Der MotoGP-Sonntag in Barcelona zeigte wieder einmal, wie schnell sich Gefühlswelten doch verändern können. Am Samstag noch der gefeierte Held, ließ Alex Marquez keine 24 Stunden später infolge eines schweren Unfalls die gesamte Motorradwelt die Luft anhalten.

Was passiert war? In Runde 12 des Katalonien-GPs lag der Gresini-Pilot hinter Pedro Acosta auf Platz zwei. Ausgangs Kurve zehn verlor Letzterer durch ein technisches Problem plötzlich an Vortrieb und wurde ruckartig langsam. Marquez - zu diesem Zeitpunkt direkt hinter Acosta fahrend - konnte nicht mehr ausweichen, krachte ins Heck der KTM RC16 und flog daraufhin furchtbar ab. Während der 30-Jährige aus Cervera am Streckenland liegen blieb, wurde das Rennen sofort per Roter Flagge unterbrochen.

Daraufhin begannen bange Momente. Erst etwas mehr als fünf Minuten nach der Kollision folgte von der Rennleitung zumindest einmal die Mitteilung, dass Marquez bei Bewusstsein sein. Gezeigt wurde der Gresini-Pilot in den TV-Bildern allerdings nicht. Vielmehr war dort nur zu erkennen, wie ihn ein Krankenwagen abtransportierte. Weitere 15 Minuten später dann die Information, dass es für die Nummer 73 jetzt "zu weiteren Untersuchungen" ins Krankenhaus gehe.

Bei diesem Wissensstand blieb es dann auch erstmal einige Zeit. Erst gute zwei Stunden später entspannte sich die Lage etwas, weil mehrere Fahrer in ihren Medienrunden berichteten, dass sie gehört hätten, dass Marquez den Umständen entsprechend in Ordnung sei. "Das war ein verrückter Tag. Ich bin glücklich über unseren Sieg und unsere Leistung. Das Team hat fantastisches geleistet. Aber der wahre Sieg ist, dass alle relativ in Ordnung sind. Ich habe gehört, dass Johann verletzt aber in Ordnung ist. Und auch Alex soll in Ordnung sein. Das sind die beiden Siege des Tages", teilte etwa Rennsieger Fabio Di Giannantonio mit.

Von Alex Marquez' Gresini war am Sonntag nicht mehr viel übrig, Foto: IMAGO / CordonPress
Von Alex Marquez' Gresini war am Sonntag nicht mehr viel übrig, Foto: IMAGO / CordonPress

Glück im Unglück: 'Nur' zwei Knochenbrüche bei Alex Marquez

Und tatsächlich: Kurz nach 17:30 Uhr gab das Gresini-Team über die eigenen Social-Media-Kanäle die erhoffte Entwarnung. Marquez habe sich eine "leichte Fraktur des C7 [Halswirbelknochen, Anm.]" und eine "Fraktur des rechten Schlüsselbeins" zugezogen. Knochenbrüche also, aber das hätte wahrlich auch schlimmer kommen können. Mit Blick auf die C7-Fraktur sei kommende Woche eine weitere Untersuchung geplant, während das rechte Schlüsselbein noch am Sonntagabend operiert und mit einer Platte fixiert werde.

Wann Alex Marquez wieder auf seine Gresini-Ducati zurückkehren kann, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen. Das spielt an diesem Tag aber gewiss auch keine Rolle. Klar ist nur: Für die MotoGP geht es in zwei Wochen (29. bis 31. Mai) nach Mugello, anschließend folgt direkt das Rennwochenende in Ungarn (5. bis 7. Juni).

Updates zum Zustand von Johann Zarco, diversen Reifendruckstrafen und vielem mehr bekommt ihr unterdessen in unserem Liveticker zum Rennsonntag in Barcelona: