Endlich hat Mercedes wieder die 24h Nürburgring gewonnen! 2026 beendet der Winward-Mercedes #80 eine zehnjährige Dürre der Stuttgarter auf der Nordschleife. In einem schwierigen Rennen bei einstelligen Temperaturen und wiederholten Regenschauern, das von einigen schweren Unfällen gezeichnet wurde, glänzte auch Max Verstappen beim 24h-Debüt, doch das Ende war bitter.
Der Sieger - Winward-Mercedes dominiert das Rennen: Nach einer turbulenten Startphase setzten sich die beiden Winward-Mercedes #3 (Verstappen/Juncadella/Gounon/Auer) und #80 (Maro Engel/Luca Stolz/Fabian Schiller/Maxime Martin) am Ende der abendlichen Regenschauer am Samstag an die Spitze, indem sie beim Wetter alle Calls perfekt hinbekamen. Das half der #80 auch zu einem großen Comeback. Am Abend lag man in Führung, nachdem man infolge eines Qualifying-Crashs nur von P25 gestartet war.
Gekämpft wurde dank über zwei Minuten Vorsprung auf den Rest ab dem Abend nur mehr untereinander. Als Sieger ging #80 hervor. Mit etwas Glück - um zwei Uhr morgens hatte Maro Engel in einem heftigen Zweikampf die Führung nämlich an Max Verstappen verloren, der in seinen zwei Doppelstints in der Nacht und am Vormittag der #3 eine große Führung verschaffte, doch dann ging sein Auto kaputt. #80 konnte allein den riesigen Vorsprung bis ins Ziel verwalten und einen Regenschauer in der letzten Stunde ohne Probleme sicher aussitzen.
Max Verstappen mit bitterem Rennen, Lamborghini mit spannendem Finish
Max Verstappen fällt auf Siegkurs mit Defekt aus: Verstappen ist wohl der tragische Held des Rennens. Sein 24h-Debüt wurde begleitet von beeindruckenden Moves verteilt auf das ganze Rennen, inklusive einer Beinahe-Kollision beim Verteidigen gegen Engel und einem Beinahe-Abflug zu Beginn in Pflanzgarten. Aus noch unbekannten Gründen machte dann aber kurz vor 12:00 Uhr mit Daniel Juncadella im Auto der Antrieb schlapp. Eine ewige Reparatur bedeutete ein enttäuschender 38. Platz. Mehr zum Defekt gibt es hier:
Große Comeback-Fahrten auf das Podium: Die letzten Podiums-Platzierungen wurden in einer spannenden letzten Stunde entschieden. Es lief auf ein Duell zwischen dem Abt-Lamborghini #84 (Bortolotti/Engstler/Niederhauser) und dem Aston Martin #34 von Walkenhorst (Krognes/Drudi/Thiim/Laser) hinaus. Der Aston Martin hatte am Samstagabend kurz um die Führung gekämpft, in der Nacht aber mit dem Spritverbrauch gehadert und war wieder zurückgefallen.
Der Lamborghini zeigte nach einem desaströsen Start hingegen eine spektakuläre Aufholjagd. Dann aber kassierte er 86 im Ziel angerechnete Strafsekunden für eine schwere Code-60-Übertretung. Mirko Bortolotti versuchte im Nieselregen der letzten Minuten auf Slicks den mit geschnittenen Slicks fahrenden Mattia Drudi um die 86 Sekunden hinter sich zu halten.
Ein auf den letzten Metern liegengebliebener Audi auf der Döttinger Höhe ruinierte Drudis Versuch - denn das löste zwischen ihm und Bortolotti einen Code-60 aus. Bortolotti behielt P2, Drudi wurde Dritter. Der ROWE-BMW #99 (Harper/Hesse/van der Linde/Vanthoor) und der sensationelle M3 Touring Kombi (Klingmann/de Wilde/de Philippi/Verhagen) komplettierten die Top-10, hatten aber im Regen am Samstagabend und dann am Sonntagmittag nicht mehr um das Podium mitkämpfen können.
