Das stundenlange Duell um die Spitze zwischen dem #3 Mercedes mit Max Verstappen und dem #80 Schwesternauto mit Maro Engel war eines der Highlights der 24h Nürburgring 2026. Nach seinem Gesamtsieg kommt der frischgebackene 24h-Sieger gar nicht mehr raus aus dem Schwärmen über den vierfachen Formel-1-Weltmeister.
"Er ist unglaublich gefahren. Er war unfassbar schnell, keine Frage. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten und zu sehen, wie er dieses Rennen angeht", lobte der Winward-Pilot. Bevor der #3 AMG GT3 dreieinhalb Stunden vor Zieleinlauf mit einer kaputten Antriebswelle abstellen musste, lag er etwa 30 Sekunden vor dem späteren Sieger-Auto. "Es tut mir wahnsinnig leid für die Jungs. Sie sind ein großartiges Rennen gefahren und hätten den Sieg absolut verdient gehabt. Sie hatten das Rennen in der Hand", betonte Engel immer wieder.
Verstappen habe sich nichts auf seine vier WM-Titel eingebildet, sondern sich integriert wie jeder andere GT3-Fahrer. "Er war sehr offen und hat neue Perspektiven mitgebracht, mit seinem Wissen und seiner Herangehensweise. Es war sicher ein Faktor, der das Team zu einer höheren Performance gepusht hat", so Engel, der 2026 den ersten 24h-Nürburgsieg für Mercedes-AMG seit zehn Jahren holte. Mit Verstappen adaptierte das Team eine ganz neue Philosophie. Mehr dazu erfahrt ihr hier:
Episches Nachtduell: Kontakt beim Überholen schuld an Verstappen-Aus?
Besonders aufregend war der gemeinsame Nachtstint von Verstappen und Engel. Die zwei Winward-Mercedes waren seit einer frühen Regenphase im Parallelflug unterwegs und selten mehr als ein paar Sekunden auseinander. Der knappste Moment passierte um etwas nach 02:00 Uhr am Sonntag, als Engel Verstappen im Tiergarten überholen wollte. Während des Manövers liefen sie auf zwei langsamere Autos auf. Verstappen drückte Engel weit nach rechts, der musste aufs Gras ausweichen. Außer ein paar harmlosen Berührungen zwischen den beiden passierte nichts.

"Es war ein Missverständnis mit dem Überrundungsverkehr", verteidigte Engel. "Es gab keinen Schaden, also haben wir danach darüber gelacht." Das Duell in der Nacht hat den DTM-Tabellenführer nachhaltig geprägt: "Es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Ich habe im Helm gegrinst. Ich habe gesehen, dass er Vollgas gibt, deshalb habe ich auch voll gepusht. Wir haben danach darüber gesprochen, dass wir beide wirklich Spaß hatten. Zwischendrin hatten wir einen Rallye-Moment, als im Hatzenbach viel Bindemittel verstreut wurde. Max war vor mir am Driften und ich dahinter auch. Das war schon sehr lustig."
Nach dem Ausflug ins Gras bekamen beide die Meldung vom Team, es etwas ruhiger anzugehen. "Das Team war etwas nervöser als wir. Es war für mich in Ordnung, etwas abzureißen und die Aussicht zu genießen", erklärte Engel. Der #80 fiel danach einige Sekunden zurück und überholte erst wieder, als der #3 schon einen Schaden hatte.
Wenn so ein hochkarätiger Ausfall so zufällig und plötzlich passiert, wird natürlich heftig über den Grund spekuliert. Beispielsweise kursiert die Theorie, dass die Antriebswelle infolge eben jener nächtlichen Berührung gebrochen sein soll. "Dazu kann ich nichts sagen", reagierte Engel. Er weiß, dass GT3-Autos mehr aushalten als das. "Der Mercedes-AMG GT3 ist bewiesen eines der standfestesten Autos. Von außerhalb müsste ich sagen, dass es einfach Pech ist. Solche Sachen passieren im Motorsport. Es ist natürlich unglücklich gerade in so einem wichtigen Rennen in so einer Position."
Bald mehr F1-Fahrer in der Eifel? Engel über Verstappen-Rückkehr und Kimi Antonelli
Verstappen hat also noch eine Rechnung mit der Nordschleife offen. Er selbst sagte kurz vor seinem Ausfall, dass er gerne wieder am 24h-Rennen teilnehmen würde. Engel würde ihn mit offenen Armen empfangen: "Es wäre großartig, wenn Max nächstes Jahr zurückkommt. Er hat klar gezeigt, wie schnell und beeindruckend er in einem GT3-Auto auf der Nordschleife ist. Ich wäre auf jeden Fall sehr froh, ihn hier wieder zu sehen."
Darf sich der Nürburgring vielleicht sogar auf die Teilnahme mehrerer F1-Fahrer freuen? Schon das ganze Wochenende wird gemunkelt, dass Mercedes-Jungstar und der derzeitige WM-Leader Kimi Antonelli mit einem Nordschleifen-Permit und einem 24h-Start im Jahr 2027 liebäugeln soll. "Ich bin im Kontakt mit Kimi", bestätigte Engel. "Ich weiß, dass er GT3-Rennen immer verfolgt, besonders auf dem Nürburgring. Mich würde es nicht wundern, wenn mehr Fahrer hierherkommen und herausfinden, wie toll sich die Nordschleife in einem GT3-Auto anfühlt."
Engel räumt mit Streitgerüchten um Verstappen auf: Baldiges Kaffee- oder Spielplatz-Date
Dass genau Engel so positiv über Verstappen spricht, kommt für manche vielleicht als Überraschung. Einige seiner Fans kannten Engel vor den 24h Nürburgring 2026 nur von einem Tweet. Der Mercedes-Werksfahrer stellte vor genau einem Jahr die Rundenzeit von Verstappen bei einem Privat-Test auf der Nordschleife in Frage. Verstappen widerlegte, die Meldung ging viral. Seither wurden die beiden als Streithähne abgestempelt.
"Da reden vor allem die Medien und externe Leute", kontert der 40-Jährige. "Zwischen Max und mir war das Verhältnis absolut top." Dass es damals ein bisschen dicke Luft gab, verneint Engel nicht. Aber das hätten sie bereits letztes Jahr aus der Welt geschafft.
"Ich habe die Situation von einem Teammitglied mitgebekommen und wollte mich eben nicht auf Gerüchte verlassen. Leider war dieses Teammitglied falsch informiert. Damit war die Geschichte erledigt", stellte er klar. "Ich hoffe, dass wir bald in Monaco die Gelegenheit kriegen, uns auf einen Kaffee zu treffen oder auch auf den Spielplatz zu gehen mit den Kindern. Und dann noch einmal ein bisschen über unser Duell hier in der Nacht zu sprechen."
Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy:



diese 24h Nürburgring Nachricht