Keine Spur von Wetter-Drama in der Nacht beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring 2026. Eine praktisch komplett trockene Nacht wurde zu einem dominanten Formationsflug der beiden Mercedes-AMG GT3 von Winward. Probleme machten sich die beiden Top-Piloten der Autos nur untereinander, doch Max Verstappen und Maro Engel verhinderten knapp das ultimative Desaster.
Mercedes #80 (Engel/Schiller/Stolz/Martin) und #3 (Verstappen/Gounon/Juncadella/Auer) verbrachten die erste Hälfte der Nacht praktisch permanent innerhalb von zwei Sekunden und wechselten mehrmals die Plätze. Dann aber wurde es nach zwei Uhr richtig brenzlig, als Verstappen #3 übernahm und kurz darauf Maro Engel in der #80 überholte.
Engels Konterversuch im Tiergarten mündete beinahe in einer Katastrophe, als die beiden vor sich zwei langsamere Autos vorfanden und Verstappen Engel weit nach rechts drückte, wo der schließlich aufs Gras kam. Fast wie durch ein Wunder blieb die Szene ohne Konsequenzen. Verstappen baute im folgenden Stint die Führung auf den die #80 übernehmenden Maxime Martin sukzessive auf 20 Sekunden auf, die seine Teamkollegen bis Sonnenaufgang verwalteten.
Titelverteidiger von ROWE und Falken-Porsche noch vor Mitternacht raus
Der Rest fuhr abgeschlagen dahinter, und mehrere Zwischenfälle formten die Top-10. Schon bei Einbruch der Dunkelheit gerieten die Titelverteidiger im ROWE-BMW #1 (Farfus/Marciello/Pepper/S. van der Linde) zunehmend in Schieflage. Ein Problem im Benzinsystem machte sich bei Boxenstopps zunehmend bemerkbar. In Runde 49, 16 Stunden vor Schluss, gab Raffaele Marciello dem separat einen Quersteher habenden W.I.S Racing BMW Z4 GT3 #40 vor Adenauer Forst einen kleinen Schubs mit und beschädigte sich auch noch den Splitter.
Beim folgenden Boxenstopp wurde aber das Benzin-Problem deutlich akuter als die Splitter-Reparatur. So wurde #1 zuerst in die Garage geschoben, nach mehreren Minuten Arbeit schließlich hintenraus ins Paddock. Kurz darauf folgte die Meldung vom Team: Nicht zu reparieren, das Rennen war vorbei.
Kurz nach dem BMW stolperte auch der Falken-Porsche #44 (Bachler/Heinemann/S. Müller/Schuring) über einen Z4 GT3, in ihrem Fall #36 von Saugmotoren Motorsport. Für Morris Schuring hatte das böse Folgen. Er fuhr bei Flugplatz beim Ausweichen auf den Kerb, drehte sich die Leitplanke entlang, schleppte einen dadurch schwer angeschlagenen Porsche noch bis Hohe Acht, stellte dort ab. Davor hatte sich Falken Schritt für Schritt an die Top-5 herangearbeitet.
Heftiger Porsche-Crash, Konrad-Lamborghini und YouTuber-Porsche raus
Für den zweiten Porsche von Schnabl Engineering endete das Rennen kurz nach ein Uhr mit einem heftigen Crash im Bergwerk. Alessio Picariello geriet im um die Top-10 kämpfenden Dunlop-911er #17 (mit Andlauer/Boccolacci/Menzel) beim Überrunden des Cup-Porsche #13 (Albrecht/Ecke/Sczepansky/Jäger) auf das Gras, verlor die Kontrolle, kollidierte leicht mit dem Cup-Porsche und schlug umso heftiger frontal in die Leitplanken ein. Er war unverletzt, das Auto aber erledigt.

Weiters erwischte es in der elften Rennstunde den Konrad-Lamborghini #7 (Stalidzane/Paul/Lefterov/Engelhart). Pavel Lefterov schlug erst im Hatzenbach ein, und musste schließlich den Versuch, das Auto zurück an die Box zu schleppen, in Breidscheid aufgeben.
Ein weiterer prominenter Unfall ging auf die Kappe von Steve Brown. Der als 'SuperGT' bekannte YouTuber, der sich den #632 Porsche 911 Cup mit den ebenfalls bekannten Youtubern Jimmy Broadbent und Misha Charoudin sowie Manuel Mezger teilte, erlebte nach 03:00 Uhr eine Albtraum-Runde. Erst landete er auf der GP-Strecke im Kies, musste herausgezogen werden, und versenkte kurz darauf den Porsche in Wehrseifen im Reifenstapel. Das beendete das Rennen des Teams.
