Champion Maximilian Götz. "Ralf hat uns ganz offensichtlich nicht gehört, und in diesem Bereich waren keine gelben Flaggen zu sehen."

Ralf Aron: "Die Situation in Bathurst war ernst"

Aron: "Die Situation in Bathurst war ernst, und aus diesem Grund möchte ich eine offene Diskussion mit der Rennleitung führen, um meine Erfahrungen und meine Perspektive zu teilen. Es geht dabei nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Es geht darum zu verstehen, was passiert ist, und sicherzustellen, dass wir solche Situationen in Zukunft verhindern können - damit das Racing auf dieser wunderschönen Strecke für alle so sicher wie möglich ist."

Aron wird noch eine Weile im Krankenhaus bleiben, will aber so bald wie möglich wieder ins Cockpit steigen. Bei Mercedes-AMG bedankte er sich für das sichere Auto und ebenso bei seinen Teamkollegen Götz sowie Lucas Auer, "die mir in dieser schwierigen Situation die ganze Zeit zur Seite gestanden haben". Der Sieg bei den 12h Bathurst ging an den Mercedes-AMG GT3 von Gruppe M Racing mit den Fahrern Maro Engel, Maxime Martin und Mikael Grenier.

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