Als hätte die MotoGP an einem dramatischen Rennsonntag mit zwei Abbrüchen nach Horrorunfällen nicht schon genug erlebt, so schlug nach dem Grand Prix in Barcelona auch noch die unbeliebteste aller Regeln zu. Wegen Unterschreitung des Mindestreifendrucks wurden gleich fünf Fahrer bestraft. Am dramatischten sind die Auswirkungen für einen Honda-Piloten.
Reifendruckstrafen: Sechs MotoGP-Fahrer untersucht, nur einer verschont
Joan Mir war als Zweiter über die Ziellinie gefahren und feierte damit sein bestes Resultat als Honda-Fahrer. Doch die Freude währte nur ein paar Stunden. Direkt nach dem Rennen wurde bereits angekündigt, dass er zusammen mit Francesco Bagnaia, Alex Rins, Jack Miller, Toprak Razgatlioglu und Raul Fernandez wegen Unterschreiten des Mindestreifendrucks untersucht wird. Nur bei Letzterem war dies egal, da er nach einer Kollision mit Markenkollege Jorge Martin ohnehin keine Punkte holte.

Letztlich kam nur ein Fahrer um die Strafe herum. Bei Francesco Bagnaia wurde ein für den Druckverlust verantwortliches Leck festgestellt. Zu Beginn des Rennens war der Reifendruck noch in Ordnung und erst der Schaden sorgte für einen Abfall. Demensprechend wurde der Italiener von den MotoGP-Stewards aufgrund mildernder Umstände freigesprochen.
Joan Mir verliert Podestplatz, Francesco Bagnaia rückt auf
Pikanterweise rückte 'Pecco' damit auf den letzten Platz auf dem Podium vor, während Mir durch 16 Strafsekunden von Rang zwei auf 13 zurückfiel. Für das Ducati-Werksteam war es der erste Pokal seit zehn Grands Prix. "Ich glaube nicht, dass ich diesen dritten Rang verdient habe, aber für die Meisterschaft ist es gut und das Team verdient es für seine harte Arbeit", meinte Bagnaia nach dem überraschenden Podestplatz. Mir und Honda haben sich hingegen zur Strafe nicht mehr geäußert. Bei der Pressekonferenz zuvor war der Spanier noch fest davon ausgegangen, Zweiter geworden zu sein.

Die anderen Piloten verloren durch ihre Strafen deutlich weniger Punkte als Joan Mir, aber dennoch erlebten sie die Auswirkungen. Alex Rins und Jack Miller holten sich durch die Ränge 14 und 15 immerhin noch insgesamt drei Zähler für Yamaha. Ihr Markenkollege Toprak Razgatlioglu ging durch die Strafen als 16. allerdings gänzlich leer aus. Für Raul Fernandez hatten die 16 Extra-Sekunden keinerlei Auswirkungen, außer dass er nun auf Rang 17 statt Platz 16 gewertet wurde.
Während die Strafen sicherlich sportlich gesehen schmerzten, so ist das kein Vergleich zum Schicksal von Alex Marquez. Die erste Diagnose zur Verletzung des Vizemeisters nach seinem Horrorunfall ist da. Er hat sich auch selbst schon aus dem Krankenhaus gemeldet. Alle Infos gibt es hier:



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