Die Moto3 liefert in Barcelona mal wieder ein unglaubliches Rennen. Acht Piloten bekämpfen sich an der Spitze hart, Brian Uriarte und die beiden Intact-Piloten leisten die meiste Führungsarbeit. WM-Leader Maximo Quiles bleibt lange unauffällig, zündet in der Schlussphase aber den Turbo und gewinnt in einem irren Fotofinish doch noch vor Alvaro Carpe und David Munoz, der sich vergeblich an einer Wiederholung des legendären Rossi-Manövers gegen Jorge Lorenzo aus dem Jahr 2009 versucht hatte.

Mit seinem dritten Sieg in Serie übernimmt Quiles in der Weltmeisterschaft nun immer mehr die Kontrolle. Er hat bereits 140 Punkte gesammelt, nie ist ein Moto3-Pilot besser in eine Saison gestartet. Der Aspar-Youngster führt schon 64 Zähler vor Adrian Fernandez, der am Sonntag in Barcelona nur P9 schaffte. Carpe liegt als WM-Dritter bereits 67 Punkte zurück.

Moto3 in Barcelona: Der Rennfilm

Die Startaufstellung: 1. Perrone, 2. Munoz, 3. Uriarte, 4. Almansa, 5. Morelli, 6. Rios, 7. Quiles, 8. Kelso, 9. Fernandez, 10. Danish, 11. Esteban, 12. Bertelle, 13. Carpe, 14. Salmela, 15. O'Shea, 16. Pini, 17. Yamanaka, 18. Ogden, 19. Cruces, 20. Pratama, 21. Moodley, 22. Carraro, 23. Mitani, 24. O'Gorman, 25. Rammerstorfer, 26. Buchanan

Strafen: Casey O'Gorman hielt im Qualifying die vorgeschriebene Mindestrundenzeit von 135 Prozent der besten Sessionzeit nicht ein. Da es sich bereits um sein zweites Vergehen dieser Art in der laufenden Saison handelte, kannten die MotoGP-Stewards um Simon Crafar keine Gnade und versetzten ihn in der Startaufstellung um zwölf Plätze nach hinten. Rico Salmela bummelte derweil schon im Training am Freitag auf der Ideallinie und wurde dafür mit einer Longlap-Penalty belegt, die er ebenfalls im Katalonien-GP absitzen muss.

Start: Brian Uriarte kommt super weg und übernimmt die Führung vor David Munoz. David Almansa schießt dank Raketenstart auf Platz drei nach vorne. Danach sortieren sich dann Maximo Quiles, Polesitter Valentin Perrone und Hakim Danish ein.

Runde 1/18: Perrone holt sich Platz vier von Quiles zurück. Der WM-Leader muss anschließend auch noch Danish passieren lassen.

Runde 2/18: Auf Start-Ziel macht sich der massive Windschatteneffekt erstmals bemerkbar. Die Intact-Piloten fliegen an Uriarte vorbei, Almansa führt nun vor Munoz. Letzterer muss P2 im weiteren Rundenverlauf aber wieder an Uriarte abgeben. Quiles verliert derweil die nächsten Plätze: Auch Adrian Fernandez und Jesus Rios sind vorbei.

Runde 3/18: Die nächsten Führungswechsel: Munoz schnappt sich auf Start-Ziel zunächst Platz eins, geht in Kurve vier dann aber etwas weit. Uriarte ist sofort zur Stelle und schlüpft durch. Die neue Reihenfolge an der Spitze: Uriarte, Munoz, Almansa, Danish, Rios, Perrone und Fernandez. Dann eine Lücke von einer halben Sekunde zu Quiles und Alvaro Carpe.

Runde 4/18: Schon führt Almansa wieder, Rios neuer Zweiter. Uriarte wird durchgereicht, liegt hinter Munoz, Fernandez, Danish und Perrone nur noch auf P7.

Runde 5/18: Almansa kann sich vorne halten, hat jetzt Teamkollege Munoz im Heck. Nicola Carraro sorgt derweil für den ersten Sturz des Rennens. Er ist in Kurve zehn zu Boden gegangen.