BMW-Kombi glänzt, Abt-Lamborghini mit großer Aufholjagd
Drei Autos positionierten sich in der Nacht daraufhin (deutlich hinter den Mercedes) für einen Kampf um den dritten Platz. Aston Martin #34 (Thiim/Krognes/Drudi/Laser) und der zweite ROWE-BMW #99 (Harper/Hesse/S. van der Linde/D. Vanthoor) wechselten sich auf unterschiedlichen Boxenstopp-Zyklen regelmäßig ab. Der Aston Martin haderte allerdings mit Benzin-Verbrauch und konnte nicht immer die maximale Rundenzahl fahren.
Das brachte nicht nur den ROWE-BMW näher. Auch der M3 Kombi #81 (Klingmann/de Wilde/de Phillippi/Verhagen) blieb in Schlagdistanz. Jens Klingmann erlebte um sechs Uhr einen kurzen Schock, als er auf einer verunreinigten Strecke in Aremberg kurz ins Kiesbett rutschte, das Auto aber gerade noch zwischen einem gestrandeten Porsche Cayman und den Leitplanken zurück auf die Strecke manövrieren konnte.
Der Abt-Lamborghini #84 (Engstler/Bortolotti/Niederhauser) lieferte eine furiose nächtliche Aufholjagd nach dem bitteren Reifenschaden auf der ersten Runde. Mirko Bortolotti markierte kurz nach fünf Uhr morgens mit 8:10,034 die schnellste Rennrunde und schloss die Lücke zu den Top-5. Raus aus den Top-10 fiel am Morgen der letzte verblieben Ford #67 (Vervisch/Mies/Olsen/Stippler) nach einem Reifenschaden. Die Porsches #24 von Lionspeed, #54 von Dinamic und #48 von Black Falcon rückten so immer weiter in die Top-10 vor.
24h Nürburgring 2026 - Zwischenstand - 8 Stunden vor Schluss
| P. | Nr. | Team | Auto | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3 | Winward Verstappen Racing | Mercedes-AMG GT3 | Max Verstappen Lucas Auer Jules Gounon Daniel Juncadella | Runde 102 |
| 2 | 80 | Winward | Mercedes-AMG GT3 | Maro Engel Luca Stolz Fabian Schiller Maxime Martin | + 15.997 |
| 3 | 34 | Walkenhorst | Aston Martin Vantage GT3 EVO | Christian Krognes Mattia Drudi Nicki Thiim Felipe Fernandez Laser | + 5:20.459 |
| 4 | 99 | ROWE Racing | BMW M4 GT3 EVO | Dan Harper Max Hesse Sheldon van der Linde Dries Vanthoor | + 5:21.004 |
| 5 | 81 | BMW M | BMW M3 Touring 24h | Jens Klingmann Ugo de Wilde Connor de Philippi Neil Verhagen | + 5:52.645 |
| 6 | 84 | Red Bull Team ABT | Lamborghini Huracan GT3 EVO2 | Luca Engstler Mirko Bortolotti Patric Niederhauser | + 5:58.798 |
| 7 | 24 | PK Motorsport Lionspeed | Porsche 911 GT3 R Evo26 | Laurin Heinrich Laurens Vanthoor Ricardo Feller | + 1 Runde |
| 8 | 54 | Dinamic GT | Porsche 911 GT3 R Evo26 | Bastian Buus Michael Christensen Joel Sturm Loek Hartog | + 1 Runde |
| 9 | 26 | PROsport | Mercedes-AMG GT3 | Adam Christodoulou Chris Lulham Mikael Grenier Marek Böckmann | + 1 Runde |
| 10 | 48 | 48 LOSCH Motorsport by Black Falcon | Porsche 911 GT3 R Evo26 | Daan Arrow Patrick Assenheimer Tobias Müller Dylan Pereira | + 1 Runde |
Bitter lief die Nacht für Timo Glock: Der Dörr-McLaren-Pilot wurde über 50 km/h zu schnell in einer Code-60-Zone erwischt. Zusammen mit einem früheren Vergehen führte das zu einem sofortigen Entzug der Nordschleifen-Permit. Mehr dazu hier:



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