Diesen Spanien GP in Jerez hatte sich Leo Rammerstorfer anders vorgestellt. Der Moto3-Rookie musste ohnehin bereits das gesamte Wochenende kämpfen, doch dann spielte ihm am Sonntag auch noch die Technik einen bösen Streich. Aufgrund eines unglaublichen Defekts konnte der Österreicher nicht einmal ins Rennen starten.
Kein Moto3-Start in Jerez möglich: Ritzel löst sich einfach ab
"Das 'Kranzl' beim Motor ist abgegangen. Das wissen sie selbst nicht, wie das passieren konnte. Das geschah beim Reinfahren in die Startaufstellung", berichtete er, nachdem seine Honda von der Startaufstellung geschoben werden musste. Was er im Dialekt als 'Kranzl' bezeichnet, ist das Verbindungszahnrad zwischen Motor und Kette. In der Fachsprache wird es Ritzel genannt. Das dieses sich löst, haben wir zuvor noch nie gehört. Vortrieb ist ohne das Bauteil aber natürlich unmöglich.
So kurios dieser Ausfall anmutet, so weh tat er Rammerstorfer. "Wir haben versucht, dass ich dann wenigstens noch die 19 Rundne fahren kann, weil wir eigentlich am Setup etwas ausprobieren wollten, was wir gestern [am Samstag] schon in der Früh testen wollten. Aber da war es dann nass. Dann hat auch das leider nicht funktioniert", berichtete er von vergeblichen Startversuchen.
"Das ist einfach bitter, denn diese Rennrunden sind die wichtigsten Runden, die man braucht, weil die Testtage so limitiert sind. Wir haben jetzt zum Glück am Dienstag einen. Da hoffe ich, richtig viele Runden fahren zu können und viele Dinge auszuprobieren", trauert der SIC58-Pilot wertvoller Zeit auf dem Motorrad nach.
Chattering zerstört das Vertrauen bei Rammerstorfer: Enormer Zeitverlust in nur zwei Kurven
Das Wochenende hatte sich zuvor bereits als äußerst schwierig erwiesen. Der Abstand zur Spitze war zu groß. Dazu kam auch noch ein Sturz im Qualifying und damit der letzte Platz in der Startaufstellung. Dennoch glaubt der Linzer, dass da eigentlich mehr geht: "Auch wenn es die Position nicht zeigt, in den Daten ist zu sehen, dass ich schon viel Potential hätte. Die spitzen Kurven, mit hartem Bremsen und Herausbeschleunigen, liegen mir richtig gut. Da fühle ich mich stark. Es fehlt aber in den schnellen Kurven. Das ist vielleicht einfach Vertrauen. Genau da wäre es extrem wichtig, Runden drehen zu können."

Doch die Probleme wogen in Jerez eindeutig schwerer als dieses Potential. Besonders an zwei Stellen war Rammerstorfer auf verlorenem Posten. "Wenn ich die Daten mit Casey [O'Gorman, sein Teamkollege bei SIC58, Anm. d. Red.] vergleiche, dann verliere ich in nur zwei Kurven extrem viel Zeit. Das waren die Kurven 5 und 8. Es ist das leichte Anbremsen, wenn ordentlich Gewicht auf das Vorderrad kommt, da fängt es gewaltig zu rütteln an. Das ist das Problem und nimmt einem natürlich das Vertrauen", berichtet er von 'Chattering'.
Der Test am Dienstag in Jerez kommt also wie gerufen. Jetzt müssen Lösungen gesucht werden, denn: "Wir haben leider beim Setup noch nicht die richtige Schraube gefunden, an der wir drehen müssen." Am besten wäre aber vermutlich erstmal, wenn diese Schrauben dabei nicht abfallen.
Leo Rammerstorfer kennt also sein Problem, weiß aber noch keine Lösung. Bei Alex Marquez ist es andersherum. Der Spanier dominerte sein Heimrennen, doch kann er sich den Formumschwung nicht erklären:



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