Runde 6/18: Munoz geht kurzzeitig in Front, muss P1 aber schnell wieder an Almansa abgeben. Im weiteren Rundenverlauf drückt sich dann Fernandez an der Nummer 64 vorbei. Der Leopard-Pilot greift in der Schlusskurve auch noch Almansa an, aber ohne Erfolg.

Runde 7/18: Fünf Fahren fliegen Seite an Seite auf Kurve eins zu. Letztlich behauptet sich Fernandez vor Uriarte, Munoz, Almansa, Rios, Quiles, Carpe und Danish. Im Schlusssektor ist Fernandez die Führung aber schon wieder los, denn Uriarte geht wieder vorbei.

Runde 9/18: Ausnahmsweise mal zwei Runden ohne Positionsveränderungen ganz vorne, weil Uriarte das Tempo spürbar angezogen hat.

Runde 10/18: Munoz attackiert Fernandez im Kampf um Platz zwei, kann sich aber erst nach kurvenlangem Duell durchsetzen. Uriarte hat dadurch eine halbe Sekunde Vorsprung herausfahren können.

Runde 11/18: Auf Start-Ziel schießt Almansa dank des Windschatteneffekts an Munoz und Fernandez vorbei. Wieder ein neuer Verfolger also für Uriarte, dessen Vorsprung schon wieder ausgelöscht ist.

Runde 12/18: Fernandez scheint Probleme zu haben, die Pace der Spitze mitzugehen. Uriarte und die beiden Intact-Piloten setzen sich etwas ab und sofort drücken sich auch Rios und Carpe an Fernandez vorbei.

Runde 13/18: Uriarte wird auf Start-Ziel von beiden Intact-Piloten geschluckt, Almansa führt vor Munoz und der Nummer 51. Fernandez ist unterdessen auch hinter Quiles und Danish auf Platz acht zurückgefallen.

Runde 14/18: Ausgelöst durch einen verrückten Angriff von Rios in der Schlusskurve wird es erstmals in diesem Rennen richtig hektisch. Viele Attacken und Positionsveränderungen. Quiles liegt hinter Almansa plötzlich auf Platz zwei, dann Carpe, Uriarte, Munoz, Danish und Rios.

Runde 15/18: Quiles geht dank Windschatteneffekt auf Start-Ziel kurzzeitig in Front, muss Almansa im weiteren Rundenverlauf aber wieder vorbeilassen. Dahinter holt sich Uriarte P3 von Carpe zurück.

Runde 16/18: Es wird wieder wild auf Start-Ziel, zu acht rasen die Moto3-Jungs mehr oder minder Seite an Seite auf Kurve eins zu. Uriarte behauptet sich und geht wieder in Front, dann Quiles, Carpe, Munoz, Danish und Almansa.

Quiles bekommt derweil eine Tracklimits-Warnung, muss jetzt aufpassen. Beim nächsten Vergehen gibt es eine Strafe!

Runde 17/18: Uriarte führt weiterhin, hat in Munoz jetzt aber wieder einen neuen Verfolger. Quiles nur noch Dritter.

Rios übertreibt es in Kurve zehn und fliegt ab.

letzte Runde 18/18: Quiles geht auf Start-Ziel in Front, dann zunächst Uriarte. Der Ajo-Pilot geht in Kurve drei aber etwas weit und wird von Munoz, Danish und Carpe auf Platz fünf zurückgeschleudert.

Danish verbremst sich in Kurve zehn kapital und verliert nochmal mehrere Positionen.

Zieleinlauf: Munoz versucht in der Schlusskurve das legendäre Rossi-Manöver aus 2009, hat damit aber keinen Erfolg. Quiles gewinnt mit 0,094 Sekunden Vorsprung vor Carpe und weitere vier Tausendstelsekunden vor Munoz! Uriarte steht trotz lediglich 0,128 Sekunden Rückstand auf Quiles als Vierter nicht auf dem Podium. Almansa wird Fünfter, dann Marco Morelli und Danish. Veda Pratama holt Platz acht vor Fernandez, Casey O'Gorman komplettiert die Top-10.

Eddie O'Shea wird Elfter, Polesitter Perrone letztlich nur Zwölfter. Die letzten Punkte gehen in Barcelona an Adrian Cruces (13.), Matteo Bertelle (14.) und Ryusei Yamanaka (15.). Leo Rammerstorfer schafft mit 27 Sekunden Rückstand nur P23.