Nach einer souveränen Vorstellung sah es dreieinhalb Stunden vor Schluss am Nürburgring 2026 so aus, als ob Max Verstappen bei seinem 24-Stunden-Debüt fest auf Kurs zum Sieg wäre. Doch dann zerfiel das Rennen innerhalb weniger Minuten. Ein technischer Defekt zwang den Winward-Mercedes #3 für eine potenziell lange Reparaturpause an die Box. Sieg - und auch Podium - sind dahin.
Verstappen und seine Teamkollegen Daniel Juncadella, Lucas Auer und Jules Gounon hatten das 24h-Rennen Nürburgring davor für ungefähr acht Stunden souverän kontrolliert. Verstappen hatte in der Nacht in einem harten Duell die Führung vom zweiten Winward-Mercedes #80 mit Maro Engel inklusive leichtem Kontakt dauerhaft und sich sukzessive abgesetzt.
Auch als er am Sonntagvormittag wieder ins Auto kletterte, konnte er die Führung mit einem Doppelstint weiter ausbauen. Alles schien für ihn zu laufen, auch eine knappe Szene vor Schwalbenschwanz, wo direkt vor ihm zwei Porsches kollidierten und einer in die Leitplanke abbog, konnte er vermeiden. Um 11:08 Uhr übergab er den Mercedes #3 mit einer Führung von über einer halben Minute an Daniel Juncadella.
Plötzliches Defekt-Drama am Verstappen-Mercedes: Das ist passiert
"Es fühlte sich so an, als würde das Auto gut funktionieren", sagte Verstappen direkt nach dem Aussteigen in einem kurzen Interview. "Aber es sind noch ein paar Stunden zu fahren." Prophetische Worte, denn zeitgleich nahm das Drama am Mercedes #3 mit Juncadella am Steuer seinen Lauf.
"Wir haben direkt nach dem Stopp einen ABS-Alarm bekommen, der uns zunächst annehmen ließ, dass wir einen technischen Defekt hatten", erklärt AMG-Kundensportleiter Stefan Wendl. "Das haben wir versucht, zu resetten. Dani hat gesagt, dass er ganz gut damit umgehen kann. Aber dann kamen Geräusche."
Auf der 133. Runde, nur zwei Runden nach dem Boxenstopp, begann im Bereich Flugplatz plötzlich lautes Schleifen und Rattern im AMG GT3. Juncadella begann sofort Tempo rauszunehmen, doch das Problem wurde nur schlimmer. Ab Bergwerk wurde er massiv langsamer. Die Führung verlor er noch vor der Steilstrecke an das zweite Winward-Auto #80 (Engel/Stolz/Schiller/Martin). In langsamer Fahrt schleppte Juncadella sich zurück an die Box, wo er sofort in die Garage geschoben wurde.
"Wir haben dann einen Schaden an der Antriebswelle festgestellt, der weitere Kollateralschäden verursacht hat", überbringt Wendl traurige Kunde. "Nun reparieren wir das und wollen auf jeden Fall nochmal ins Rennen gehen."
Zweiter Winward-Mercedes nun klar auf Kurs zum 24h-Sieg
Um den Sieg oder das Podium geht es dabei nicht mehr. Stand 12:20 Uhr steht das Auto bereits über eine halbe Stunde in der Garage. Der zweite Winward-Mercedes #80 befindet sich nun fest auf Siegkurs, mit einem gigantischen Vorsprung von ungefähr sechs Minuten auf ein Verfolgerpaket von vier Autos. Beim nächsten Boxenstopp gab es allerdings auch bei #80 kurz Stress - man musste ungewöhnlicherweise das Lenkrad wechseln, was aber keine weiteren Probleme zu machen schien.
#80 kehrte so nach wie vor mit großem Vorsprung als Führender auf die Strecke zurück. Der Aston Martin #34 von Walkenhorst, der ROWE-BMW #99, der Abt-Lamborghini #84 und der BMW M3 Touring #81 sind dahinter in einem harten Kampf dabei, die verbleibenden zwei Podiumsplätze unter sich auszumachen. Hier scheint noch alles offen.
24h Nürburgring 2026: Zwischenstand um 12:20 Uhr
| P. | Nr. | Team | Auto | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 80 | Winward | Mercedes-AMG GT3 | Maro Engel Luca Stolz Fabian Schiller Maxime Martin | Runde 137 |
| 2 | 99 | ROWE Racing | BMW M4 GT3 EVO | Dan Harper Max Hesse Sheldon van der Linde Dries Vanthoor | + 3:14.517 |
| 3 | 84 | Red Bull Team ABT | Lamborghini Huracan GT3 EVO2 | Luca Engstler Mirko Bortolotti Patric Niederhauser | + 4:22.638 |
| 4 | 34 | Walkenhorst | Aston Martin Vantage GT3 EVO | Christian Krognes Mattia Drudi Nicki Thiim Felipe Fernandez Laser | + 6:25.065 |
| 5 | 81 | BMW M | BMW M3 Touring 24h | Jens Klingmann Ugo de Wilde Connor de Philippi Neil Verhagen | + 1 Runde |
Der Verstappen-Mercedes sollte trotzdem also noch einmal auftauchen, auch wenn kein gutes Ergebnis mehr in Sicht ist. Das Team will das Auto trotzdem wenigstens "für die letzten zwei oder drei Runden noch einmal auf die Strecke zu schicken - als Zeichen für die Fans und die Öffentlichkeit, die uns über 20 Stunden hinweg unterstützt und zum Sieg gepusht haben", sagt Wendl. Das Finish des Rennens gibt es hier im Ticker:



diese 24h Nürburgring Nachricht