Gleich zweimal musste die MotoGP am Sonntag in Barcelona die Luft anhalten. Zunächst sorgte ein Auffahrunfall zwischen Alex Marquez und Pedro Acosta für schreckliche Bilder und beim Restart rund 30 Minuten später dann eine Kollision dreier Fahrer, die speziell Johann Zarco schwer in Mitleidenschaft zog.
Sorge um Johann Zarco nach schlimmer MotoGP-Kollision in Barcelona
Was passiert war? In der Anfahrt zu Kurve eins berührte Zarco das Hinterrad von Honda-Kollege Luca Marini, woraufhin beide Piloten zu Boden gingen. Der Franzose donnerte auf dem Weg in die Auslaufzone dann in Francesco Bagnaia, der direkt neben ihm auf der Außenbahn gefahren war. Auch der Italiener kam dadurch zu Sturz. Zarco wiederrum verhakte sich dann in der Ducati und rauschte im Motorrad feststeckend ins Kiesbett. Erst nach mehreren Überschlägen kamen Fahrer und Bike zum Liegen.
Die Rennleitung unterbrach das Rennen natürlich sofort mit der zweiten Roten Flagge des Tages und es begannen abermals bange Momente. Es dauerte knapp fünf Minuten ehe vermeldet wurde, dass Zarco zumindest einmal "bei Bewusstsein" sei. Nach rund zehnminütiger Behandlung an Ort und Stelle im Kiesbett dann der Abtransport per Rettungswagen. Anders als bei Alex Marquez einige Zeit zuvor ging es für die Nummer 5 der MotoGP aber nicht direkt in ein Krankenhaus, sondern erstmal 'nur' zum Medical Center an der Strecke.
Dort folgten erste Untersuchungen und eine vorsichtige Entwarnung vom LCR-Team, dass sich Zarco nicht in einem kritischen Zustand befinde. Knapp 30 Minuten später gegen 15:45 Uhr dann die nächste Mitteilung vom Rennstall Lucio Cecchinellos. Es gehe nun doch ins Krankenhaus für Zarco, um dort ein weiterführende Untersuchung an dessen linkem Bein durchführen zu können.
Daraufhin herrschte erstmal einige Stunden Funkstille. Auf Social Media machten Gerüchte die Runde, wonach es beispielsweise offene Knochenbrüche gegeben hätte. Das verurteilte die LCR-Truppe allerdings entschieden als Falschmeldungen. Stattdessen gab es um 18:41 Uhr die nächste Information, dass Zarco noch immer im Hospital Universitari General de Catalunya untersucht werde. Es gehe ihm aber den Umständen entsprechend in Ordnung.
Johann Zarco verkündet Diagnose: Wadenbeinbruch und Bänderriss im Knie!
Was das genau zu bedeuten hatte? Das teilte Zarco um 19:30 Uhr selbst in einem Video mit, das er auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichte und ihn mit Halskrause im Krankenbett zeigte. Fraktur des Wadenbeins und Bänderriss im Knie, so lautet die dennoch mehr als schmerzhafte Diagnose. "Ich werde die Nacht jetzt im Krankenhaus verbringen, weil sie mich zur Sicherheit hierbehalten wollen. Danach werden wir weitersehen", so Zarco.
Damit scheint klar, dass wir den Franzosen vorerst wohl nicht mehr auf seiner RC213V sehen werden. Eine Teilnahme an den nächsten MotoGP-Rennen in Mugello (29. bis 31. Mai) oder Ungarn (5. bis 7. Juni) wirkt nahezu unmöglich. Eine offizielle Bestätigung der genauen Ausfalldauer dürfte dann in den kommenden Tagen erfolgen, sobald Genaueres abzusehen ist. Bitter für Zarco: Es wäre in 17 Jahren Motorrad-WM sein erster verletzungsbedingter Ausfall und wann immer er zurückkehren wird, droht ihm direkt eine Strafe. Für die Kollision mit Marini ist von den Stewards nämlich eine Untersuchung angekündigt. Aber das soll an diesem Sonntag nur eine Randnotiz darstellen. Wie hielt Rennsieger Fabio Di Giannantonio so treffend fest: "Der wahre Sieg heute ist, dass alle relativ in Ordnung sind."
Bei Alex Marquez ist das Verletzungsausmaß nach dessen Horrorcrash inzwischen nämlich auch bekannt. Wie es dem Gresini-Piloten geht, erfahrt ihr in diesem Artikel:



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