Tragisches Lamborghini-Rennen nach Pole-Sensation: Bei Abt-Lamborghini wird 2026 als eine verpasste Chance in Erinnerung bleiben. Polesetter #84 fuhr mit 8:08,758 die schnellste Runde des Rennens, fast ein neuer Rekord, und sah im Rennen wie das schnellste Auto aus. Der Untergang war Runde 1. #84 war von Mercedes #3 angestoßen worden, musste mit Reifenschaden sofort zum Stopp und lag nach der ersten Stunde nur auf P45. Trotzdem kämpfte man sich auf P2 zurück.
Die Teamkollegen in #130 (Mapelli/Catsburg/Yelloly) wurden währenddessen erst für einen Frühstart bestraft, erlitten dann einen Reifenschaden, und am Sonntagmorgen kapitulierte das angeschlagene Auto endgültig und rollte im Galgenkopf aus. Der ebenfalls zu Beginn des Rennens schnelle Konrad-Lamborghini #7 (Stalidzane/Lefterov/Paul/Engelhart) verunfallte in der Nacht mit Pavel Lefterov am Steuer im Hatzenbach.
Heftige Unfälle bestimmen 24h Nürburgring am Samstag
Unfall-Serie am Samstag: Generell erwischte es am Samstag eine große Anzahl an prominenten Autos, beginnend mit heftigen Abflügen für den Fugel-Audi #75 (D. Fugel/M. Fugel/Leuchter/Coronel) am Schwedenkreuz und einem brutalen Einschlag von Thierry Vermeulen im anfangs führenden Kondo-Racing-Ferrari #45 (mit Perel/Marschall/Neubauer).
Keiner davon war im Hinblick auf das Rennen um den Gesamtsieg aber dramatischer als der Manthey-Grello #911 (Estre/Preining/Güven). Der Porsche hatte sich am Start sofort in der Spitzengruppe etabliert. Dann verlor Kevin Estre im Brünnchen auf einer Ölspur das Heck und beschädigte sich den Motor beim rückwärtigen Einschlag irreparabel.
An gleicher Stelle erwischte es aus gleichem Grund am Samstagnachmittag auch den HRT-Ford #64 (Maini/Scherer/Schumacher/Stippler). Weitere Top-10-Opfer der ersten Stunde waren der Scherer-Audi #16 (Haase/Sims/Green) und KCMG-Mercedes #47 (Pittard/Krohn/Fukuzumi/Gamou). Nach Konfusion mit Code-60-Signalen knallte Alexander Sims im Pflanzgarten Jesse Krohn ins Heck. Beide Autos waren irreparabel beschädigt.
Mit Einbruch der Dunkelheit tauchte erstmals der Falken-Porsche #44 (Bachler/Heinemann/Müller/Schuring) dank richtiger Reifen-Entscheidungen im abendlichen Nieselregen in den Top-5 auf, nur um kurz vor Mitternacht im Überrundungsverkehr mit Morris Schuring am Steuer am Flugplatz abzufliegen. Das zweite Auto von Schnabl Engineering, der Dunlop-Porsche #17, schlug um ein Uhr mit Alessio Picariello heftig im Bergwerk in die Leitplanken ein.
Probleme bei BMW & Ford helfen Porsche zurück in die Top-10
BMW-Titelverteidiger & HRT-Fords mit Problemen: Damit endete in der Nacht zumindest die Unfallserie, nicht aber das Drama an der Spitze. Die Titelverteidiger im BMW M4 #1 von ROWE Racing (Farfus/Marciello/Pepper/K. van der Linde) laborierten in den Abendstunden länger an einem Problem mit dem Benzinsystem, welches nicht zu reparieren war. Um elf Uhr war Schluss mit dem Hoffen auf eine Titelverteidigung, nachdem man sich davor in den Top-10 etabliert hatte.
