Nach gut eineinhalb sauberen Stunden zum Auftakt erleben die 24h Nürburgring 2026 noch vor den Abendstunden zwei heftige Unfälle von GT3-Autos. Darunter der Realize Kondo Racing-Ferrari, der zeitweise in den ersten Stunden geführt hatte, sowie mit dem Scherer-Audi und dem KCMG-Mercedes zwei weitere GT3s aus den Top-10. Max Verstappen erlebte indessen selbst einen Schreckmoment.
Der erste große Unfall ereignete sich 22:21 Stunden vor Schluss im Vollgas-Bereich bei Schwedenkreuz. Der #75 Audi R8 von Max Kruse Racing aus der Klasse für alternative Treibstoffe (D. Fugel/M. Fugel/Leuchter/Coronel) erlitt kurz vor der Kuppe mit Dominik Fugel am Steuer einen Reifenschaden hinten links. Bei über 200 km/h bog Fugel nach rechts ab und schlug mehrmals in die Leitplanken ein.
Fugel konnte seinen zerstörten Audi aus eigener Kraft verlassen. Der Unfall sorgte für eine lange Code-60-Zone von Flugplatz bis Aremberg, die über eine Stunde andauern sollte, weil auch die Leitplanken repariert werden mussten.
Thierry Vermeulen crasht in Ferrari aus Führungsgruppe
Eine knappe halbe Stunde folgte der nächste heftige Abflug. Diesmal war es Thierry Vermeulen, der gerade erst den Kondo-Racing-Ferrari #45 (mit Perel/Marschall/Neubauer) übernommen hatte. Dank eines vorgezogenen ersten Boxenstopps hatte Thomas Neubauer im Auto einen großen Teil der zweiten Rennstunde angeführt.
Vermeulen versuchte außen im Hatzenbach den SRS Sorg Rennsport-Cayman #969 (Strube/Stewart/Wagner/Jacobs) zu überholen, der aber immer weiter nach rechts driftete. Vermeulen kam mit zwei Rädern aufs Gras, verlor das Auto und schlug frontal in die Leitplanke auf der linken Seite ein. Auch Vermeulen konnte aussteigen, auch hier folgte ein langer Code-60 für Leitplanken-Reparaturen.

Scherer-Audi und KCMG-Mercedes crashen bei einsetzendem Regen
Kurz nach dem Vermeulen-Crash begann an mehreren Stellen der Strecke Regen in unterschiedlicher Intensität einzusetzen. Im beginnenden Trubel fuhr der Scherer-Audi #16 (Sims/Green/Haase) in Verwirrung mit einer Code-60-Tafel nach Pflanzgarten 1 mit Schwung in das Heck des KCMG-Mercedes #47 (Pittard/Krohn/Gamou/Fukuzumi).
Jesse Krohn blieb im Mercedes dort liegen, Alexander Sims schleppte seinen Audi mit schwer beschädigter Frontpartie und zerstörter rechter Aufhängung an die Box. "War Verwirrung, das Auto vor uns wurde wohl wegen Code-60 langsamer, dann sind wir kollidiert", bestätigte Sims nach dem Aussteigen. Für beide Autos ist das Rennen vorbei.
In dem Bereich Pflanzgarten hatten sich in einer Stunde hier mehrere Zwischenfälle ereignet, weshalb dort immer wieder Code-60-Zonen verschiedener Länge auftauchten. Unter anderem hatte dort Filip Hoenjet am Steuer des von der Spitze der dritten Startgruppe losgefahrenen BMW M240i #195 das Heck verloren und war mit dem BMW 325i #108 mit Sarah Ganser am Steuer kollidiert. Hoenjet blieb im Pflanzgarten stehen, was die Code-60-Serie in Gang setzte.
Max Verstappen erlebt Schreckmoment, bleibt aber im Führungskampf
Max Verstappen mischte, nachdem er den Mercedes-AMG GT3 #3 nach der ersten Stunde von Daniel Juncadella übernommen hatte, die Spitzengruppe auf. Dabei erlebte er gleich früh in seinem ersten Stint einen dramatischen Moment beim zweiten Sprunghügel, als seine Frontpartie in der verwirbelten Luft eines anderen Autos so leicht wurde und so lange den Kontakt mit dem Asphalt verlor, dass Verstappen an der Kuppe geradeaus in Richtung Grasstreifen segelte.
Nur Zentimeter vor der Leitplanke bekam Verstappen wieder Kontakt und verhinderte einen heftigen Abflug. Unbeeindruckt davon kämpfte er sich in den folgenden eineinhalb Stunden mit mehreren spektakulären Überholmanövern - teils auch auf dem Gras - immer weiter an die Spitze und holte auch andere Autos ein, die dank früherer Boxenstopps teils über 30 Sekunden auf ihn gewonnen hatten.
Am Ende von Runde 18 kassierte Verstappen schließlich auf der Döttinger Höhe und hin zur Hohenrain-Schikane den Aston Martin #34 von Christian Krognes und den HRT-Ford #67 von Dennis Olsen und übernahm erstmals im Rennen die Führung.
24h Nürburgring 2026: Zwischenstand nach 19 Runden
| P. | Nr. | Team | Auto | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3 | Winward Verstappen Racing | Mercedes-AMG GT3 | Max Verstappen Lucas Auer Jules Gounon Daniel Juncadella | Runde 19 |
| 2 | 67 | HRT | Ford Mustang GT3 EVO | Dennis Olsen Christopher Mies Frederic Vervisch Frank Stippler | + 3.338 |
| 3 | 34 | Walkenhorst | Aston Martin Vantage GT3 EVO | Christian Krognes Mattia Drudi Nicki Thiim Felipe Fernandez Laser | + 4.374 |
| 4 | 911 | Manthey | Porsche 911 GT3 R Evo26 | Kevin Estre Ayhancan Güven Thomas Preining | + 16.114 |
| 5 | 81 | BMW M | BMW M3 Touring 24h | Jens Klingmann Ugo de Wilde Connor de Philippi Neil Verhagen | + 26.039 |
| 6 | 7 | Konrad | Lamborghini Huracan GT3 EVO2 | Patricija Stalidzane Maximilian Paul Christian Engelhart Pavel Lefterov | + 34.505 |
| 7 | 1 | ROWE Racing | BMW M4 GT3 EVO | Augusto Farfus Raffaele Marciello Jordan Pepper Kelvin van der Linde | + 51.681 |
| 8 | 80 | Winward | Mercedes-AMG GT3 | Maro Engel Luca Stolz Fabian Schiller Maxime Martin | + 52.159 |
| 9 | 64 | HRT | Ford Mustang GT3 | Arjun Maini Fabio Scherer David Schumacher Frank Stippler | + 52.378 |
| 10 | 130 | Red Bull Team ABT | Lamborghini Huracan GT3 EVO2 | Marco Mapelli Nicky Catsburg Nick Yelloly | + 58.372 |



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