Der BMW M3 Touring 24H gehörte zu den ganz großen Highlights des 24h-Rennens auf dem Nürburgring 2026. Dem aus einem Aprilscherz entstandenen Unikat waren von vornherein die Herzen der Fans sicher, doch was der Kombi dann im Rennen selbst tatsächlich zeigte, ging über alle Vorstellungen hinaus, sowohl von Fans als auch von BMW selbst.
"Das Ziel war es, das Auto in den Top-10 zu haben, und wir haben es in die Top-5 geschafft!", ist BMW-Motorsportchef Andreas Roos am Sonntagnachmittag begeistert. Jens Klingmann, Ugo de Wilde, Connor de Phillippi und Neil Verhagen fuhren im Kombi mit der Startnummer 81 ein sensationelles Rennen, das auf Startplatz 22 begann und auf Platz 5 endete. Und teilweise sogar noch nach viel mehr ausgesehen hatte.
BMW M3 Touring brennt im 24h-Rennen ein Feuerwerk ab
Mit einem frühen Boxenstopp hatte das Team den Kombi strategisch gleich einmal zu Beginn in die Top-10 manövriert, und dort erst einmal angekommen, bissen sich die vier Fahrer fest, und begannen bald sogar nach vorne zu drängen. Eine Glanzleistung ging auf die Kappe von de Phillippi. Der Amerikaner schaffte es im samstagabendlichen Nieselregen doch tatsächlich, zwischen Schwedenkreuz und Adenauer Forst die beiden Winward-Mercedes jeweils außen zu überholen.
"Er hat einen Wahnsinnsjob gemacht, da waren die Bedingungen schwierig, es hat genieselt, aber er hatte den Speed und den Grip", ist Roos begeistert. Bei den Überholten handelte es sich schließlich auch um die zwei Autos, die im weiteren Rennverlauf an der Spitze den Sieg unter sich ausmachen sollten.
Über die Distanz konnte der Touring dann zwar nicht ganz die Pace der Mercedes mitgehen. Aber beginnend mit Sonnenuntergang verstrickte er sich in einen fast das ganze restliche Rennen umspannenden Kampf um die letzten Podestplätze mit "regulären" GT3-Autos von Lamborghini, Aston Martin und auch mit der GT3-Serienwaffe von BMW, dem M4, auf dessen Basis der Kombi aufgebaut wurde.
Entgegen aller Erwartungen gehörte am Ende des Rennens dann die schnellste BMW-Runde keinem M4, sondern dem Touring: Neil Verhagen fuhr am Sonntagmorgen mit 8:13,580 eine Sekunde schneller als die schnellste M4-Runde, und war auch nur knappe fünf Sekunden von der absolut schnellsten Rennrunde des Lamborghini Huracan #84 entfernt.
Kombi übertrifft alle Erwartungen: Was wird jetzt aus dem M3 Touring?
"Es ist besser als alles, was wir je mit dem Touring hier erwartet hätten, um ehrlich zu sein", sagt Roos. Leider klappte die ultimative Sensation - das Podium - in den letzten Stunden dann nicht: "An einem Punkt lief es ganz gut und die Chance war da, aber wir wussten immer, dass es, sagen wir so, mehr von den anderen abhängen würde als von unserem reinen Speed."

P5 noch in der Runde des Führenden mit 4:43 Minuten Rückstand ist dann in Roos' Augen letztendlich ein perfekter Abschluss für dieses verrückte Projekt: "Es ist toll, und wenn du letztendlich siehst, wie die Fans und alle Leute und die ganze Community es geliebt hat, dann ist alles perfekt."
"Jetzt feiern wir erst einmal und schauen dann weiter, was wir machen", will Roos noch nicht verraten, wie es mit dem Touring weitergeht. Da das Auto keine echte GT3-Homologation bekommen kann, könnte es nur bei sehr wenigen Rennen wie eben den 24h Nürburgring eingesetzt werden, wo es Provisionen für Experimental-Fahrzeuge gibt, was weitere Einsätze fraglich macht: "Aber es gibt schon ein paar Pläne, was wir mit dem Auto machen können. Ihr werdet es irgendwo sehen."
BMW fehlt 2026 bei 24h Nürburgring die Pace für den Sieg
Der Touring mag im Rennen die schnellste BMW-Runde gefahren haben, aber geschlagen wurde er am Ende doch von einem M4 GT3. Auch die regulären GT3s waren dieses Jahr allerdings nicht in der Lage, im Spitzenkampf mitzumischen. An ein Verteidigen des Vorjahres-Sieges mit Pace war nie zu denken, räumt Roos ein: "Wir haben dann versucht, sauber zu bleiben, keine Fehler zu machen, dranzubleiben."
"Das hat sich am Ende denke ich ausgezahlt, mit drei Autos in den Top-10", meint Roos. Mit dem Schubert-M4 #77 (Wittmann/Eng/Weerts/Frijns) auf dem neunten Rang hatten man noch einen dritten BMW in die Top-10 gebracht. Nur die #1 von ROWE fiel mit einem Defekt beim Benzinsystem vor Mitternacht aus. Das ganze Rennen im Bericht gibt es hier:



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