Die Ford Mustang GT3 von HRT beeindruckten am Samstagnachmittag zeitweise mit Pace, doch im Rennverlauf ging es der Reihe nach schief. Neben dem Crash von #64 blieb #65 in der Nacht im Kesselchen liegen. Die einzigen Hoffnungen ruhten daraufhin auf #67 (Olsen/Mies/Vervisch/Stippler), die in den Anfangsstunden tatsächlich auch geführt hatten. Dann ging es schrittweise rückwärts. Zu lange auf Slicks im Regen am Abend zu fahren warf sie ans Ende der Top-10 zurück, ein Reifenschaden am Sonntagmorgen und schließlich eine 87-Sekunden-Strafe für Fred Vervisch, nachdem er in einer Code-60-Zone um 12:38 Uhr am Sonntag 57 km/h zu schnell war.
Das hievte am Ende noch Lionspeed #24 (Heinrich/Vanthoor/Feller) als besten Porsche auf den sechsten Platz vor den Ford. Auf P8 folgte mit Dinamic #54 (Buus/Christensen/Sturm/Hartog) der zweitbeste Porsche. Der Schubert-BMW #77 und der Black-Falcon-Porsche #48 komplettierten die Top-10.
24h Nürburgring 2026: Ergebnis - Top-10
| P. | Nr. | Team | Auto | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 80 | Winward | Mercedes-AMG GT3 | Maro Engel Luca Stolz Fabian Schiller Maxime Martin | 156 Runden |
| 2 | 84 | Red Bull Team ABT | Lamborghini Huracan GT3 EVO2 | Luca Engstler Mirko Bortolotti Patric Niederhauser | + 46.311 + 1:26.000 Strafe |
| 3 | 34 | Walkenhorst | Aston Martin Vantage GT3 EVO | Christian Krognes Mattia Drudi Nicki Thiim Felipe Fernandez Laser | + 2:28.750 |
| 4 | 99 | ROWE Racing | BMW M4 GT3 EVO | Dan Harper Max Hesse Sheldon van der Linde Dries Vanthoor | + 2:46.074 |
| 5 | 81 | BMW M | BMW M3 Touring 24h | Jens Klingmann Ugo de Wilde Connor de Philippi Neil Verhagen | + 4:43.814 |
| 6 | 24 | PK Motorsport Lionspeed | Porsche 911 GT3 R Evo26 | Laurin Heinrich Laurens Vanthoor Ricardo Feller | + 7:50.506 |
| 7 | 67 | HRT | Ford Mustang GT3 EVO | Dennis Olsen Christopher Mies Frederic Vervisch Frank Stippler | + 1 Runde |
| 8 | 54 | Dinamic GT | Porsche 911 GT3 R Evo26 | Bastian Buus Michael Christensen Joel Sturm Loek Hartog | + 1 Runde |
| 9 | 77 | Schubert | BMW M4 GT3 EVO | Marco Wittman Philipp Eng Charles Weerts Robin Frijns | + 2 Runden |
| 10 | 48 | 48 LOSCH Motorsport by Black Falcon | Porsche 911 GT3 R Evo26 | Daan Arrow Patrick Assenheimer Tobias Müller Dylan Pereira | + 2 Runden |
Zahlreiche Code-60-Strafen sorgen für Permit-Verluste
Die Unfälle und schwierigen kühlen Bedingungen lösten im Rennverlauf zahlreiche Tempolimit-Zonen aus, und das brachte eine sehr große Anzahl an Strafen für Übertretungen dieser mit sich. Drei Fahrern wurden die Nordschleifen-Permits deshalb im Rennverlauf entzogen und ihnen die weitere Teilnahme untersagt. Darunter war mit Ex-F1-Pilot Timo Glock im Dörr-McLaren #69 (mit Dörr/Scheider/Kirchhöfer) auch ein prominenter Temposünder.
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diese 24h Nürburgring Rennbericht